Bullenmast

Salz in der Rinderfütterung

Salz in der Rinderfütterung
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Inhalt4 Abschnitte
  1. Was Natrium und Chlorid in der Ration bedeuten
  2. Salz und Trinkwasser gehören zusammen
  3. Die Kationen-Anionen-Bilanz hängt von der Fütterungsphase ab
  4. So prüfen Sie die Salzversorgung im Betrieb

Kochsalz besteht aus Natrium und Chlorid. Beide Mineralstoffe gehören zur Rinderration, doch die passende Menge hängt von der gesamten Fütterung ab. Zu berücksichtigen sind das Salz und die Mineralstoffe aus dem Mineralfutter. Auch die Gehalte der übrigen Futtermittel fließen ein.

Für die Praxis gilt: Salz nicht pauschal nach Gefühl ergänzen, sondern die gesamte Ration betrachten und jederzeit sauberes Trinkwasser anbieten. Bei Milchkühen spielt außerdem die Kationen-Anionen-Bilanz eine Rolle. Sie beschreibt, wie bestimmte Mineralstoffe das Säure-Basen-Gleichgewicht der Kuh beeinflussen.

Was Natrium und Chlorid in der Ration bedeuten

Natrium und Chlorid sind Elektrolyte. So heißen gelöste Mineralstoffe, die unter anderem den Wasserhaushalt des Körpers unterstützen. Kochsalz liefert beide gemeinsam. Bei der Kontrolle der Ration zählt deshalb nicht nur, ob ein Salzleckstein im Stall hängt. Entscheidend ist auch, wie viel Natrium und Chlorid die Rinder über Grundfutter, Kraftfutter und Mineralfutter aufnehmen.

Ein Leckstein ermöglicht den Tieren eine zusätzliche Aufnahme, sagt aber allein nicht aus, wie viel Salz die Herde tatsächlich frisst. Auch ein Ergänzungsfutter kann Natrium und Chlorid enthalten. Wer die Versorgung beurteilen will, sollte daher die Futterangaben prüfen und die Ration insgesamt bewerten lassen. Die hier genannten Quellen geben keinen pauschalen Salzbedarf pro Tier an; daraus lässt sich keine allgemeingültige Dosierung ableiten. Grundlagen zur Rolle von Natrium beschreibt das Fachkapitel „Sodium“.

Salz und Trinkwasser gehören zusammen

Natrium und Chlorid werden mit dem Wasserhaushalt des Körpers reguliert. Deshalb muss Rindern, die Salz über die Ration oder einen Leckstein aufnehmen, jederzeit Trinkwasser zur Verfügung stehen. Prüfen Sie im Alltag, ob alle Tiere die Tränken erreichen und ob sie sauber und funktionsfähig sind. Besonders rangniedrige Tiere dürfen nicht durch Gedränge vom Trinken abgehalten werden.

Wasser aus einer feuchten Ration ersetzt den Zugang zur Tränke nicht. Bei Milchkuhrationen mit weniger als 35 Prozent Trockenmasse, also dem Futteranteil ohne Wasser, nehmen Kühe bei hohem Wasseranteil möglicherweise weniger Trockensubstanz auf. Diesen Zusammenhang nennt der KWS-Fütterungsratgeber. Er ist kein Grund, Tränkwasser einzuschränken: Futterwasser und frei verfügbares Trinkwasser erfüllen in der Fütterung unterschiedliche Funktionen.

Die Kationen-Anionen-Bilanz hängt von der Fütterungsphase ab

Die Kationen-Anionen-Bilanz, kurz DCAB, vergleicht bestimmte positiv geladene Mineralstoffe mit bestimmten negativ geladenen. Berücksichtigt werden vor allem Kalium und Natrium sowie Chlor und Schwefel. Die DCAB wird meist in Milliäquivalenten je Kilogramm Trockenmasse angegeben. Sie zeigt, wie die gesamte Ration auf die Bilanz wirkt. Der Kochsalzgehalt allein reicht dafür nicht.

Bei trockenstehenden Kühen, also Kühen in der Zeit vor dem Abkalben, gelten andere Ziele als bei laktierenden Kühen. Ein Fachbeitrag in top agrar nennt für trockenstehende Kühe eine niedrige bis mittlere DCAB als Orientierung zur Vorbeugung von Milchfieber. Für laktierende Kühe nennt derselbe Beitrag mindestens 150, bevorzugt 200 bis 350 Milliäquivalente je Kilogramm Trockenmasse. Eine DCAB unter 50 wird dort mit möglichen Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. Außerdem kann sie laut Beitrag mit geringerer Futteraufnahme und Problemen bei der Pansenfermentation einhergehen. Diese Werte sind phasenbezogene Orientierungen aus einem Beitrag von 2017 und keine pauschalen Empfehlungen für alle Rinder oder Rationen. Die Einordnung und die genannten Werte finden sich im Beitrag „Die Ration in Balance halten“.

Für die Bewertung zählt die ganze Ration: Futter mit viel Chlor oder Schwefel senkt die DCAB. Rapsextraktionsschrot enthält beispielsweise vergleichsweise viel Schwefel und kann laut dem Beitrag eine negative DCAB aufweisen. Kochsalz bringt sowohl Natrium als auch Chlor ein. Seine Wirkung auf die DCAB lässt sich daher nicht allein aus der Bezeichnung „Salz“ ableiten; entscheidend sind die Gehalte aller beteiligten Mineralstoffe.

So prüfen Sie die Salzversorgung im Betrieb

Erfassen Sie zuerst, welche Futtermittel und Ergänzer Natrium und Chlor liefern, einschließlich Lecksteinen und Mineralfutter; anschließend prüfen Sie, ob die betrachtete Ration zur Tiergruppe und Fütterungsphase passt. Bei trockenstehenden und laktierenden Kühen darf dieselbe DCAB-Orientierung nicht ungeprüft angewendet werden.

Wenn die Ration verändert wird, etwa durch einen anderen Anteil an Rapsextraktionsschrot, sollte die Mineralstoffbilanz mit überprüft werden. Für eine belastbare Beurteilung sind Futteranalysen und die Beratung durch eine Fütterungsfachkraft sinnvoll. Halten Sie zugleich den Zugang zu sauberem Trinkwasser sicher und kontrollieren Sie die Tränken regelmäßig.

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