Schweinefütterung

Flüssigfütterung bei Schweinen

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Bei der Flüssigfütterung werden Futter und Wasser in Mischbehältern vermischt und über Leitungen und Ausläufe zu den Schweinen geleitet. In dieser feuchten Umgebung vermehren sich Mikroorganismen leichter. Futterreste in Leitungen können neue Mischungen mit Keimen besiedeln und eine unkontrollierte Gärung auslösen. Dabei gehen Nährstoffe verloren, und es können unerwünschte Stoffe wie biogene Amine entstehen. Das sind Abbauprodukte von Eiweißbausteinen.

Für die Hygiene müssen Sie Rückstände und Ablagerungen begrenzen und die Anlage regelmäßig kontrollieren. Ein Biofilm ist ein Belag aus Mikroorganismen, die sich an Oberflächen festsetzen und eine schützende Schleimschicht bilden. Er kann sich in Behältern und Leitungen halten und lässt sich schwerer entfernen als lose Verschmutzungen. Eine allgemein gültige Reinigungsfrequenz gibt es bislang nicht; entscheidend sind Anlagentyp, Fütterungsablauf und Zustand der Leitungen.

Futterreste und Biofilm begrenzen

Bleibt Futter zwischen zwei Mahlzeiten in Leitungen oder Behältern stehen, gelangen Mikroorganismen daraus in die nächste Mischung. Das beschleunigt die Gärung und begünstigt unerwünschte Bakterien oder Hefen. Dadurch können sich die Futtereigenschaften verändern und Nährstoffe verloren gehen. Die Schweine nehmen dann möglicherweise weniger Futter auf oder bekommen Verdauungsprobleme. Welche Mikroorganismen überwiegen, hängt auch davon ab, ob Futterreste stehen bleiben und wie die Anlage das Futter verteilt. Die Fachstudie zur Hygiene in Flüssigfütterungsanlagen beschreibt diese Zusammenhänge.

Prüfen Sie deshalb, ob Behälter und Leitungen nach der Fütterung leer laufen, und kontrollieren Sie Übergänge, Ventile und Ausläufe auf Futteransammlungen. Bei Ring- oder Stichleitungen hilft eine Kontrolle der Abgänge mit Licht und Spiegel; ein sichtbarer oder fühlbarer Belag weist auf Rückstände hin. Spülwasser muss aus Trögen und Tränken entfernt werden, bevor wieder Futter ausgegeben wird. Für Leitungen empfiehlt agrarheute unter anderem eine Rohrreinigungsmaus, die Ablagerungen mechanisch löst.

Zur Hygienekontrolle gehören auch Silos und Mischbehälter samt Dichtungen. Entfernen Sie Futterreste aus dem Mischbehälter und prüfen Sie, ob beschädigte Dichtungen oder blockierte Bauteile Material zurückhalten. In Silos fördern Kondenswasser und anhaftendes Futter die Verschmutzung; regelmäßiges Entleeren und Reinigen sowie eine geeignete Belüftung helfen, Ablagerungen zu begrenzen.

Reinigen, ohne die Anlage falsch zu behandeln

Ein Reinigungsplan muss zur konkreten Anlage passen. In der Praxis reicht die Spanne laut der wissenschaftlichen Auswertung von Anlagen ohne regelmäßige Reinigung bis zur Reinigung zwischen Mastdurchgängen. Die Studien zeigen außerdem unterschiedliche Ergebnisse: Einige berichten nach der Reinigung von weniger Keimen, andere fanden keine deutlichen Veränderungen oder beobachteten, dass bestimmte Bakterien danach zunahmen. Reinigung ist daher kein Ersatz für das Vermeiden stehender Futterreste.

Leeren Sie für eine gründliche Reinigung alle zugänglichen Teile und entfernen Sie Beläge mit geeigneten Hilfsmitteln. Reinigen Sie die Teile anschließend nach den Vorgaben für die Anlage und das verwendete Mittel. Desinfizieren Sie sie, wenn dies vorgesehen ist. Ein Beispiel für eine besondere Maßnahme nennt agrarheute für leere Ställe: Leitungen zunächst mit Wasser vorspülen, dann mit Natronlauge behandeln und gründlich nachspülen. Dieses Vorgehen ist keine allgemeine Dosierempfehlung. Natronlauge darf dabei nur in einem unbelegten Stall eingesetzt werden; die Vorgaben des verwendeten Produkts zu Schutz, Einwirkzeit und Entsorgung sind einzuhalten.

Nach jeder Reinigung sollten Leitungen und Behälter vollständig gespült und entleert werden. Kontrollieren Sie anschließend, ob an den Ausläufen noch Schmutz oder Reinigungsmittelreste austreten. Notieren Sie jede Reinigung. Richten Sie die Abstände danach, wie die Anlage tatsächlich aussieht, statt ungeprüft einen festen Rhythmus zu übernehmen.

Futter und Anlage im Alltag kontrollieren

Die tägliche Kontrolle beginnt bei den Tieren und beim Futter: Nehmen die Schweine die Ration wie erwartet auf? Bleiben Reste in den Trögen zurück? Haben sich Geruch, Farbe oder Konsistenz der Mischung verändert? Ein dunkler, unangenehm riechender Belag in Leitungen ist ein Warnzeichen. Farbe und Geruch allein zeigen allerdings nicht zuverlässig, welche Mikroorganismen vorhanden sind.

Messen und dokumentieren Sie bei Bedarf den pH-Wert. Er zeigt an, wie sauer das Futter ist; ein einzelner Messwert sagt aber nicht, ob die Mischung hygienisch einwandfrei ist. Auch Temperatur, Trockenmasse und Eiweißgehalt helfen, Veränderungen im Futter oder bei der Mischung zu erkennen. Trockenmasse bezeichnet den Anteil des Futters ohne Wasser. Prüfen Sie zusätzlich Wasserqualität und Lagerung der Rohstoffe, denn verunreinigtes Wasser oder feucht gelagerte Zutaten können Keime in die Anlage eintragen. agrarheute empfiehlt außerdem, Futteraufnahme, Tierzustand und die Funktion von Pumpen, Ventilen und Wiegeeinrichtungen regelmäßig zu kontrollieren.

Lassen Sie das Futter im Labor untersuchen, wenn Geruch, pH-Wert oder Tierleistung auffällig sind oder wiederholt Probleme auftreten. Die wissenschaftliche Literatur führt als mögliche Folgen hygienisch mangelhafter Flüssigfütterung unter anderem den Abbau von Aminosäuren und die Bildung unerwünschter Gärungsprodukte auf. Gleichzeitig hängt das Ergebnis von der jeweiligen Anlage und Fütterung ab. In einer ausgewerteten Untersuchung lag die Futterverwertung bei Flüssigfütterung um bis zu 0,20 Einheiten schlechter als bei Trockenfütterung; dieser Orientierungswert stammt vor allem aus Systemen mit ad-libitum-Fütterung an kurzen Trögen und lässt sich nicht pauschal auf jeden Betrieb übertragen.

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