Bullenmast

Partikelgröße im Schweinefutter: Vermahlung richtig einstellen

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Was feineres Mahlen bei Aufnahme und Leistung bewirkt
  2. Orientierungswerte richtig einordnen
  3. Mühle und Futter regelmäßig kontrollieren
  4. Leistung und Magen-Darm-Gesundheit abwägen

Bei selbst gemischtem Schweinefutter beeinflusst der Mahlgrad, wie gut die Tiere Nährstoffe nutzen und wie gleichmäßig sie fressen. Feineres Mahlen verbesserte in manchen Versuchen die Futterverwertung, also das Verhältnis von Futtermenge zu Gewichtszunahme. Es braucht aber mehr Energie und kann die Futterstruktur, also die Verteilung unterschiedlich großer Teilchen im Futter, verschlechtern. Eine passende Einstellung hängt deshalb auch davon ab, welche Tiergruppe gefüttert wird, wie das Futter zusammengesetzt ist und in welcher Form es verfüttert wird.

Die Partikelgröße beschreibt, wie groß die zerkleinerten Futterteilchen sind. Dazu gibt man häufig den mittleren Durchmesser der Teilchen in Millimetern an. Die Vermahlung ist der Vorgang, bei dem die Mühle Getreide und andere Bestandteile zerkleinert. Für den Betrieb zählt nicht allein ein Zielwert: Auch sehr grobe und sehr feine Teilchen beeinflussen die Futteraufnahme, die Verdauung und die Mischung.

Was feineres Mahlen bei Aufnahme und Leistung bewirkt

Feinere Teilchen bieten Verdauungsenzymen mehr Oberfläche, an der sie Nährstoffe aufschließen können. In einem Versuch mit 360 Mastschweinen verbesserte eine Verringerung der Partikelgröße von 900 auf 600 Mikrometer (Tausendstel Millimeter) die Futterverwertung über den gesamten Versuchszeitraum. Das Körpergewicht und die tägliche Zunahme änderten sich dabei nicht. Auch bei der Futteraufnahme ließ sich in diesem Versuch statistisch kein Unterschied zwischen den Mahlgraden feststellen. Die Ergebnisse gelten für die dort geprüften Futtermischungen und Haltungsbedingungen. Sie lassen sich nicht automatisch auf jede Fütterung übertragen. Der Versuch zu Partikelgröße und Futterform verglich außerdem Schrot und pelletiertes Futter.

Die Futterverwertung gibt an, wie viel Futter ein Schwein für ein Kilogramm Gewichtszunahme benötigt. Die Tiere setzen dieselbe Futtermenge effizienter in Zuwachs um, sodass sich die Futterverwertung verbessern kann, ohne dass sie schneller wachsen. Für die Beurteilung im Betrieb sollten deshalb Futteraufnahme, tägliche Zunahme und Futteraufwand gemeinsam betrachtet werden.

Die Futteraufnahme reagiert nicht in allen Versuchen gleich auf den Mahlgrad. Ein Versuch mit Ferkeln und wachsenden Schweinen fand bei faserreichen Futtermischungen aus Maniokrückständen oder Süßkartoffelranken Vorteile einer kleineren Partikelgröße für Verdauung und Leistung nach dem Absetzen. Bei den älteren, wachsenden Tieren zeigte sich dieser Vorteil nicht. Das Ergebnis unterstreicht, dass Alter und Futterzusammensetzung mitentscheiden. Die Untersuchung zu faserreichen Rationen lässt sich daher nicht ohne Weiteres auf übliche Mastmischungen übertragen.

Orientierungswerte richtig einordnen

Ein älterer Beratungshinweis des DLR Rheinland-Pfalz nennt einen mittleren Partikeldurchmesser von etwa 0,75 Millimetern als Zielwert. Als Orientierungsbereiche werden 0,6 bis 0,8 Millimeter für Ferkel und 0,7 bis 0,9 Millimeter für Mastschweine angegeben. Diese Werte beziehen sich auf den mittleren Durchmesser der Futterteilchen. Sie sind keine allgemeingültige Vorgabe und stammen aus einer Veröffentlichung von 2008. Die DLR-Empfehlungen zur Futterstruktur eignen sich daher als Ausgangspunkt, den der Betrieb mit eigenen Messungen und Leistungsdaten prüfen sollte.

Der Lochdurchmesser des Mühlensiebs ist nicht dasselbe wie die Partikelgröße im fertigen Futter. Das Sieb beeinflusst, wie fein die Mühle mahlt. Neben dem Getreide und den übrigen gemahlenen Zutaten spielt auch der Zustand der Mühle eine Rolle. Ein Ferkelversuch der LfL Schwarzenau verglich beispielsweise Siebe mit 3 und 6 Millimetern Lochweite. Über den gesamten Aufzuchtzeitraum gab es im Mittel keine signifikanten Unterschiede bei täglicher Zunahme und Futteraufwand. Der Bericht zum Ferkelversuch zeigt zugleich, dass Unterschiede in einzelnen Aufzuchtphasen später ausgeglichen werden können.

Mühle und Futter regelmäßig kontrollieren

Bei selbst gemischtem Futter sollte der Betrieb die Partikelgröße nicht als einmalige Werkseinstellung behandeln. Sie lässt sich durch eine Siebanalyse prüfen: Dabei wird eine Futterprobe durch Siebe mit unterschiedlichen Lochweiten geschüttelt, sodass die Teilchen nach Größe getrennt werden. Wichtig ist, Proben nach derselben Methode zu untersuchen und Änderungen zwischen Mischungen oder Getreidepartien zu beachten.

Zu grobe Vermahlung fällt häufig durch ganze Körner oder erkennbare Stärke- und Getreidereste im Kot auf. Hohe Futteraufnahme bei schwacher Leistung kann ebenfalls ein Warnzeichen sein. Bei sehr feinem Futter können sich die Bestandteile leichter voneinander trennen. Mineralstoffe sind schwerer als Schrot, also grob gemahlenes Getreide. In Flüssigfutter können sich grobe Teilchen zudem absetzen. Dadurch erhalten Schweine entlang der Futterlinie, also auf dem Weg, über den das Futter zu ihnen gelangt, nicht unbedingt dieselbe Mischung. Diese Hinweise beschreibt das DLR zur Futterstruktur; sie ersetzen keine Prüfung von Futter, Kot und Tiergesundheit.

Änderungen am Mahlgrad sollten daher schrittweise erfolgen. Der Betrieb kann prüfen, wie sich die unterschiedlich großen Futterteilchen verteilen. Anschließend lässt sich verfolgen, ob sich Futteraufnahme, Zunahme, Futterverwertung und das Aussehen des Kots gemeinsam verändern. Bei Flüssigfütterung gehört auch die gleichmäßige Verteilung bis zum Ende der Futterlinie zur Kontrolle. Bleiben Nährstoffe nicht in der Mischung, kann ein günstigerer Mahlgrad seinen Nutzen verlieren.

Leistung und Magen-Darm-Gesundheit abwägen

Feineres Mahlen braucht mehr Energie und senkt die Menge an Futter, die die Mühle pro Stunde mahlt. Für dieselbe Futtermenge ist dadurch mehr Mahlaufwand nötig. Ein möglichst niedriger Partikeldurchmesser verbessert deshalb nicht automatisch das wirtschaftliche Ergebnis.

In den genannten Beratungs- und Versuchsergebnissen wird gröberes Futter mit weniger Veränderungen im oberen, drüsenlosen Bereich des Magens und mit geringerem Salmonellendruck in Verbindung gebracht. Das ist kein Nachweis, dass ein bestimmter Mahlgrad Erkrankungen verhindert. In einem Ferkelversuch der LfL Schwarzenau zeigten Tiere mit gröber vermahlenem Futter im Mittel etwas weicheren Kot; die Autoren vermuteten jedoch, dass der Mahlgrad in der ersten Aufzuchtwoche wahrscheinlich nicht der Hauptgrund war. Die LfL-Ergebnisse zur Ferkelaufzucht sprechen dafür, Tiergesundheit und Leistung zusammen zu bewerten, statt allein auf einen Messwert zu setzen.

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