Beim Silieren von Mais und anderem Futter beeinflusst die Verdichtung, wie viel Luft im Silo bleibt. Eine hohe Dichte verringert die Hohlräume zwischen den Pflanzen. Dadurch dringt weniger Sauerstoff ein, und Hefen und Schimmelpilze finden schlechtere Bedingungen für ihre Vermehrung. So sinkt das Risiko, dass sich die Silage während der Lagerung oder beim Entnehmen erwärmt und verdirbt.
Die Dichte beschreibt, wie viel Silage in einem bestimmten Raumvolumen steckt. Die Porosität ist der Anteil der Hohlräume, durch die Luft wandern kann. Für Maissilage nennt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen Orientierungsbereich von 230 bis 270 Kilogramm Trockenmasse je Kubikmeter bei einem Trockenmassegehalt von 30 bis 33 Prozent. Trockenmasse (TM) ist der Anteil des Futters, der übrig bleibt, wenn man das Wasser abzieht. Die Werte beziehen sich auf Maissilage und sind keine allgemeingültige Vorgabe für jede Silage.
Warum eine hohe Dichte Verderb bremst
Luft gelangt in die Zwischenräume der Silage, wenn das Erntegut locker liegt. Je dichter die Silage liegt, desto weniger Hohlräume gibt es und desto langsamer bewegt sich Luft im Silostock. So steht Hefen und Schimmelpilzen weniger Sauerstoff für ihr Wachstum zur Verfügung. Die Universität Wisconsin beschreibt Dichte und Trockenmassegehalt als entscheidende Größen für die Porosität und den Luftstrom im Silo.
Sauerstoff fördert Verderb durch Vorgänge, die unter Luftzutritt ablaufen. Solche Vorgänge heißen aerob. Dabei erwärmt sich die Silage; Nährstoffe und Futterwert gehen verloren. Während der Entnahme gelangt an der Anschnittfläche erneut Luft an das Futter. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen weist deshalb auch für die Futterentnahme auf Erwärmung und Verluste durch Lufteintritt hin.
Eine hohe Dichte schafft allerdings keine luftdichte Lagerung. Wird die Folie undicht oder bleibt sie schlecht beschwert, dringt weiterhin Luft ein. Verdichtung, sorgfältiges Abdecken und ein gleichmäßiger Vorschub beim Entnehmen gehören daher zusammen.
Maissilage gleichmäßig verdichten
Für eine gleichmäßige Verdichtung sollte das Erntegut in dünnen Schichten verteilt werden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt etwa 15 Zentimeter Schichtdicke, eine Fahrgeschwindigkeit von rund 4 Kilometern pro Stunde und mindestens drei Überfahrten über dieselbe Stelle. Als Orientierung nennt sie außerdem einen Reifendruck von 2,0 bis 3,5 bar. Diese Angaben sind Praxisempfehlungen für die Maissilierung und müssen zu Erntegut, Technik und Silogeometrie passen.
Wie gut sich das Futter verdichten lässt, hängt vom Trockenmassegehalt ab: Je trockener das Erntegut ist, desto schwieriger ist es, eine hohe Dichte zu erreichen. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt deshalb bei höherem Trockenmassegehalt eine kürzere Häcksellänge und intensiveres Walzen. Bleibt trockenes Material zu locker, steigt das Risiko, dass Luft in den Hohlräumen wandert.
Auch Gewicht und Einsatzzeit der Walzfahrzeuge zählen. In einer Untersuchung von 175 Fahrsilos in Wisconsin hing die erreichte Dichte mit der Dicke der verteilten Schichten, dem Traktorgewicht und der Walzzeit je Tonne Frischmasse zusammen. Zusammen erklärten diese Faktoren jedoch nur 18,2 Prozent der Unterschiede in der Trockenmasse-Dichte. Die Untersuchung zu Fahrsilo-Dichten zeigt damit auch: Einzelne Richtwerte garantieren keine bestimmte Dichte.
Abdecken und Entnehmen gehören dazu
Nach dem Verdichten sollte das Silo luftdicht abgedeckt und die Folie ausreichend beschwert werden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt eine Unterziehfolie zusammen mit einer Silofolie, also mindestens zwei Folienlagen. Undichte Stellen sowie schlecht gesicherte Ränder lassen Luft eindringen und begünstigen Verderb besonders in den oberen und seitlichen Bereichen.
Beim Entnehmen sollte die Anschnittfläche möglichst gleichmäßig bleiben. An einer aufgelockerten oder unebenen Fläche kann Luft tiefer in den Silostock gelangen. Verdichtung schützt das Futter während der Lagerung, ersetzt aber nicht den Schutz vor Luft während der Entnahme.
Schimmelstellen gehören nicht in den Trog. Schimmel kann gesundheitsschädliche Stoffe bilden. Bei einem Schimmelnest sollten laut den Hinweisen zur Gärqualität von Silage mindestens 30 Zentimeter Silage um das sichtbare Nest herum entfernt werden.
