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Siebkasten für Mischrationen

Bei einer Mischration für Milchkühe zeigt ein Siebkasten, wie sich lange, mittlere und feine Futterbestandteile verteilen. Damit prüfen Sie, ob der Futtermischwagen die Ration gleichmäßig vorlegt und ob die Kühe einzelne Bestandteile aussortieren. Das Ergebnis ist eine praktische Orientierung für die Fütterung, ersetzt aber keine Rationsberechnung.

Ein Siebkasten, auch Futterschüttelbox genannt, trennt eine Futterprobe mit Sieben unterschiedlicher Öffnungsgröße in Teile, die gewogen und meist als Prozent der Gesamtprobe angegeben werden. Die folgenden Orientierungswerte beziehen sich auf Mischrationen für Milchkühe. Sie sind nicht ohne Weiteres auf Schweine oder Kälber übertragbar.

Was die drei Siebe über die Ration zeigen

Ein dreiteiliger Kasten wie der im KWS-Fütterungsratgeber beschriebene trennt die Probe in Partikel über 19 Millimeter, zwischen 8 und 19 Millimetern sowie unter 8 Millimetern. Längere Futterbestandteile regen die Kühe zum Wiederkauen an und helfen, im Pansen, einem Vormagen der Kuh, eine Futterschicht mit groben und feinen Bestandteilen zu bilden. Feine Bestandteile passieren das untere Sieb.

KWS nennt als grobe Orientierung für eine Mischration diese Gewichtsanteile: mindestens 6 bis 10 Prozent im oberen Sieb, 30 bis 50 Prozent im mittleren Sieb und 40 bis höchstens 60 Prozent im unteren Sieb. Gemeint sind Gewichtsanteile an der untersuchten Probe. Diese Bereiche sind Richtwerte und gelten nicht für jede Ration. Das Ergebnis hängt von den verwendeten Futtermitteln und davon ab, wie sie gemischt und zusammengesetzt sind. Weniger als 6 Prozent im oberen Sieb oder mehr als 60 Prozent im unteren Sieb gelten laut KWS als kritisch für die Strukturversorgung.

Ein anderes verbreitetes Verfahren ist der Penn-State-Partikeltrenner. Seine Siebe trennen bei 19, 8 und 4 Millimetern; das zusätzliche 4-Millimeter-Sieb ermöglicht eine genauere Betrachtung feiner Futterpartikel. Die Penn State University weist darauf hin, dass es keine einzelne Siebgröße gibt, die für alle Rationen und Futtermittel gleichermaßen passt. Deshalb sollten Ergebnisse nur mit den Richtwerten des jeweils verwendeten Verfahrens verglichen werden.

So nehmen Sie eine Probe und schütteln sie

Damit die Kontrolle aussagekräftig ist, muss die Probe die Ration wiedergeben, die tatsächlich am Futtertisch liegt. Nehmen Sie sie daher frisch nach dem Vorlegen und bevor die Kühe gefressen oder selektiert haben. Beim Mischen und Verteilen werden Futterbestandteile zerkleinert. Deshalb kann eine Probe aus dem Futtermischwagen anders ausfallen als eine Probe von der Ration am Futtertisch.

Für den dreiteiligen KWS-Kasten wird eine Futterprobe verwendet. Geben Sie das Futter auf das oberste Sieb und stellen Sie den Kasten auf eine ebene Fläche. Nach der KWS-Anleitung schütteln Sie jede Seite fünfmal, drehen den Kasten um eine Vierteldrehung und wiederholen die Bewegungen, bis Sie 40 Schüttelbewegungen ausgeführt haben. Wiegen Sie anschließend den Inhalt jeder Siebschale. Teilen Sie das Gewicht jeder Fraktion durch das Gewicht der Gesamtprobe und rechnen Sie das Ergebnis in Prozent um.

Beim Vergleich sollten Sie immer denselben Kastentyp und dieselbe Schüttelmethode verwenden. Ein Praxisvergleich verschiedener Schüttelboxen zeigte, dass die Ergebnisse zwischen Modellen deutlich auseinanderliegen können. Nutzen Sie die Werte daher am besten, um Veränderungen mit demselben Gerät über die Zeit zu verfolgen. Zwischen Betrieben sind sie nicht uneingeschränkt vergleichbar.

Sortieren erkennen: frische Ration mit Resten vergleichen

Um zu prüfen, ob Kühe selektiv fressen, nehmen Sie eine zweite Probe aus den Futterresten und sieben sie auf dieselbe Weise. Weichen die Anteile deutlich von denen in der frischen Ration ab, haben die Tiere bestimmte Bestandteile bevorzugt oder liegen gelassen. Häufig lässt sich das an weniger langen Partikeln und einem höheren Anteil feiner Bestandteile in den Resten erkennen.

Kühe sortieren Futter auf natürliche Weise. Eine Untersuchung an Kühen in der Übergangszeit nutzte den Penn-State-Partikeltrenner, um lange, mittlere, kurze und feine Bestandteile der Mischration zu unterscheiden. In der Kontrollgruppe fraßen die Kühe weniger lange Partikel. Das Ergebnis gilt für die untersuchte Tiergruppe und Fütterung. Es lässt sich nicht automatisch auf jede Herde übertragen. Wenn Kühe Futterbestandteile aussortieren, nehmen sie im Tagesverlauf eine andere Nährstoffzusammensetzung auf als die Mischration am Futtertisch.

Bei einer Teilmischration fressen die Kühe zusätzlich Kraftfutter aus einer Abrufstation. Berücksichtigen Sie dieses Kraftfutter bei der Beurteilung. KWS empfiehlt, es für die Auswertung dem unteren Sieb zuzuordnen. Sonst bildet der Siebtest die gesamte Futteraufnahme nicht passend ab.

Was auffällige Werte bedeuten

Ein hoher Anteil langer Futterbestandteile zeigt, dass die Probe mehr grobe Bestandteile enthält. Allein daraus lässt sich aber nicht schließen, dass die Ration ausgewogen ist. Ebenso kann ein hoher Feinanteil auf starke Zerkleinerung oder eine feine Zusammensetzung hindeuten. Prüfen Sie bei auffälligen Ergebnissen deshalb auch die Ration am Futtertisch und wie der Futtermischwagen das Futter mischt.

Enthält die Ration zu wenig grobe Futterbestandteile, die das Wiederkauen anregen, bilden die Kühe weniger Speichel. Der Speichel puffert den Inhalt des Pansens, also des Vormagens der Kuh. Fressen die Kühe bevorzugt leicht aufnehmbare Bestandteile und lassen grobe Futterbestandteile liegen, kann die Ration zu wenig wiederkauanregendes Futter liefern, obwohl die berechnete Ration ausreichende Werte zeigt. Umgekehrt lässt sich aus einem einzelnen Siebtest keine Diagnose einer Pansenstörung ableiten.

Auch der Trockenmassegehalt, also der Futteranteil ohne Wasser, spielt eine Rolle. Trockene Rationen mit mehr als 45 Prozent Trockenmasse neigen laut KWS eher zum Entmischen und fördern damit selektives Fressen. Sehr feuchte Rationen mit weniger als 35 Prozent Trockenmasse können die Trockenmasseaufnahme und die strukturelle Wirkung beeinträchtigen. Diese Bereiche dienen zur Orientierung. Der Trockenmassegehalt allein erklärt weder das Aussortieren von Futter noch eine niedrige Futteraufnahme.