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Futteraufnahme bei Hitzestress stabil halten

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Warum Kühe bei Hitze weniger fressen
  2. Futter am Trog frisch und erreichbar halten
  3. Ration anpassen, ohne den Pansen zu überlasten
  4. Wasser und Kühlung sichern die Futteraufnahme

Wenn Milchkühe bei Hitze weniger fressen, kauen sie häufig auch weniger wieder und geben weniger Milch. Hitzestress entsteht, wenn die Tiere mehr Wärme aufnehmen oder erzeugen, als sie abgeben können. Hohe Luftfeuchte erschwert die Wärmeabgabe zusätzlich. Für die Fütterung zählt deshalb beides: Das Futter muss auch bei Wärme frisch und erreichbar bleiben, und Stallklima sowie Wasserversorgung müssen die Kühe entlasten.

Die folgenden Maßnahmen gelten vor allem für Milchkühe, die Milch geben. Bei Kälbern, Schweinen und anderen Rindergruppen gelten andere Anforderungen. Fütterungsmaßnahmen können den Einbruch begrenzen, die wirksamste Entlastung schafft jedoch eine bessere Kühlung der Tiere.

Warum Kühe bei Hitze weniger fressen

Kühe drosseln bei Hitzestress zuerst ihre Futteraufnahme. Sie reduzieren damit auch die Wärme, die bei Verdauung und Stoffwechsel entsteht. Häufig gehen zugleich Wiederkauaktivität und Liegezeit zurück. Eine Literaturübersicht zu Milchkühen zählt geringere Futteraufnahme und Wiederkauzeit zu den häufigsten Reaktionen auf länger anhaltende Hitze.

Zur Einschätzung der Belastung dient der Temperatur-Humiditäts-Index, kurz THI. Er fasst Lufttemperatur und relative Luftfeuchte zu einem Richtwert zusammen. Die Schwellen hängen unter anderem von Tierleistung und Bedingungen ab: Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt in einem Beispiel ab 24 °C eine mögliche Leistungsminderung; bei 30 °C und 60 Prozent Luftfeuchte liegt der THI dort bei 80 und die Belastung gilt als stark. Eine Übersicht der University of Kentucky nennt THI 68 als Schwelle, oberhalb derer die Milchleistung laufender Kühe in neueren Untersuchungen zu sinken beginnt. Solche Werte sind Orientierungshilfen, keine allgemeingültige Grenze für jeden Stall.

Weniger Futter erklärt zudem nicht den gesamten Leistungsrückgang. Bei Hitze verändert sich auch der Stoffwechsel der Kuh; eine Übersicht der University of Kentucky führt nur etwa die Hälfte des Milchrückgangs auf die geringere Trockenmasseaufnahme zurück. Trockenmasse bezeichnet den Futteranteil ohne Wasser. Deshalb sollte der Blick neben dem Futtertisch auch auf Luftbewegung, Schatten und Kühlung fallen.

Futter am Trog frisch und erreichbar halten

Bei Hitze erwärmt sich Futter schneller und verdirbt leichter. Kontrollieren Sie deshalb den Futtertisch häufiger: Riecht oder fühlt sich die Mischung warm an, ist sie feucht-klumpig oder sichtbar verdorben, sollte die Ursache behoben und verdorbenes Futter entfernt werden. Häufigeres Anschieben bringt Futter wieder in Reichweite, besonders wenn Kühe in den kühleren Stunden mehr fressen. Frisches Futter am frühen Morgen und am späten Nachmittag passt diesen Rhythmus auf vielen Betrieben besser an als eine einzelne Fütterung zur heißen Tageszeit.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Fachinformationen zur Milchkuhfütterung empfehlen, Futter bei Hitze häufiger vorzulegen oder zu mischen und den Trog sauber zu halten. Prüfen Sie dabei auch den Vorschub am Silostock und die Futterreste: Warme, gärende Reste gehören nicht in die nächste Vorlage. Wird die Mischung regelmäßig warm, müssen Lagerung, Entnahme und Fütterungsrhythmus geprüft werden. Futterzusätze zur Haltbarkeit passen nicht für jeden Betrieb. Lassen Sie sich beraten, ob sie unter den Bedingungen Ihres Betriebs geeignet sind.

Bei einer Teil-TMR, also einer Mischung, die nur einen Teil der Tagesration enthält, ist zusätzlich zu kontrollieren, ob die Kühe das Grundfutter tatsächlich aufnehmen. Wenn sie am Trog weniger davon fressen, aber Kraftfutter an einer Abrufstation vollständig aufnehmen, verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des Kraftfutters. Das erhöht das Risiko einer Pansenübersäuerung, bei der der Säuregehalt im Pansen zu stark steigt. Achten Sie deshalb neben der Milchmenge auch auf Futterreste, Wiederkauen und die tatsächliche Aufnahme der einzelnen Rationsbestandteile.

Ration anpassen, ohne den Pansen zu überlasten

Eine höhere Energiedichte kann helfen, wenn die Kuh weniger frisst. Das bedeutet: Jedes Kilogramm Trockenmasse liefert mehr nutzbare Energie. Eine Rationsänderung darf jedoch nicht einfach durch mehr Kraftfutter und weniger Faser erfolgen. Faser regt die Kühe zum Wiederkauen an und hilft, die Bedingungen im Pansen stabil zu halten. Zu wenig wirksame Faser und zu viel Stärke erhöhen das Risiko einer Pansenübersäuerung.

Die Empfehlungen zum Faseranteil setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt als Orientierungswert mindestens 200 g aNDFom aus Grobfutter je kg Trockenmasse der Ration. aNDFom ist eine Messgröße für den Fasergehalt. Der Zusatz „aus Grobfutter“ bedeutet, dass nur die Faser aus Raufutter in diesem Wert zählt. Die University of Kentucky warnt ebenfalls vor einer starken Faserabsenkung und empfiehlt, die wirksame Faser zu erhalten. Gleichzeitig kann ein übermäßig hoher Anteil schwer verdaulicher Faser nachteilig sein, weil er die Futteraufnahme begrenzt und bei der Verdauung Wärme entsteht. Entscheidend sind daher Futteranalyse, Rationsberechnung und die tatsächliche Futteraufnahme, nicht eine pauschale Kürzung des Raufutters.

Mehr Energie über Stärke oder Fett ist ebenfalls nicht automatisch die richtige Antwort. Mehr Stärke kann den pH-Wert im Pansen belasten; bei geschützten Fetten berichten Untersuchungen unterschiedliche Effekte auf die Milchleistung. Lassen Sie Anpassungen deshalb anhand der vorhandenen Ration berechnen und verändern Sie nicht mehrere Komponenten gleichzeitig. Mineralstoffe sollten ebenfalls bedarfsgerecht abgestimmt werden. US-amerikanische Richtwerte für Kalium, Natrium, Magnesium und den Kationen-Anionen-Ausgleich lassen sich nicht ohne Prüfung auf deutsche Rationen übertragen.

Wasser und Kühlung sichern die Futteraufnahme

Kühe trinken bei Hitze mehr. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt als Orientierungswert rund 1,2 kg zusätzliche Wasseraufnahme pro Kuh und Tag je Grad Temperaturanstieg. Der tatsächliche Bedarf hängt von Tier, Leistung und Bedingungen ab. Prüfen Sie deshalb täglich, ob alle Tiere die Tränken erreichen, das Wasser sauber ist und nach dem Trinken rasch nachläuft. Rangniedrige Kühe dürfen nicht durch ranghöhere Tiere vom Tränkeplatz verdrängt werden.

Eine ausreichende Zahl gut erreichbarer Tränken gehört zur Hitzevorsorge. Die DLG verweist für bauliche und technische Anforderungen auf ihr Merkblatt zur Wasserversorgung von Rindern. Es gibt keinen Durchflusswert und keine Zahl an Tränkeplätzen, die für jeden Stall passt. Richten Sie die Ausstattung nach Herdengröße und Stallanlage aus.

Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ventilatoren tatsächlich Luft auf die Tiere bewegen. Die LfL Bayern nennt mindestens 2 m/s Luftgeschwindigkeit am Tier als Voraussetzung für einen Kühleffekt und empfiehlt höchstens 15 m Abstand zwischen Ventilatoren über Liegeboxenreihen. Verdunstungskühlung wirkt besser bei warmer, trockener Luft und braucht ausreichenden Luftaustausch. Fütterung und Wasserversorgung unterstützen die Kühlung, ersetzen sie aber nicht.

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