Bei Rindern, Schweinen und Kälbern zeigt die Futterverwertung, wie viel Futter für einen bestimmten Gewichtszuwachs eingesetzt wurde. Sie wird berechnet, indem die aufgenommene Futtermenge durch den Zuwachs im selben Zeitraum geteilt wird. Das Ergebnis steht meist in Kilogramm Futter je Kilogramm Zuwachs.
Der Wert ist nur aussagekräftig, wenn Futtermenge und Gewichtszuwachs für denselben Zeitraum erfasst sind. Wer etwa Futter für eine Gruppe über einen Mastabschnitt erfasst, muss auch den Zuwachs dieser Gruppe genau für diesen Abschnitt berechnen. Außerdem muss klar sein, ob die Futtermenge im Frischgewicht oder als Trockenmasse angegeben ist.
Die Grundformel für die Futterverwertung
Die Formel lautet:
Futterverwertung = aufgenommene Futtermenge ÷ Gewichtszuwachs
Der Wert gibt an, wie viele Kilogramm Futter auf ein Kilogramm Zuwachs entfallen. Ein niedrigerer Wert bedeutet bei vergleichbarer Tiergruppe, Fütterung und Berechnungsweise, dass weniger Futter für denselben Zuwachs eingesetzt wurde.
Der Zuwachs ergibt sich aus dem Endgewicht minus dem Anfangsgewicht. Bei einer Gruppe werden dafür die Gesamtgewichte zu beiden Zeitpunkten verglichen. Wird mit Durchschnittsgewichten gerechnet, müssen auch die Tierzahlen berücksichtigt werden: Ein Durchschnittsgewicht allein zeigt den Gruppenzuwachs nicht, wenn sich die Zahl der Tiere verändert hat.
Futtermenge und Zuwachs für denselben Zeitraum erfassen
Die Berechnung ist nur stimmig, wenn beide Größen denselben Bezugszeitraum abdecken. Werden beispielsweise vier Wochen Futter erfasst, muss auch der Gewichtszuwachs genau über diese vier Wochen bestimmt werden. Ein Futterwert aus einem ganzen Mastabschnitt lässt sich nicht sinnvoll durch den Zuwachs einer einzelnen Woche teilen.
Für die Futtermenge zählt das Futter, das die Tiere tatsächlich aufgenommen haben. Wurde mehr Futter vorgelegt, als die Tiere gefressen haben, müssen die Reste abgezogen werden. Futterverluste, etwa durch Verschütten, sollten ebenfalls berücksichtigt werden, wenn sie sich erfassen lassen. Andernfalls beschreibt die Rechnung den Futtereinsatz einschließlich Verlusten und nicht allein die Aufnahme durch die Tiere.
Bei Zu- und Abgängen muss die Rechnung die Veränderungen erfassen: Verkäufe und Verlegungen betreffen das Gesamtgewicht der Gruppe, verendete Tiere die Tierzahl und den erfassten Zuwachs. Deshalb sollten Anfangs- und Endbestand sowie Zu- und Abgänge dokumentiert werden. Bei wechselnder Gruppenzusammensetzung ist eine einfache Rechnung mit nur zwei Durchschnittsgewichten häufig nicht ausreichend.
Frischgewicht und Trockenmasse unterscheiden
Frischfutter enthält Wasser. Die Trockenmasse (TM) bezeichnet den Futteranteil, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt. Zwei Futtermittel können im Frischgewicht gleich viel wiegen und dennoch sehr unterschiedliche Trockenmassemengen liefern. Deshalb sind Futterverwertungswerte nur vergleichbar, wenn die Futtermenge auf derselben Grundlage berechnet wurde.
Wer mit Frischgewicht rechnet, teilt die aufgenommene Frischfuttermenge durch den Zuwachs. Für Vergleiche zwischen Rationen, die unterschiedlich viel Wasser enthalten, ist die Berechnung auf Trockenmassebasis aussagekräftiger. Dafür wird die Futteraufnahme in Trockenmasse umgerechnet, bevor sie durch den Zuwachs geteilt wird. Wichtig ist, die gewählte Grundlage beim Ergebnis anzugeben, etwa „kg Frischfutter je kg Zuwachs“ oder „kg TM je kg Zuwachs“.
Auch bei Kälbern muss die Rechnung alle aufgenommenen Futtermittel erfassen: Wird Milch oder Milchaustauscher zusätzlich zu festem Futter verfüttert, hängt das Ergebnis davon ab, ob diese Futterkomponenten mit erfasst werden. Für Vergleiche muss dieselbe Abgrenzung gelten.
Was ein Vergleich aussagt
Die Futterverwertung ist nur dann direkt vergleichbar, wenn Tierart und Entwicklungsabschnitt, Zeitraum und Berechnungsweise zusammenpassen. Ein Wert für eine Gruppe in einem kurzen Abschnitt sagt nicht automatisch etwas über die gesamte Mast aus. Ebenso lassen sich Ergebnisse auf Frischfutterbasis nicht ohne Umrechnung mit Werten auf Trockenmassebasis vergleichen.
Der Kennwert beschreibt den Futtereinsatz je Gewichtszuwachs. Er zeigt für sich allein weder die Kosten noch den wirtschaftlichen Erfolg: Dafür müssen unter anderem Futterpreise und weitere Aufwendungen berücksichtigt werden. Für die betriebliche Auswertung sollten neben dem Ergebnis immer der Zeitraum, die Tiergruppe, die erfassten Futtermittel und die Berechnungsgrundlage stehen.
