Wer Grassilage oder Maissilage aus einem Fahrsilo entnimmt, muss den wöchentlichen Vorschub kennen. Er gibt an, wie viele Meter sich die Silofront pro Woche zurückbewegt. Er hängt davon ab, wie viel Silage die Tiere in dieser Zeit verbrauchen und wie groß die Anschnittfläche ist, also die senkrechte Fläche der geöffneten Silofront.
Die Grundrechnung lautet: Vorschub (m/Woche) = entnommenes Silagevolumen (m³/Woche) ÷ Anschnittfläche (m²). Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt für Fahrsilos als Planungsrichtwert etwa 2 m Vorschub pro Woche. So prüfen Sie, ob die Anschnittfläche zur wöchentlichen Entnahmemenge passt.
Vorschub aus Menge und Anschnittfläche berechnen
Entnahmemenge und Anschnittfläche müssen zur gleichen Silage gehören. Entnehmen Sie zum Beispiel Grassilage aus einem Silo, teilen Sie die Wochenmenge durch die Anschnittfläche dieses Silos.
Nach dem Kürzen der Einheiten bleibt Meter pro Woche übrig. Für einen gewünschten Vorschub lässt sich die erforderliche Anschnittfläche umstellen: Anschnittfläche (m²) = Wochenmenge (m³/Woche) ÷ Zielvorschub (m/Woche).
Wenn die Entnahmemenge zunächst in Tonnen Frischmasse vorliegt, muss sie in ein Volumen umgerechnet werden. Frischmasse (FM) ist das Futter mit Wasser. Trockenmasse (TM) ist der Anteil des Futters, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt die Umrechnung so: FM (t) = Silagevolumen (m³) × TM-Dichte (t TM/m³) ÷ TM-Anteil. Den TM-Anteil setzen Sie als Dezimalzahl ein. Für die Umrechnung benötigen Sie die TM-Dichte und den TM-Gehalt der jeweiligen Silage. Ein pauschaler Wert verfälscht das Ergebnis. Die Futterplanung der LfL erläutert außerdem, wie sich Silagevolumen aus den Siloabmessungen abschätzen lässt.
Beispielwerte für Milchviehbetriebe
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen führt für 120 Kühe einschließlich Jungvieh einen Jahresbedarf von rund 3.600 m³ Silage an. Bei gleichen Anteilen Gras- und Maissilage entfallen jeweils etwa 1.800 m³ auf eine Silageart, was in der Planung rund 35 m³ pro Woche und Silageart ergibt. Bei einer Anschnittfläche von 17 m² entspricht das gut 2 m Vorschub pro Woche.
Für 200 Kühe nennt die Kammer 6.000 m³ Silage pro Jahr. Bei je 3.000 m³ Gras- und Maissilage und rund 58 m³ Wochenmenge pro Silageart ergeben sich mit einer Anschnittfläche von 29 m² genau 2 m Vorschub pro Woche. Die Werte stammen aus der Planungstabelle der Landwirtschaftskammer und dienen als Beispiele. Für die eigene Planung müssen Sie den Futterbedarf und die tatsächlichen Siloabmessungen berechnen.
Als Orientierungswerte für die Jahresplanung nennt die Kammer in ihrer Abschätzung des Silagelagerbedarfs etwa 20 m³ Silage je Milchkuh und Jahr sowie im Mittel etwas mehr als 10 m³ je Jungtier. Für den Vorschub am Fahrsilo empfiehlt sie rund 2 m pro Woche; als saisonale Richtwerte nennt sie 1,50 m im Winter und 2,50 m im Sommer. Die Angaben stehen im Zusammenhang mit der Planung von Fahrsilos.
Anschnittfläche und Silomaße zusammen planen
Bei einem rechteckigen Silagequerschnitt ergibt sich die Anschnittfläche aus der tatsächlichen Füllhöhe mal der Silagebreite. Bei ungleichmäßiger Füllhöhe verwenden Sie die mittlere Höhe; schräge Seiten und Überhöhungen müssen in der Querschnittsfläche berücksichtigt werden. Die Silohöhe muss zugleich zur Arbeitshöhe des Entnahmegeräts passen.
Die Kammer nennt außerdem eine Mindestbreite von 8 m, wenn parallel entladen und verdichtet werden soll. Ihre Tabelle weist für das 120-Kühe-Beispiel dennoch eine Breite von 7 m aus. Die Tabellenwerte dienen nur zur Orientierung. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Silo die baulichen Anforderungen Ihres Betriebs erfüllt. Ein zu schmales Silo erschwert das Befüllen; ein zu langes Silo erhöht den Fahrweg bei der Entnahme.
Für die ganzjährige Fütterung nennt die Kammer überschlägig insgesamt rund 100 m Silolänge je Silageart, also für Mais und Gras jeweils über die dafür genutzten Silokammern zusammen. Wie lang das Silo tatsächlich sein muss, hängt vom Bedarf und vom nutzbaren Silovolumen ab. Die LfL empfiehlt zudem, eine Futterreserve von etwa 25 Prozent einzuplanen. Markierungen an der Silowand helfen, die zurückgelegte Strecke der Silofront über einen festgelegten Zeitraum zu messen und die verbleibende Nutzungsdauer abzuschätzen.
