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Kraftfutteraufnahme als Signal für das Absetzen von Kälbern

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Beim Absetzen wird die Milchtränke schrittweise beendet. An der Kraftfutteraufnahme lässt sich erkennen, ob ein Kalb schon genug feste Nahrung frisst, um die Milchtränke schrittweise zu beenden. Kraftfutter für Kälber wird häufig auch Kälberstarter genannt. Es liefert Nährstoffe und regt die Entwicklung des Pansens an, also des Vormagens, der später einen großen Teil der Verdauungsarbeit übernimmt.

Für die Entscheidung zählt, ob das Kalb regelmäßig über mehrere Tage Kraftfutter aufnimmt, nicht ein hoher Wert an nur einem Tag. Neben der individuellen Futteraufnahme zählen der Gesundheitszustand und eine langsame Verringerung der Milch. Einen allgemein gültigen Kilogrammwert für alle Betriebe gibt es nicht.

Was die Futteraufnahme über die Absetzbereitschaft aussagt

Mit dem Kraftfutter lernt das Kalb, feste Nahrung zu fressen. Die Stärke fördert dabei die Entwicklung der Pansenflora, also der Mikroorganismen im Pansen, die später bei der Verdauung helfen. Milch versorgt junge Kälber zunächst mit einem großen Teil ihrer Energie. Deshalb zeigt eine steigende Kraftfutteraufnahme, dass sich die Ernährung zunehmend auf feste Nahrung stützt.

Eine Untersuchung an einem Betrieb in Kanada setzte das Absetzen an der Aufnahme von Kälberstarter fest. In diesem Versuch wurde die Milchmenge schrittweise reduziert, sobald die Kälber im Durchschnitt der vorangegangenen drei Tage bestimmte Ziele für die Futteraufnahme erreichten. Das Absetzen war bei 1.300 Gramm Kälberstarter pro Tag vorgesehen. Für die Zwischenschritte galten 225 und 675 Gramm pro Tag. Ein einzelner Tag unter der Hälfte des jeweiligen Zielwerts genügte nicht, um den Schritt auszulösen. Die Untersuchung zeigt, wie ein Betrieb die gemessene Futteraufnahme in einen Absetzplan einbauen kann. Ihre Schwellenwerte stammen jedoch aus einem bestimmten Versuchsablauf mit automatischen Fütterungsstationen und sind keine allgemeine Vorgabe für alle Kälber.

Für die Praxis ist daher vor allem das Prinzip übertragbar: Die Aufnahme über mehrere Tage beobachten und den Milchabbau daran ausrichten. Frisst ein Kalb an einem Tag viel und am nächsten kaum, ist die Aufnahme noch nicht stabil. Auch ein Rückgang der Futteraufnahme zusammen mit Krankheitsanzeichen spricht gegen einen Absetzschritt, bis die Ursache geklärt ist.

Die individuelle Aufnahme richtig beobachten

Entscheidend ist, was das einzelne Kalb frisst. In einer Gruppenbucht lässt sich die Aufnahme nicht zuverlässig aus der verschwundenen Futtermenge ableiten: Ein Kalb kann viel fressen, während ein anderes kaum an den Trog gelangt. Wo keine Einzeltierstation vorhanden ist, helfen getrennte Fressplätze oder eine vorübergehende individuelle Erfassung. Die gemeinsame Futteraufnahme der Gruppe eignet sich nicht als Ersatz für den Einzelwert.

Im Alltag lässt sich die Aufnahme erfassen, indem die Futtermenge pro Kalb und die späteren Reste gewogen und täglich notiert werden. Gleichbleibende Fütterungs- und Messzeiten machen die Werte besser vergleichbar. Achten Sie zusätzlich darauf, ob das Kalb den Trog tatsächlich nutzt und ob Krankheit, Futterwechsel oder eingeschränkter Zugang den Wert erklären könnten. Das Wiegen des Futters und der Reste ist eine praktische Beobachtungsmethode. Die hier verfügbaren Empfehlungen nennen jedoch keinen allgemein geprüften Schwellenwert für solche Handmessungen.

Auch die Form des Futters zählt. Eine Trocken-TMR ist eine Mischung aus Kraftfutter und Raufutter, also etwa strukturreichem Futter wie Heu. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt, sie ab mindestens der zweiten Lebenswoche während der gesamten Milchfütterung zur freien Aufnahme anzubieten und noch zwei bis drei Wochen über das Absetzen hinaus beizubehalten. Stets verfügbares frisches Wasser gehört ebenfalls dazu. Bei dieser Mischung zeigt die gefressene Menge nicht, wie viel Kraftfutter das Kalb allein aufgenommen hat. Der Messwert muss deshalb zum angebotenen Futter passen. Die LfL-Empfehlungen zur Kälber-Trocken-TMR nennen für die Mischung 15 bis 35 Prozent Raufutter und 65 bis 85 Prozent Kraftfutter, jeweils bezogen auf die Frischmasse.

Milch schrittweise reduzieren und den Pansen berücksichtigen

Eine hohe Kraftfutteraufnahme ersetzt nicht die Zeit, die der Pansen für seine Entwicklung braucht. Penn State Extension weist darauf hin, dass sich die Gemeinschaft der Pansenbakterien nach der ersten Getreideaufnahme erst über etwa zwei bis drei Wochen entwickelt. Deshalb sollte ein Betrieb Kraftfutter früh anbieten und die Milch schrittweise reduzieren, statt eine hohe Aufnahme an einem einzelnen Tag als Signal für ein abruptes Absetzen zu behandeln.

Der Absetzplan muss zur bisherigen Milchmenge und zum angebotenen Futter passen. Ein Orientierungswert aus der genannten kanadischen Untersuchung sind 1.300 Gramm Kälberstarter täglich als Absetzpunkt innerhalb ihres Versuchsprotokolls. Andere Empfehlungen beziehen sich auf andere Fütterungssysteme: Penn State beschreibt beispielsweise frühes Absetzen in einem System, in dem Kälber schon jung Getreide fressen. Daraus ergibt sich kein allgemeiner Zielwert, der für alle Fütterungssysteme gilt. Die Hinweise zur Pansenentwicklung und zum Absetzen unterstreichen, dass Futteraufnahme und Entwicklungszeit zusammen betrachtet werden müssen.

Bleibt die Kraftfutteraufnahme niedrig, sollte der Betrieb nicht einfach die Milch kürzen, um den Appetit auf Festfutter zu steigern. Prüfen Sie zunächst Gesundheit, Futterangebot und Zugang zum Fressplatz. Der kanadische Versuch legte außerdem einen spätesten Zeitpunkt fest: Kälber, die das Aufnahmeziel bis zum 84. Lebenstag nicht erreicht hatten, wurden anschließend über sieben Tage schrittweise abgesetzt. Das war eine Regel dieses Versuchs und keine allgemeine Empfehlung für den Betrieb.

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