Schweinefutter/Schweinefütterung

Schweinemastfutter, Sauenfütterung, Ferkelfutter

Gerade kleinere und mittlere Mastbetriebe müssen genau kalkulieren, um die Gewinnspanne pro Tier möglichst optimal auszureizen. Grundsätzlich stehen sich dabei zwei Posten gegenüber. Einerseits die Zuchtkosten, die zum größten Teil aus Futterkosten bestehen. Andererseits der mögliche Gewinn durch Mastschweine mit hoher Fleischfülle. Eine optimale Schweinefütterung besteht jedoch nicht zwangsläufig in möglichst geringen Futterkosten.

Denn diese wird das Wachstumspotenzial der Mastschweine nicht ausnutzen können. Stattdessen sollten sich Landwirte stets am Bedarf der Tiere orientieren. Wissenschaftliche Studien liefern regelmäßig neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen, Vorteilen und Nachteilen bestimmter Fütterungskonzepte. Je optimaler die Schweinefütterung gestaltet wird, desto wirtschaftlicher läuft auch die Produktion ab.

Geldwerte Vorteile

Auch wenn eine tatsächlich bedarfsgerechte Schweinefütterung sowie die Gewährleistung der Stallhygiene durch Lüftungs- und Futtersysteme auf den ersten Blick nicht gerade erschwinglich erscheinen, bietet sich doch gerade hier ein deutliches Sparpotenzial für die Landwirte. Optimale Ernährung von Nutztieren führt zwangsläufig zu geringeren Nebenkosten wie tierärztlichen Behandlungen, Bußgeldern für die Verletzung gesetzlicher Vorschriften, Tierverlusten und nicht nutzbaren Futterresten. Darüber hinaus wird der Profit pro Tier durch höhere Lebensleistungen erhöht. Höhere Investitionen in eine optimale und bedarfsgerechte Ernährung sollten deshalb als Investition in einen allgemein profitableren Betrieb gesehen werden.

Trinkende Ferkel
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Die Ferkelfütterung stellt den anspruchsvollsten Teil der Schweinemast dar.

Ökologische Nebeneffekte

Schweinemast & Schweinefütterung

Auch wenn dieser Themenbereich in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation eines Mastbetriebs in der Regel keine Rolle spielt, sind auch die positiven Auswirkungen auf die direkte Umwelt sowie das gesamte Ökosystem ein Argument für eine optimale Schweinefütterung. Mittlerweile ist wissenschaftlich belegt, dass die schädlichen Ammoniakemissionen aus der Schweinezucht unter anderem durch eine bedarfsgerechte Ernährung der Tiere deutlich gesenkt werden kann. Von diesem positiven Nebeneffekt können die Landwirte sogar selbst und direkt profitieren, da sich die Stallluft deutlich verbessert. Die Folgen sind bessere Arbeitsbedingungen für die Landwirte und weniger Stress für die Tiere.

Bedeutung einer bedarfsgerechten Ernährung

Landwirtschaftliche Betriebe mit Zucht- und Nutztieren müssen sich an die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes halten, das explizit eine bedarfsgerechte Ernährung der Tiere vorschreibt. Zuwiderhandlungen in der Schweinemast können zu hohen Geldbußen und Sanktionen führen. Doch die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben stellt für die Mastbetriebe keine reine Formalität dar. Vielmehr ist eine ökonomische Schweinemast ohne eine grundsätzlich gute Tiergesundheit nicht möglich. Kranke Tiere können andere Tiere anstecken, das Fleisch hat minderwertige Qualität und kann nicht verkauft werden, die Behandlungskosten können schnell zur finanziellen Belastung werden.

Darüber hinaus hat eine bedarfsgerechte Schweinefütterung auch direkte Auswirkungen auf die Umwelt. Dieses Phänomen betrifft sowohl die direkte Umwelt, also die Stallluft und Betriebshygiene, als auch das gesamte Ökosystem. Sowohl bei der Produktion von Schweinefutter als auch bei der Schweinemast selbst entstehen Belastungen für die Umwelt, die mit einer auf den Tierbedarf abgestimmten Ernährung reduziert werden können. Insbesondere ist zu beachten, dass Mastbetriebe zur regelmäßigen Abgabe eines Emissionsberichtes verpflichtet sind. Auf der Grundlage dieses Berichts wird überprüft, ob die Umweltbelastung unterhalb der jeweiligen Grenzwerte bleibt. Eine bedarfsgerechte Schweineernährung hilft den Bauern bei der Vermeidung solcher Überschreitungen.

Steigerung der Tiergesundheit

Eine optimale und bedarfsgerechte Schweinefütterung ist die Grundvoraussetzung für eine gute Tiergesundheit. Besonders in den ersten Lebenswochen sind die Ferkel Keimen und Krankheitserregern fast schutzlos ausgeliefert. Für den Aufbau eines eigenen Immunsystems brauchen sie Nährstoffe, die sie nur in gutem Futter in ausreichender Menge finden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Ausreizung des Wachstumspotenzials. Optimal ernährte Ferkel erreichen das für die Mastphase notwendige Gewicht viel früher und produzieren Fleisch in deutlich höherer Qualität als mangelhaft ernährte Tiere.

Raps in der Schweinemast
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Raps in der Schweinemast

Mastschweine stellen hohe Anforderungen ans Futter. Getreide bietet dabei meist die Grundlage für die Fütterung. Für eine ausgewogene Ernährung ist des Weiteren eine ausreichende Eiweißversorgung notwendig. Bisher wurde dabei hauptsächlich Sojaschrot in den Futtermischungen ergänzt. Doch Versuche zeigen, dass Rapsextraktionsschrot aus heimischem Anbau zunehmend eingesetzt werden kann.

Langfristig sparen

Bei der Organisation der Schweinefütterung eröffnet sich den Betrieben oft ein erhebliches kurzfristiges Sparpotenzial. Die Preise der verschiedenen Futterkomponenten sind teilweise extrem unterschiedlich. Die Versuchung ist groß, Geld hauptsächlich durch die Verwendung günstiger Futtermittel einzusparen. Hier sollte jedoch bedacht werden, dass die Tiergesundheit mit solchen Mitteln alleine in der Regel nicht gewährleistet werden kann. Stattdessen müssen die langfristigen Auswirkungen der Schweinefütterung auf den wirtschaftlichen Ertrag bedacht werden. Fleisch in guter Qualität kann in der Regel teurer verkauft werden, gesunde Tiere erfordern weniger tierärztliche Behandlungen und verursachen geringere Tierverluste. Es liegt also nahe, nicht am Futter zu sparen und stattdessen auf eine möglichst bedarfsgerechte und gesunde Schweinefütterung zu achten.

Entlastung der Umwelt

Von Schweinemastbetrieben geht eine erhebliche Belastung der Umwelt aus. Die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von 95 Prozent Hauptemittent des Luftschadstoffes Ammoniak. Wissenschaftliche Studien haben längst bewiesen, dass Ammoniak das Ökosystem nachhaltig stört, indem es für eine Nährstoffüberversorgung in Gewässern und Mooren sorgt, die letztendlich die Artenvielfalt bedroht. Neben der hohen Ammoniakproduktion in Schweineställen sind auch die untrennbar mit der Schweinemast verbundenen Gerüche eine Belastung für die Anwohner. Längst sind gesetzliche Grenzwerte festgelegt worden, die von den Betrieben nicht überschritten werden dürfen. Diese Grenzwerte sind jedoch nur als absolute Mindestanforderung zu verstehen. Optimale arbeitende Betriebe können die schädlichen Emissionen mit relativ geringem Aufwand deutlich unterhalb dieser Grenzwerte halten.

Um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, bieten sich eine Reihe von Maßnahmen an, die zwar zunächst Kosten verursachen, jedoch deutlich zur Schonung von Umwelt und Anwohnern beitragen. In größeren Betrieben gehört heute beispielsweise eine professionelle Abluftreinigung durch Filtersysteme und Luftreinigungsanlagen zum Standard. Außerdem können die Emissionen durch zumindest zeitweise Unterbringung der Tiere in Offenställen deutlich gesenkt werden. Auch eine gut organisierte, proteinarme Phasenernährung hat sich als wirkungsvolle Methode zum Umweltschutz erwiesen. Der Erfolg dieser Maßnahmen kann im Emissionsbericht überprüft werden, zu dem die meisten Mastbetriebe verpflichtet sind.

Geringere Folgekosten

Eine optimale Ernährung der Mastschweine mag auf den ersten Blick nicht sehr erschwinglich sein, immerhin sind hochwertige Futtermittel nur zu hohen Preisen erhältlich. Auch der Aufwand, der für die Organisation der bedarfsgerechten Schweinefütterung erforderlich ist, verursacht natürlich zunächst einmal Kosten. Bei der betriebswirtschaftlichen Beurteilung der Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen sollte allerdings bedacht werden, dass durch eine optimale Fütterung hohe Folgekosten vermieden werden können, die bei einer schlechten Fütterungsmethode kaum zu vermeiden sind. So werden einerseits Tierverluste vermieden beziehungsweise reduziert, die gerade für kleinere und mittlere Mastbetriebe einen enormen finanziellen Schaden darstellen können. Auch die Kosten für die Versorgung kranker Tiere sind bei einer optimalen Ernährung deutlich niedriger.

Sparen durch Sauberkeit

Nicht unterschätzt werden sollte auch das Einsparungspotenzial durch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt, die eine gesunde und bedarfsgerechte Ernährung der Tiere mit sich bringt. Diese beginnen bereits bei der Stallluft, die sowohl für die Tiere als auch für die Menschen deutlich angenehmer wird. Darüber hinaus sinkt auch die Belastung der Umwelt mit dem gefährlichen Luftschadstoff Ammoniak, der als einer der größten Nachteile der Schweinemast gilt und jährlich ökologische Schäden in Milliardenhöhe anrichtet. In letzter Konsequenz kann eine schlechte Ernährung der Tiere sogar dazu führen, dass Emissionsgrenzwerte überschritten werden und Kosten in Form von Bußgeldern entstehen.

Verbesserung der Stallluft

Innerhalb der Landwirtschaft gehört die Schweinemast zu den Bereichen mit der höchsten Ammoniakbelastung. Der Luftschadstoff entsteht im Stall vor allem durch Gülle, Mist und Jauche. Regelmäßiges Entfernen dieser Abfälle kann die Ammoniakkonzentration zwar um bis zu 20 Prozent senken, reicht alleine aber keinesfalls aus, um eine für Tier und Mensch annehmbare Stallluft zu erreichen. Dabei spielt die Stallluft eine wichtige Rolle für die Tiergesundheit und hat auch Auswirkungen auf die Nahrungsaufnahme. Untersuchungen haben bewiesen, dass Schweine in Ställen mit guter Stallluft nicht nur regelmäßiger Nahrung in größeren Mengen aufnehmen, sondern auch eine wesentlich höhere Fleischqualität erreichen.

Neben einer leistungsstarken Luftreinigungsanlage kann auch eine optimale Schweinefütterung helfen, die Ammoniakkonzentration in der Schweinemast drastisch zu reduzieren. So werden auf dem Markt spezielle Schweinefutter angeboten, die einerseits leicht verträglich sind und andererseits die verschiedenen Schadstoffe in den Exkrementen binden und dadurch entschärfen. Im Gegensatz zu anderen Maßnahmen wie einer Belüftungsanlage bedeuten die hochwertigen Schweinefutter aber eine laufende Investition in die Verbesserung der Stallluft. Angesichts der deutlichen Vorteile, die eine gute Stallluft für den Mastbetrieb mit sich bringt, ist diese Investition aber in aller Regel ihr Geld wert.

Einhaltung gesetzlicher Normen

Wenn Sie in der Schweinemast tätig sind, müssen Sie eine ganze Reihe von gesetzlichen Vorgaben vom Tierschutzgesetz bis hin zu Emissionsgrenzwerten beachten. Grundsätzlich haben diese Vorschriften zwei verschiedene Schutzrichtungen. Einerseits soll gewährleistet werden, dass die Tiere möglichst artgerecht gehalten und gefüttert werden, um die Tiergesundheit und damit letztendlich auch die Qualität der an Verbraucher verkauften Produkte zu gewährleisten. Andererseits soll der Umweltschutz gefördert werden, da gerade von der Schweinemast eine hohe Belastung für Anwohner und das gesamte Ökosystem ausgeht. Verletzungen dieser Regeln können schnell teuer werden und gerade für kleinere und mittlere Betriebe die wirtschaftliche Existenz gefährden.

Die gesetzlichen Regelungen zur Schweinefütterung konzentrieren sich vor allem auf das Ferkelfutter sowie die Herstellung von Schweinefutter. So sind mittlerweile genaue Grenzwerte für den Gehalt von Spurenelementen wie Kupfer, Zing, Mngan, Eisen und Kobalt festgeschrieben worden, die auch regelmäßig weiter gesenkt werden. Zu beachten ist aber, dass ein gesetzlich zulässiges Futtermittel noch längst keine optimale Schweinefütterung garantieren kann. Stattdessen handelt es sich bei den Vorgaben lediglich um Höchstgrenzen, es empfiehlt sich in der praktischen Schweinemast stets, deutlich unter diesen Werten zu bleiben, wenn die Tiere möglichst gesund und leistungsfähig sein sollen.

Bio Schweinefutter

Der Trend zu Biolebensmitteln hat sich beim Verbraucher längst bemerkbar gemacht. Kein Wunder also, dass mittlerweile viele Mastbetriebe mit dem Ziel produzieren, ihr Fleisch unter dem populären Biosiegel verkaufen zu können. Mit diesem Privileg sind aber weitere Vorschriften verbunden, die teilweise deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Auch beim Schweinefutter machen sich diese Einschränkungen bemerkbar. Sogenannte Ökoferkel müssen von der ersten Lebensminute an mit ökologischen Futtermitteln ernährt werden, konventionelle erstellte Futter und Zusätze sind nicht zulässig.

Doch nicht alle als Bio verkauften Futtermittel sind auch tatsächlich für Ökobetriebe zugelassene Produkte. Teilweise tricksen die Hersteller bei der Zusammensetzung, um das begehrte Siegel auch mit konventionellen Produkten zu erhalten, teilweise werden die Käufer auch mit anderen, aber täuschen echt aussehenden Siegeln in die Irre geführt. In der Schweinemast tätige Landwirte sollten sich deshalb genau informieren, welche Inhaltsstoffe und Zusammensetzungen für die Ernährung von Ökoschweinen zulässig sind und die Angaben der Hersteller dementsprechend überprüfen. Werbeslogans der Hersteller und die Bekanntheit einer bestimmten Marke sollten bei der Kaufentscheidung dagegen keine Rolle spielen.

Emissionsberichterstattungspflicht für Schweinehalter

Die hohen Emissionen an Schadstoffen, insbesondere Ammoniak, machen die Schweinezucht immer wieder zum Ziel von Kritik von Umweltschützern. Tatsächlich gehört die Schweinemast zu den umweltschädlichsten Bereichen der Landwirtschaft. Um das genaue Ausmaß dieser Umweltbelastung und insbesondere die Möglichkeiten zur Optimierung der Situation feststellen zu können, wurde 2011 erstmals eine Emissionsberichterstattungspflicht für Schweinehalter eingeführt, in der jeder einzelne Betrieb bezüglich der abgesonderten Schadstoffe und des Einsparungspotenzials untersucht wurde. Während die Maßnahme bei den Landwirten insbesondere wegen dem hohen bürokratischen Aufwand zunächst auf Ablehnung stieß, hat sich spätestens seit der Auswertung der Ergebnisse auch ein direkter Nutzen für die Betriebe herausgestellt.

Denn das Hauptziel der Emissionsberichterstattungspflicht besteht nicht etwa darin, die einzelnen Betriebe flächendeckend zu kontrollieren und mit Sanktionen auf zu hohe Schadstoffemissionen zu reagieren. Stattdessen soll den Betrieben die Möglichkeit gegeben werden, die eigenen Emissionen besser analysieren und Maßnahmen zur Reduzierung ergreifen zu können. Diese Maßnahmen sorgen nicht nur für eine geringere Belastung der Umwelt, sondern ermöglichen auch Verbesserungen an der täglichen Praxis, die von den Landwirten wiederum zur Einsparung von Folgekosten führen können. Außerdem wird die Leistungsfähigkeit der Schweine in einem emissionsarmen Betrieb deutlich erhöht. Als Gesamtergebnis des ersten Emissionsberichtes der Schweinemastbetriebe kann festgestellt werden, dass Betriebe, die auf eine optimale und bedarfsgerechte Fütterung der Mastschweine setzen, mit erheblichem Abstand am besten Abschnitten. Die Betriebe mit konventionellem Futter zeigten dagegen deutlichen Verbesserungsbedarf.

Ferkelfütterung

Die Ferkelfütterung stellt den anspruchsvollsten Teil der Schweinemast dar. Bereits in den ersten Stunden entscheidet sich, ob aus den Jungtieren einmal rentable Mastschweine werden. In dieser Phase ist das Risiko von Tierverlusten besonders hoch, denn die Ferkel sind anfällig für Krankheiten und Ernährungsstörungen. Eine optimale Ferkelfütterung stellt die Grundlage für die Entwicklung gesunder Tiere dar. Allerdings besteht gerade bei der Ferkelfütterung Streit um die Frage, welche Art der Fütterung denn nun wirklich optimal ist. Landwirte sollten sich dabei an wissenschaftlichen Studien sowie den Erfahrungen anderer Landwirte orientieren.

Faustregel der Ferkelaufzucht

Um zu überprüfen, ob eine Ferkelfütterung erfolgreich ist, kann das Wachstum der Tiere an bestimmten Kenngrößen gemessen werden. Diese lassen sich in der Faustregel zusammenfassen, dass gesunde Tiere in weniger als 70 Tagen ein Lebendgewicht von 27 Kilogramm erreichen. Dabei sollten im Gewichtsbereich zwischen 7 und 27 Kilogramm Tageszunahmen im Bereich von 450 Gramm erreicht werden. Zwar sind höhere Tageszunahmen problemlos möglich, allerdings handelt es sich dabei in der Regel lediglich um eine Verschiebung der Wachstumsphasen. Ferkel, die in der Abferkelphase etwa deutlich über 450 Gramm am Tag zulegen, werden in der Regel in der Anfangsmast weniger Gewicht zunehmen können. Der Wert von 450 Gramm am Tag sollte deshalb nicht als Minimum sondern als Idealwert angesehen werden.

Frühzeitige Beifütterung im Abferkelbereich

Bereits unmittelbar nach dem Aufstellen im Abferkelbereich sollte die Ferkelfütterung mit einem Beifutterangebot aus hochwertigem Starterfutter und Tränkewasser zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass Futter und Wasser eine hohe Akzeptanz bei den Ferkeln hat. Kommt es in den ersten Wochen zu einer Nahrungsverweigerung, können die Tiere schnell in ein Energiedefizit abrutschen, das später kaum noch ausgeglichen werden kann. Neben der Stallhygiene und der Gesundheit des Tieres spielt für die Akzeptanz der angebotenen Nahrung vor allem die Zusammensetzung des Futters eine wichtige Rolle. Je früher die Ferkel an das Beifutter gewöhnt werden, desto besser. Wechsel des Futters oder Zusammensetzung sollten in dieser Phase der Ferkelfütterung unbedingt vermieden werden.

Mit einem gut auf die Tiere abgestimmten Futterangebot lassen sich die optimalen Wachstumsraten von 450 Gramm am Tag im Gewichtsbereich von 7 bis 27 Kilogramm leicht erreichen. Bei der Auswahl des Ferkelfutters sollte darauf geachtet werden, dass es aus leicht verträglichen und eiweißhaltigen Komponenten besteht. Der Anteil von Lysin sollte dabei 7 Gramm je 100 Gramm Rohprotein ausmachen. Derartig hochqualitative Futtermittel sind zwar vergleichsweise teuer, machen sich durch die leichtere und langfristig kostengünstigere Entwicklung der Mastschweine jedoch bezahlt.

Tränkesysteme für Ferkel

Sauberes und nährstoffhaltiges Wasser ist für die Ferkelfütterung mindestens ebenso wichtig wie das eigentliche Futter. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Ausreizung des Wachstumspotenzials unter anderem mit der Wasseraufnahme sowie der Wasserqualität zusammenhängt. Bei den Tränkesystemen für Ferkel sind insbesondere sogenannte Nippeltränken und Beckentränken sehr weit verbreitet. Bei den Nippeltränken nehmen die Ferkel das Wasser über einen Nippel direkt aus der Wasserleitung ab. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Ferkel ihren angeborenen Saugreflex nutzen und das Wasser selbst kaum verschmutzt wird. Der Schwachpunkt besteht allerdings in den Nippelaufsätzen, die bei der Benutzung durch mehrere Schweine schnell verunreinigt werden können deshalb regelmäßig gewechselt werden müssen. Außerdem kann es zu Gedränge, Kämpfen und sogar Kannibalismus kommen, wenn zu viele Ferkel an der gleichen Nippeltränke versorgt werden sollen. Die Beckentränken hingegen sind wesentlich aufwendiger zu reinigen, Keime können die Wasserqualität für alle Ferkel deutlich verschlechtern.

Die Tränkesysteme müssen regelmäßig gereinigt werden, um eine möglichst hohe Hygiene an den Trogstellen zu gewährleisten. Verunreinigen des Wassers oder des Tränkesystems selbst können zur Verweigerung der Wasseraufnahme durch die Ferkel führen. Solchen Entwicklungen muss frühzeitig entgegen gewirkt werden, da eventuelle Wachstumseinbrüche die Folge sein können. Besonders gravierend zeigt sich dieses Problem, wenn nicht nur einzelne Trogstellen und Tiere, sondern sämtliche Ferkel gleichzeitig betroffen sind. Die Hygiene an den Wasserstellen wirkt sich also indirekt auch auf den Ertrag der späteren Mastschweine aus.

Vermeidung von Kannibalismus

An Futter- und Wasserstellen kommt es zwischen Ferkeln oft zu Raufereien und Kannibalismus in Form von Schwanzbissen. Früher wurde dieses Verhalten durch das Kupieren der Schwänze direkt nach der Geburt gelöst, diese Maßnahme ist heute jedoch nur noch in Ausnahmefällen gestattet. Ein neuer Ansatzpunkt zur Vermeidung von Kannibalismus ist jedoch das Ferkelfutter selbst.

Auslöser für den Kannibalismus ist meist hoher Stress für die Tiere, etwa Kämpfe um den besten Platz an Trog und Tränke. Dieser Stress kann mit einer optimalen Gestaltung der Futter- und Wasserstellen reduziert werden. So ziehen etwa viele Betriebe Beckentränken den Nippeltränken vor, da offene Tränken angeblich besser zugänglich sind und deshalb keine Kämpfe entstehen. Wissenschaftliche Studien legen jedoch nahe, dass diese Maßnahme eher wenig bis gar keinen Effekt hat. Stattdessen wird aber ein Zusammenhang zwischen Futterzusammensetzung und Kannibalismus belegt. So führt ein höherer Anteil an Rohfaser in der Ferkelfütterung nachweislich zu weniger Kannibalismus.

Milchaustauscher

Der Milchaustauscher ist ein wesentlicher Bestandteil der optimalen Ferkelfütterung. Bereits unmittelbar nach der Geburt werden die Weichen für die Entwicklung der späteren Mastschweine gestellt. In den ersten Tagen ist das Immunsystem der Ferkel noch sehr schwach entwickelt, weshalb es gerade in dieser Lebensphase am häufigsten zu Krankheiten und Tierverlusten kommt. Über den Milchaustauscher werden die Tiere mit wichtigen Immunglobulinen versorgt, die den Ferkeln beim Aufbau des eigenen Immunsystems helfen. Der Milchaustauscher besteht dabei aus Rinderkolostrum, das besonders viele Immunglobuline enthält.

Neben der Verbesserung der Tiergesundheit sorgt die frühzeitige Fütterung von Milchaustauscher auch für höhere Wachstumsraten sowie ein höheres Maximalgewicht. Vergleichende Studien haben belegt, dass bereits die ersten Stunden nach der Geburt entscheidend sind. Ferkel, die unmittelbar mit Milchaustauscher versorgt werden, wachsen schneller und insgesamt mehr als Ferkel, bei denen zwischen Geburt und Milchaustauscher einige Stunden liegen. Auch die Qualität des Milchaustauschers spielt bei der Ausreizung des Wachstumspotenzials eine wichtige Rolle. Viele Hersteller versetzen ihre Kolostrumprodukte mit meist unnötigen, teilweise sogar kontraproduktiven Zusatzstoffen. Grundsätzlich sollte das Kolostrum jedoch so rein wie möglich sein und kann etwa direkt von entsprechenden Rinderzuchtbetrieben erworben werden.

Ferkelaufzuchtfutter

Die Ferkelfütterung dient vor allem dem Ziel, die Grundlage für die spätere Mast zu schaffen. Je schneller die Ferkel das für Mastschweine erforderliche Gewicht erreichen, desto wirtschaftlicher sind sie für den Mastbetrieb. Allerdings darf die Tiergesundheit dabei nicht vernachlässigt werden, denn diese wirkt sich direkt auf die Wachstumsraten sowie die Fleischqualität aus. Besonders häufig kommt es bei Ferkeln zu Magen-Darm Erkrankungen, die in der Regel durch nicht optimiertes Futter hervorgerufen werden. Um solche Störungen zu vermeiden, sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Neben der grundlegenden Hygiene an den Aufnahmestellen für Futter und Wasser sollte das Ferkelaufzuchtfutter möglichst feinschrotig sein. Besonders wichtig ist der Rohfasergehalt des Ferkelfutters. Dieser sorgt nicht nur für höhere Gewichtszunahmen, sondern reduziert auch den Stress für die Tiere und damit die Gefahr für Kannibalismus.

Rohfaserfutter stellt in der Ferkelaufzucht fast so etwas wie ein Wundermittel dar, das angeblich gegen alle Probleme hilft. Tatsächlich ist wissenschaftlich belegt, dass die Magen-Darm-Gesundheit der Tiere durch rohfaserreiches Futter deutlich verbessert wird, Durchfallerkrankungen treten wesentlich seltener auf als bei rohfaserarm ernährten Tieren. Außerdem wird der Verdauungsbrei im Magen der Tiere aufgequellt und durchmischt, was zu einer allgemein besseren Verträglichkeit des übrigen Ferkelaufzuchtfutters führt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt besteht darin, dass das natürliche Wühlverhalten der Ferkel bei der Futteraufnahme angeregt wird, wenn sie im Trog nach den Futterresten suchen.

Absetzfutter für Ferkel

Direkt nach der Geburt werden die Ferkel direkt von der Mutter mit Biestmilch sowie vom Landwirt mit Milchaustauscher versorgt. Die anschließende Absetzphase stellt einen kritischen Zeitpunkt in der Entwicklung der Ferkel dar. Der Wechsel von der Milch auf das erste Futtermittel bedeutet für die Ferkel einen radikalen Wechsel, der nicht immer ohne Probleme akzeptiert wird. Während die Biestmilch vornehmlich aus Milchprotein, Milchzucker und Fett besteht, wechseln die Ferkel unmittelbar danach auf Futtermittel aus pflanzlichen Eiweißen. Gleichzeitig ist es für die spätere Entwicklung aber besonders wichtig, dass die Ferkel die Nahrungsaufnahme nicht verweigern und damit in ein Energiedefizit abrutschen. Deshalb sollte der Wechsel möglichst schonend gestaltet werden.

Prestarter nachfüttern

Sogenannte Prestarter Futter werden von Ferkeln in der Regel leicht als Ersatz für die Biestmilch akzeptiert. Der Prestarter sollte deshalb nicht gleichzeitig mit der Biestmilch, sondern erst zwei Tage nach dem eigentlichen Absetzen weggelassen werden. In diesen ersten beiden Tagen kann der Prestarter zusätzlich zum eiweißhaltigen Absetzfutter angeboten werden. Beim Absetzfutter selbst hat sich eine möglichst breiige Konsistenz als besonders effektiv erwiesen. Eine weitere Rolle spielt der PH-Wert. Da der Magen der Ferkel noch nicht an die Verdauung von Futtermitteln gewöhnt ist, muss der PH-Wert des Absetzfutters möglichst gering sein.

Diätfutter für Ferkel

Selbst eine perfekt organisierte und durchgeführte Umstellung von der Biestmilch auf normales Ferkelfutter garantiert nicht, dass es beim Absetzen nicht doch zu Problemen mit einzelnen Tieren kommt. Besonders häufig treten in dieser Phase Magen-Darmstörungen und Durchfall auf. Mit der Weiterfütterung eines Prestarters oder der Einführung von besonders leicht zu verdauendem Absetzfutter können diese Probleme oft aber längst nicht immer vermieden werden. In besonders schwierigen Fällen wird deshalb die Fütterung eines Diätfutters empfohlen. Dabei handelt es sich um Ferkelfutter mit besonders hohem Rohfaseranteil und einem besonders niedrigen Anteil an Calcium und Proteinen.

Zwar kann das Diätfutter einen positiven Effekt auf die Bewältigung von Verdauungsproblemen der Ferkel in der Absetzphase haben, allerdings muss beachtet werden, dass der geringe Gehalt an Calcium und Proteinen eine optimale Gewichtsentwicklung verhindert. Die kurzfristige Fütterung von Diätfutter führt in der Regel nur zu kurzfristigen Wachstumsverzögerungen, die später wieder ausgeglichen werden, eine langfristige Verabreichung von Diätfutter für Ferkel kann aber zu deutlichen Energiedefiziten führen. Diätfutter sollte deshalb nur zur Überwindung akuter Probleme, nicht als dauerhafter Futterersatz eingesetzt werden. Um das Ferkel an das Diätfutter zu gewöhnen oder vom Diätfutter zu entwöhnen, sollte der Futterwechsel nicht abrupt stattfinden. Eine Verschneidungsdauer von fünf Tagen, in denen beider Ferkelfutter gemischt werden, hat sich in der Praxis als gutes Mittel für eine schonende Umgewöhnung erwiesen.

Donausoja und HP-Überseesoja

Neben Erbsen und Ackerbohnen ist Sojaschrot ein wichtiger Bestandteil der Ferkelfütterung. Das für die Herstellung von Ferkelfutter benötigte Sojaschrot wird dabei fast ausschließlich aus Brasilien importiert und ist Landwirten unter der Bezeichnung HP-Überseesoja bekannt. Schweinefutter mit dieser HP-Sojakomponente sind am Markt zu sehr günstigen Preisen erhältlich und deshalb der Standard in den meisten Mastbetrieben. Der niedrige Preis des vom amerikanischen Kontinent importierten Sojas wird jedoch vor allem durch die dortigen Anbaubedingungen ermöglicht, in denen Gentechnik eine entscheidende Rolle spielt. Mittlerweile wurde jedoch eine Initiative namens Donausoja gegründet, die Soja gentechnikfrei an der Donau anbaut und an deutsche Betriebe liefert.

Ob der Umstieg auf diese heimische Soja betriebswirtschaftlich vernünftig ist, muss jedoch genau überprüft werden. Immerhin zeigen sich deutliche Preisunterschiede zwischen den beiden Sojaarten. Ferkelfutter mit Donausoja ist im Schnitt um 15 Euro pro Deuitonne teurer als die importierte HP-Soja, was umgerechnet einer Verteuerung von 80 Cent je Mastschwein entspricht. Die ohnehin sehr knappe Gewinnspanne pro Tier zwingt die Landwirte dazu, diesen Preisunterschied direkt an den Verbraucher weiterzugeben, was durchaus einen Nachteil im Wettbewerb bedeuten kann. Dieser Nachteil kann jedoch oft durch eine geschickte Vermarktung ausgeglichen werden. Das Bewusstsein der Verbraucher um die Risiken gentechnisch veränderter Umweltprodukte steigt zunehmend. Betriebe, die auf die heimische Donausoja setzen, können ihr Fleisch deshalb als gentechnikfrei vermarkten.

Einfachfütterung mit Weizen, Gerste und Soja

In der Ferkelaufzucht und insbesondere in der Absetzphase wird je nach Betrieb eine von zwei verschiedenen Fütterungsstrategien verfolgt. Die erste Strategie besteht in der Einfachfütterung. Diese zeichnet sich durch den Verzicht auf aufgeschlossene Stärke und teure Proteinzusätze aus. Stattdessen besteht die Ernährung neben Wasser ausschließlich aus Weizen, Gerste und Soja.

Diese Methode ermöglicht dem Landwirt eine besonders günstige Ferkelfütterung, da keine zusätzlichen Ergänzungsmittel eingekauft werden müssen. Der Nachteil besteht aber darin, dass das Wachstumspotenzial im Vergleich zur Maximalfütterung mit Zusatzstoffen nicht optimal ausgereizt werden kann. Keine Unterschiede ergeben sich jedoch in der Nährstoffverwertung. Zwar enthält die Einfachfütterung grundsätzlich weniger Nährstoffe pro Kilogramm wie die Maximalfütterung, dies wird von den Tieren jedoch durch eine höhere Nahrungsaufnahme wieder ausgeglichen. Auch die Tiergesundheit stellt kein Argument gegen die Einfachfütterung dar, höhere Krankheitsraten ließen sich in wissenschaftlichen Studien jedenfalls nicht nachweisen. Allerdings sollten Ferkel, die mit Einfachfütterung aufgezogen werden und Verdauungsstörungen oder andere Auffälligkeiten zeigen, auf ein anderes Futter umgewöhnt werden.

Maximalfütterung mit hochwertigen Futterergänzungsmitteln

Die Maximalfütterung stellt das Gegenteil der Einfachfütterung dar. Hierbei kommen hochwertige Futterergänzungsmittel zum Einsatz. Das Ferkelfutter besteht dabei aus Getreide, Körnermais und Ergänzungsmitteln, die dem Grundfutter beigemischt werden. Dieses Schweinefutter wird dem Prestarter bereits in den ersten Aufzuchttagen beigeschnitten, um die Ferkel an die ungewohnte Zusammensetzung zu gewöhnen. Im Rahmen der Maximalfütterung lassen sich die besten Ergebnisse bei der täglichen Gewichtszunahme erzielen. Der Nachteil besteht allerdings in den hohen Kosten, die bei der Anschaffung dieser hochwertigen Futtermittel entstehen.

Für den Landwirt bedeutet das letztendlich, dass er sich für eine der beiden Fütterungsstrategien entscheiden muss. Die Entscheidung hängt dabei vor allem von der betriebswirtschaftlichen Kalkulation ab. Wenn die Fütterung mit Maximalfutter zu einer höheren Fleischproduktion in besserer Qualität führt, das teurer verkauft werden kann, hat diese Methode deutliche Vorteile gegenüber der Einfachfütterung und die anfänglich teureren Futtermittel werden durch den höheren Verkaufserlös wieder ausgeglichen.

Gutes Fleisch durch richtige Mastschweinfütterung

Die Zucht der Mastschweine verursacht für den Landwirt hohe Kosten, die durch die Fleischproduktion wieder eingebracht werden müssen. Je besser die Fleischqualität und Fleischfülle, desto höher ist der erzielte Erlös pro Tier. Neben der Fleischfülle der Mastschweine spielt dabei auch die Menge an wertvollen Teilstücken eine entscheidende Rolle. Diese wird wiederum vor allem durch eine gute und bedarfsgerechte Schweinefütterung gewährleistet. Im Rahmen der Einfachfütterung setzen die meisten Betriebe auf hofeigene Futtermischungen auf Sojabasis, die sich in der Praxis bewährt haben. Oft wird das Futter aber durch hochwertige Ergänzungsmittel angereichert, die ein schnelleres Wachstum ermöglichen sollen. Welche dieser beiden Methoden die sinnvollste ist, hängt vor allem von der Preiskalkulation des Landwirts ab. Gerade bei kleineren Betrieben, die von der Verwertungskette abhängig sind, wird die höhere Fleischfülle bei der Maximalfütterung durch die höheren Futterkosten wieder ausgeglichen.

Keine Garantie

Darüber hinaus können Futterergänzungen zwar zu höherer Fleischfülle führen, eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht. Stattdessen verändern die Ergänzungen stets auch den Geschmack der Futtermischung, der bei einigen Tieren zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führen kann. Sollten die hochqualitativen Ergänzungsmittel also eingesetzt werden, muss die Reaktion der Tiere gerade in den ersten Tagen genau beobachtet werden. Ohnehin sollten die Tiere an das jeweilige Futter bereits während dem Absetzen gewöhnt werden, um eine möglichst problemlose Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.

Gesetzliche Grundlagen

Der Handlungsspielraum der Landwirte bei der Schweinemast wird durch eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben eingegrenzt. Hierbei sind insbesondere das Tierschutzgesetz, die Düngeverordnung sowie die 2011 erstmals durchgesetzte Emissionsberichterstattungspflicht zu nennen. Viele Landwirte sehen diese Regelungen vor allem als Behinderung. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass die entsprechenden Vorschriften einer optimalen Schweinefütterung und der Zucht von Mastschweinen mit hoher Fleischfülle keinesfalls entgegenstehen. Stattdessen werden nur absolute Grenzen beschrieben, deren Überschreitung ohnehin kontraproduktiv für die Schweinemast wäre.

Gemäß der Düngeverordnung darf Dünger in der Landwirtschaft nur in der tatsächlich notwendigen Menge ausgebracht werden, wobei der bereits im Boden vorhandene Nährstoffgehalt festgestellt und berücksichtigt werden muss. Darüber hinaus muss die Menge der enthaltenen Schadstoffe protokolliert werden. Insofern verfolgt die Düngeverordnung wie auch die Emissionsberichterstattungspflicht das primäre Ziel, umweltschädliche Probleme im praktischen Mastbetrieb zu erkennen und den Landwirten Verbesserungspotenzial aufzuzeigen.

Futterpellets und schrotförmiges Mastfutter

Bei der Mastschweinfütterung wird zwischen Futterpellets und schrotförmigem Futter unterschieden. Welche dieser beiden Futterarten eingesetzt wird, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Beispielsweise werden in Bayern fast ausschließlich Pellets genutzt. Einer der Vorteile der Futterpellets ist die geringere Futterverschwendung. Die Mastschweine lassen weniger Futter fallen, es fallen also weniger Reste an. Die Futterinvestition ist dementsprechend effektiver.

Der geringere Futterverbrauch führt dazu, dass die Fütterung mit Pellets etwas günstiger ist, als die Schrotfütterung. Allerdings wurde in vergleichenden Studien festgestellt, dass mit Schrot gefütterte Mastschweine eine leicht höhere Fleischfülle aufwiesen, als die mit Pellets gefütterten Mastschweine. In der Regel ist der Unterschied jedoch nicht so groß, dass die Ersparnis bei den Futterkosten für Pellets ausgeglichen würde. Pellets eignen sich auch als Hauptbestandteil des Trächtigkeitsfutters für tragende Sauen. Diese erzielen durch die Nahrungsaufnahme mit Pellets ein länger anhaltendes Sättigkeitsgefühl. Mittlerweile verfügen viele Betriebe über eigene Anlagen zur Pelletierung, darüber werden mit hochwertigen Futterkomponenten ergänzte Pellets im Fachhandel angeboten.

Mineralfutter für Mastschweine

Die Futterkosten sind der größte wirtschaftliche Faktor bei der Aufzucht der Mastschweine. Zehn Prozent dieser Kosten entfallen auf die Versorgung der Mastschweine mit Mineralstoffen. Mehrere Hersteller von Schweinefutter haben spezielles und hochwertiges Mineralfutter im Programm, das die Tiere besonders gut mit den entsprechenden Stoffen versorgen soll. Diese Futtermittel kommen vor allem in der Zwischen- und Endmast zum Einsatz. Allerdings sollte das Mineralfutter nur als Phasenfutter und nicht als Grundfutter eingesetzt werden. Tatsächlich raten Wissenschaftler sogar dazu, das Mineralfutter im Mastverlauf zu reduzieren, teilweise wird sogar ein völliger Verzicht auf Mineralfutter in der Schweinemast ohne Verluste in der Schlachtleistung für möglich gehalten.

In Praxisuntersuchungen hat sich jedoch schnell gezeigt, dass die Schlachtleistung ohne Mineralfutter deutlich hinter der Schlachtleistung mit Mineralfutter zurückbleibt. Die eingesparten Futterkosten werden außerdem durch die erhöhte Anzahl an erforderlichen Masttagen wieder aufgezehrt. Außerdem sorgt die Versorgung mit Mineralfutter in der Endmast für ein besseres Verhältnis zwischen Fleisch und Fett.

Stickstoffreduzierte Phasenfütterung

Die stickstoffreduzierte Phasenfütterung gehört zu den Maßnahmen in der Schweinezucht, die den Landwirten das höchste Optimierungspotenzial hinsichtlich Betriebskosten, Fleischqualität und Umweltauswirkungen eröffnet. Grundsätzlich versteht man darunter eine eng am Bedarf des Tieres ausgerichtete Eiweißversorgung. Diese Form der Schweinefütterung verbessert die Tiergesundheit, reduziert die umweltschädlichen Auswirkungen der Schweinemast und verbessert die Stallluft für Mensch und Tier.

Darüber hinaus sinken natürlich auch die Futterkosten, da weniger Futtermittel verschwendet werden. Das Verhältnis zwischen eingesetztem und tatsächlich aufgenommenem Futter wird drastisch verbessert. Die schädlichen Umweltauswirkungen insbesondere durch Ammoniak werden reduziert. Auch die Geruchsbelästigung für Anwohner kann deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus muss weniger Soja aus Brasilien importiert werden, was die Ökobilanz des Zuchtbetriebes noch weiter verbessert.

Schweinefutter für Zuchtsauen

Der Produktionszyklus von Zuchtsauen gliedert sich in zwei Phasen. Genauer in die Tragezeit einerseits und die Säugezeit andererseits. Beide Phasen stellen höchst unterschiedliche Anforderungen an die Sauenfütterung. Grundsätzlich geht es in der Tragezeit vor allem darum, die Kondition der Sauen zu erhalten. Dadurch wird die Gesundheit der Sau gewährleistet und eine möglichst problemlose Geburt ermöglicht. In der Säugezeit verschieben sich dagegen die Prioritäten. Hier geht es vor allem darum, durch eine optimale Sauenfütterung auch das Wachstum des Ferkels zu fördern. Außerdem verliert die Sau in dieser Zeit Eigengewicht durch die Biestmilchabgabe, welches durch eine besondere Ernährung ausgeglichen werden muss.

Futter für zwei

In der Tragezeit muss einerseits gewährleistet werden, dass sich die Sau bei der Geburt in einer guten körperlichen Verfassung befindet, drastische Gewichtszunahmen wie bei Mastschweinen sind daher eher zu vermeiden. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass ein Ferkel heranwächst, dass über die Sauenfütterung mit versorgt werden muss. Dies erfordert eine eiweißreiche Ernährung, bei der Rapsextraktionsschrot in der Regel den Hauptbestandteil darstellt. Mittlerweile ist durch wissenschaftliche Studien sogar belegt, dass das Rapsextraktionsschrot auch als alleinige Eiweißquelle im Sauenfutter eingesetzt werden kann, vorausgesetzt, die Rationen werden entsprechend erhöht. Spätestens in der Säugephase wird jedoch eine weitere Eiweißquelle benötigt. Hierfür ist Sojaextraktionsschrot besonders gut geeignet. Eine Alternative zur Schrotfütterung stellen Futterpellets dar. Diese sorgen für ein länger andauerndes Sättigungsgefühl und reduzieren Futterreste und damit auch die Futterkosten.

Anforderungen an die Nährstoffzufuhr

Sowohl die Tragezeit als auch die Säugezeit stellen für die Sauen eine körperliche Höchstleistung dar. Insbesondere in der Säugezeit muss der Verlust an Lebendgewicht durch die Säugung des Ferkels möglichst gut ausgeglichen werden. Deshalb benötigen die Sauen in dieser Phase nährstoffreiches Sauenfutter, dessen Energie leicht umsetzbar sein muss. Hauptbestandteil der Sauenfütterung in der Säugezeit ist deshalb leicht in Laktose umsetzbare Stärke in Form von hochwertigem Getreide.

Eine optimale Sauenfütterung in der Säugezeit garantiert neben der Gesundheit von Sau und Ferkel auch eine möglichst hohe Milchleistung. Diese ist wiederum wichtig, um das Ferkel mit Immunglobulinen zu versorgen. Direkt nach der Geburt verfügen Ferkel noch nicht über ein eigenes Immunsystem und müssen dies erst über die Aufnahme der Biestmilch aufbauen. Je schneller dieser Prozess abläuft, desto eher ist das Ferkel vor schädlichen Umwelteinflüssen, insbesondere Keimen und Krankheitserregern geschützt. Eine optimale Sauenfütterung reduziert also auch die Anzahl von Tierverlusten unter den Ferkeln. In der Tragezeit empfiehlt es sich dagegen, die leicht umsetzbare Energie zurückzufahren, um die Kondition der Sau zu verbessern. Dies kann etwa durch die Verfütterung von Pellets erreicht werden, die bei der Sau für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen.

Diätetisch hochwertige Komponenten

Bei der Sauenfütterung kommt es insbesondere um den Geburtszeitpunkt herum auf diätetisch hochwertige Komponenten an. Diese sind quellfähig, füllen den Darm, sorgen für eine gleichmäßige und problemlose Futterpassage und vermitteln der Sau ein Sättigungsgefühl. Derartige diätetische Futtermittel enthalten oft einen Rohfaseranteil von 70 Prozent oder sogar mehr. Nach der Geburt besteht die Möglichkeit, direkt auf das energiereiche Säugezeitfutter umzusteigen. Teilweise kommt es jedoch gerade in dieser kritischen Phase durch den abrupten Futterwechsel zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme. Dies kann vermieden werden, indem die diätetischen Futtermittel in den ersten Tagen nach der Geburt mit dem Säugezeitfutter verschnitten und die Sau langsam an die Umstellung herangeführt wird.

Pellets oder Schrot?

Grundsätzlich werden die rohfaserreichen diätetischen Futtermittel als Pellets oder Schrotfutter angeboten. Verlässliche Studien zu statistisch nachweisbaren Vorteilen oder Nachteilen der beiden Methoden gibt es bisher nicht, allerdings erhöht die Struktur der Pellets das Sättigungsgefühl in der Tragezeit. Die Nahrungsaufnahme kann dadurch tatsächlich bedarfsgerecht gestaltet werden, die Kondition der Sau erhöht sich. Außerdem kommt es zu geringeren Mengen an verschwendetem Futter.

Warum Universalfutter für Zuchtsauen nicht reichen

Zuchtsauen stellen die höchsten Ansprüche an das Futter in der Schweinemast. Im Gegensatz zu normalen Mastschweinen, geht es nicht darum, die Gewichtszunahme sowie die Fleischfülle in möglichst kurzer Zeit möglichst weit zu erhöhen. Stattdessen soll die Zuchtsau in der Tragezeit auf die körperlich anstrengende Geburt vorbereitet und in der Säugezeit mit ausreichend Energie zur Versorgung des Ferkels und zum Ausgleich des Gewichtsverlustes vorbereitet werden. Die beiden Phasen widersprechen sich also in ihren Anforderungen. In beiden Phasen muss deshalb eine gezielte Nährstoffversorgung erfolgen.

Universalfutter versorgen die Zuchtsau dagegen stets mit der gleichen Menge an Energie. In der Tragephase wird die Sau mit zu vielen Nährstoffen und insbesondere zu leicht umwandelbarer Energie, in der Säugephase dagegen mit zu wenig Nährstoffen und Energie versorgt. Für eine optimale Sauenfütterung führt deshalb kein Weg an einer Futterumstellung von diätetischen Komponenten auf sehr energiereiche Nahrung vorbei. Um Nahrungsverweigerung der Sau aufgrund dieses harten Wechsels vorzubeugen, sollten beide Futtermittel um den Zeitpunkt der Geburt herum miteinander verschnitten werden.

Futter für laktierende Zuchtsauen

In der Säugephase besteht das Hauptziel der Sauenfütterung darin, eine möglichst hohe Milchleistung bei gleichzeitiger Erhaltung der Körperkondition zu gewährleisten. Zu beachten ist vor allem der Gewichtsverlust, der bei laktierenden Zuchtsauen durch die Milchabgabe an das Ferkel entsteht und die Kondition deutlich verschlechtern kann. Deshalb benötigt die Sau in dieser Phase leicht umsetzbare Energie und höhere Futterrationen als üblich.

Die optimale Futteraufnahme laktierender Zuchtsauen wird im Rahmen der maximal 28 Tage dauernden Säugephase durch die sogenannte Anfütterung erreicht. Dabei wird die normalerweise angebotene Ration täglich um 0,5 bis 0,7 Kilogramm am Tag erhöht. Nach etwa vierzehn Tagen ist dann die tatsächlich benötigte Futtermenge erreicht und sollte bis zum Ende der Säugephase beibehalten werden. Eine Zuchtsau kommt in ihrem Leben durchschnittlich auf 8 Würfe mit insgesamt 28 Ferkeln. Je optimaler die Versorgung der Zuchtsau während der körperlich sehr anspruchsvollen Säugephase gestaltet wird, desto besser stehen die Chancen, dass die Zuchtsau ihre potenzielle Zuchtleistung auch tatsächlich erfüllen kann.

Probiotikumversorgung von Ferkeln über die Biestmilch

Die optimale Sauenfütterung dient nicht nur der optimalen Versorgung der Zuchtsau selbst. Auch das Ferkel profitiert von einer in den verschiedenen Phasen bedarfsgerecht ernährten Zuchtsau. Denn die Ernährung der Zuchtsau hat direkte Auswirkungen auf die Milchleistung sowie die Qualität der Biestmilch. Eine zu fette Ernährung der Zuchtsau führt zum Beispiel dazu, dass die Biestmilch verfettet, was zu Fettdurchfall bei den Ferkeln führen kann.

Ein frisch geborenes Ferkel verfügt über kein primäres, also eigenes, Immunsystem. Stattdessen erfolgt die Immunversorgung sekundär über die Biestmilch. Je höher die Anzahl und Qualität der abgegebenen Immunglobuline, desto besser sind die Ferkel geschützt und desto schneller können sie ein primäres Immunsystem aufbauen. Darüber hinaus werden die Ferkel über die Biestmilch mit wichtigen Probiotika versorgt. Der direkt nach der Geburt eingesetzte Milchaustauscher verstärkt diese Wirkungen der Biestmilch und hat direkte Auswirkungen auf die Wachstumsentwicklung und Gesundheit der späteren Mastschweine.

Fazit

Die Schweinemast gehört zu den anspruchsvollsten landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Einerseits werden vom Markt und den Verbrauchern immer höhere Anforderungen an die Fleischqualität gestellt, andererseits sind Schweine sehr individuelle Tiere, die eine entsprechende Gestaltung der Fütterungsmethoden erfordern. Derzeit sind verschiedene Produkte und Systeme zur Schweinefütterung erhältlich, die alle bestimmte Vorteile und Nachteile mit sich bringen. In der Wissenschaft sind Nutzen und Effektivität dieser verschiedenen Fütterungsmethoden teilweise heftig umstritten, was heute noch als Standard in der Schweinemast gilt, kann morgen schon überholt sein. Es lässt sich jedoch feststellen, dass eine optimale Schweinefütterung am besten an gesunden und fleischreichen Tieren sowie einem vertretbaren Kostenaufwand gemessen werden kann.

Auch die Bereitschaft der Tiere zur Aufnahme von Schweinefutter kann ein Indikator für die Qualität der Fütterung sein. Neben dem richtigen Futter spielen jedoch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle für die Futteraufnahme. Schweine gehören zu den wählerischsten Zuchttieren überhaupt. Zunächst kommt es bei der Futteraufnahme auf die Schmackhaftigkeit an. In der Regel empfinden Schweine das Futter als schmackhaft, an das sie möglichst früh gewöhnt werden. Spätere Futterumstellungen können zur Ablehnung des Futters führen. Aber auch unangenehmer Geruch, der Feuchtigkeitsgehalt des Futters sowie die Struktur können die Nahrungsaufnahme beeinflussen. Neben der Auswahl des richtigen Futters sollte also auch die Hygiene an den Futterstellen gewährleistet und ständig kontrolliert werden.