Wer Futtererbsen in der gesamten Futtermischung für Rinder, der Ration, einsetzen möchte, muss ihren Stärke- und Proteingehalt kennen. Daraus lässt sich keine allgemeine Einsatzmenge für die Ration ableiten: Für Futtererbsen liegen hier keine belegten Gehaltswerte oder Fütterungsempfehlungen vor. Entscheidend ist deshalb die Untersuchung der tatsächlich eingesetzten Ware und die Berechnung der gesamten Ration.
Stärke ist ein Kohlenhydrat, das zur Energieversorgung beiträgt. Protein liefert Bausteine für den Körper und die Milchbildung. Wie viel davon eine bestimmte Futtererbse enthält und wie sie in eine Ration passt, hängt von Messwerten und dem übrigen Futter ab.
Was zu Futtererbsen belegt ist
Für den Stärke- und Proteingehalt von Futtererbsen sowie für ihre Verdaulichkeit und geeignete Einsatzmengen liegen hier keine belastbaren Angaben vor. Daher gibt es keine belastbare Grundlage für die pauschale Empfehlung, einen bestimmten Anteil anderer Futtermittel durch Erbsen zu ersetzen.
Die verfügbaren Angaben des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Mosel beziehen sich auf Getreideuntersuchungen zur Ernte 2025 in Rheinland-Pfalz. Sie nennen Erbsen und Bohnen als zunehmend genutzte proteinreiche Futtermittel, liefern aber keine konkreten Werte oder Rationsvorgaben für Futtererbsen. Getreideergebnisse lassen sich daher nicht als Messwerte für Erbsen übernehmen.
So lässt sich eine Ration prüfen
Vor dem Einsatz sollte die eingesetzte Partie untersucht werden. Eine Partie ist die konkrete Menge Futter aus einer Ernte oder Lieferung. Anschließend fließen die Ergebnisse zusammen mit den Nährstoffangaben der übrigen Futtermittel in die Rationsberechnung ein.
Bei Milchkühen ist das besonders wichtig: Für eine genaue Berechnung müssen laut dem Dienstleistungszentrum alle Rationsbestandteile bekannt sein, einschließlich des Kraftfutters. Die Untersuchung sollte sich auf das eigene Futter beziehen, statt angenommene Durchschnittswerte für Futtererbsen zu verwenden.
Die Getreideangaben aus Rheinland-Pfalz zeigen ebenfalls, warum Analysen wichtig sind: Der Nährstoffgehalt unterscheidet sich von Ernte zu Ernte. Das Zentrum empfiehlt deshalb, das verwendete Getreide regelmäßig und mindestens nach jeder Ernte untersuchen zu lassen. Diese Empfehlung betrifft Getreide; sie belegt keine besonderen Schwankungen bei Erbsen. Für die Rationsentscheidung müssen die Werte der tatsächlich eingesetzten Futtermittel bekannt sein.
