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Kornaufschluss in Maissilage richtig bewerten

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Bei Maissilage zählt nicht nur der Stärkegehalt. Entscheidend ist auch, ob die Rinder die Stärke aus den Körnern nutzen können. Dazu muss sie im Pansen, einem Vormagen der Rinder, verfügbar sein. Der Kornaufschluss beschreibt, wie stark der Häcksler die Maiskörner beim Ernten zerquetscht und zerkleinert. Gut aufgeschlossene Körner geben ihre Stärke im Pansen leichter frei. Bei weitgehend ganzen Körnern passiert ein Teil der Stärke den Verdauungstrakt ungenutzt.

Der Nährstoffbericht allein reicht zur Beurteilung nicht aus. Eine übliche Futteranalyse zeigt die Nährstoffgehalte, aber nicht zuverlässig die physische Beschaffenheit der Maiskörner. Deshalb braucht es eine gezielte Siebanalyse und eine praktische Kontrolle der Häckselqualität.

Woran sich guter Kornaufschluss erkennen lässt

Ein Korn ist gut aufgeschlossen, wenn es deutlich zerquetscht oder in mehrere Stücke zerteilt ist. Ein bloßer Kratzer oder eine kleine Kerbe reicht nicht. In der frisch gehäckselten Probe sollten kaum ganze oder halbierte Körner zu finden sein. Sehr fein zerkleinerte Körner sind mit bloßem Auge mitunter schwer zu erkennen; eine reine Sichtprüfung kann den Aufschluss deshalb falsch einschätzen. Darauf weist auch der LKV Sachsen hin.

Zur objektiven Bewertung dient der CSPS (Corn Silage Processing Score), auf Deutsch etwa „Kornaufschluss in der Maissilage“. Bei der Methode der LUFA NRW wird die Silage durch ein Sieb mit 4,75 Millimetern Maschenweite getrennt. Danach misst das Labor, wie viel von der gesamten Stärke im Material liegt, das durch das Sieb fällt. Ein CSPS von 70 Prozent bedeutet: 70 Prozent der Stärke stecken in Teilchen, die kleiner als 4,75 Millimeter sind.

Nach den Einstufungen der LUFA NRW gilt ein Wert unter 50 Prozent als unzureichend. Von 50 bis unter 70 Prozent besteht Verbesserungsbedarf; ab 70 Prozent gilt der Kornaufschluss als gut, über 75 Prozent als sehr gut. Diese Werte gehören zur 4,75-Millimeter-Methode. Andere Labore verwenden teils ein 5-Millimeter-Sieb und andere Schwellenwerte. Ergebnisse verschiedener Siebmethoden sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Warum der Aufschluss die Stärkeverwertung beeinflusst

Die Kornschale erschwert den Mikroorganismen im Pansen den Zugang zur Stärke. Der Corncracker, ein Walzenwerk im Feldhäcksler, zerdrückt die Körner und vergrößert die zugängliche Oberfläche. So können die Pansenmikroben die Stärke leichter abbauen und für ihre eigene Energieversorgung nutzen. Ein guter Aufschluss verbessert damit die Verfügbarkeit der Stärke und kann die Energieverwertung der Silage fördern, wie die LUFA NRW zum CSPS erläutert.

Wenn die Körner nicht ausreichend zerkleinert sind, wird ein größerer Teil der Stärke im Pansen nicht vollständig abgebaut. Ein Teil kann im Kot wiederauftauchen und geht dem Tier als Energiequelle verloren. Studien, auf die die Landwirtschaftskammer Kärnten verweist, zeigen einen Zusammenhang zwischen schlechterem Kornaufschluss und mehr ausgeschiedener Stärke.

Ein guter CSPS garantiert allerdings keine bestimmte Milchleistung. Die Wirkung hängt auch von der Ration und der Futteraufnahme ab. Der Wassergehalt der Gesamtpflanze spielt ebenfalls eine Rolle; die berichteten Effekte auf die Milchmenge sind nicht durchgehend gleich. Deshalb sollte der CSPS zusammen mit den übrigen Futterwerten und der Rationsgestaltung beurteilt werden.

Was bei zu wenig Quetschung zu tun ist

Findet sich in der Probe ein hoher Anteil ganzer oder nur angeritzter Körner, sollte der Häckslerfahrer zuerst den Corncracker prüfen. Zu den möglichen Ursachen zählen verschlissene oder falsch eingestellte Walzen sowie eine zu hohe Durchsatzgeschwindigkeit. Der LKV Sachsen empfiehlt als Orientierung einen Walzenspalt von 1 bis 2 Millimetern und rät, den tatsächlichen Abstand zu kontrollieren, statt sich allein auf die Anzeige der Einstellung zu verlassen. Die passende Einstellung hängt auch von Maschine und Erntebedingungen ab.

Eine kürzere Häcksellänge kann den Kornaufschluss unterstützen, darf aber nicht auf Kosten der Strukturversorgung gehen. Zu kurze oder ungleichmäßige Häcksel können dazu führen, dass Kühe feine Futterbestandteile bevorzugt aufnehmen und lange, grobe Teile liegen lassen. Dadurch sinkt die Aufnahme strukturwirksamer Fasern, die das Wiederkauen und ein stabiles Pansenmilieu unterstützen. Prüfen Sie deshalb neben den Körnern auch, ob die Häcksel gleichmäßig sind und ausreichend strukturreiches Pflanzenmaterial enthalten.

Lassen Sie eine Probe untersuchen, die für die gesamte Maissilage steht. Das Labor kann darin den CSPS bestimmen. Die übliche Futteranalyse zeigt den Stärkegehalt, aber nicht, wie gut der Häcksler die Körner zerkleinert hat. Bei der Interpretation müssen Sie außerdem die Siebgröße des Labors beachten. Ein früher Öffnungstermin kann die Stärkeverdaulichkeit zusätzlich begrenzen, weil sich die Stärke während der Lagerung weiter verändert. Kornaufschluss und Lagerdauer sind daher getrennte Einflussfaktoren.

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