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Wasserversorgung für Schweine: Wichtige Durchfluss- und Kontrollwerte

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Inhalt5 Abschnitte
  1. Wasserbedarf nach Futteraufnahme und Temperatur einschätzen
  2. Durchfluss an Gewicht und Haltungsabschnitt anpassen
  3. Tränken so anordnen, dass alle Schweine trinken können
  4. Verbrauch und Tränkefunktion früh prüfen
  5. Wasserqualität und Leitungen untersuchen

Im Schweinestall beeinflusst die Wasserversorgung, ob die Schweine genug fressen und ihre Leistung halten. Zu wenig Wasser oder ein verstopfter Tränkenippel, also das Ventil, aus dem Schweine trinken, verringert die Wasseraufnahme. Dadurch fressen die Schweine weniger und ihre Leistung sinkt. Das kann sie auch anfälliger für Krankheiten machen.

Bei der Kontrolle kommt es auf drei Punkte an: Wie viel Wasser verfügbar ist, wie schnell es aus der Tränke kommt und ob jedes Tier trinken kann. Die folgenden Werte sind Orientierungen aus unterschiedlichen Quellen. Sie bilden keinen einheitlichen Grenzwert für alle Haltungsabschnitte.

Wasserbedarf nach Futteraufnahme und Temperatur einschätzen

Als grobe Orientierung nennt die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz rund 4 Liter Wasser je Kilogramm Trockenmasseaufnahme. Trockenmasse bezeichnet den Futteranteil ohne Wasser; die Trockenmasseaufnahme ist die Menge davon, die ein Schwein frisst. Das BMEL-Orientierungsrahmen für Tränkwasser nennt je nach Tierart, Leistung, Fütterung und Wetter eine breitere Spanne von 2 bis 5 Litern je Kilogramm Trockenmasse. Auch die Faustregel von etwa 1 Liter je 10 Kilogramm Körpergewicht dient nur zur groben Einordnung.

Bei Temperaturen über 22 °C steigt der Wasserbedarf laut BMEL-Orientierung um 1,45 Prozent je zusätzlichem Grad. Bei Hitze sollte man deshalb besonders genau prüfen, wenn der Verbrauch sinkt. Die Richtwerte ersetzen keine Messung am eigenen Bestand: Wasserzähler je Stallabteil machen sichtbar, ob sich der Verbrauch gegenüber dem üblichen Verlauf verändert.

Durchfluss an Gewicht und Haltungsabschnitt anpassen

Die Durchflussrate gibt an, wie viel Wasser eine Tränke innerhalb einer Minute abgibt. Für Mastschweine nennt nutztierhaltung.de folgende Orientierungswerte:

Gewicht der Schweine Durchfluss je Tränke
unter 50 kg 0,6–1,0 l/min
50–80 kg 0,8–1,2 l/min
80–120 kg 1,5–1,8 l/min

Die Werte unterscheiden sich je nach Quelle und Produktionsabschnitt. Für wachsende und ausgemästete Schweine nennt PIC 1 l/min. Deshalb sollte man die Durchflusswerte zusammen mit Tiergewicht, Tränkertyp und Haltung beurteilen. Ein einzelner Wert gilt nicht für alle Schweine.

Zu wenig Durchfluss verlängert die Trinkzeit und kann die Wasseraufnahme begrenzen. Ein zu hoher Durchfluss verschwendet Wasser und erhöht die Feuchtigkeit im Stall. Für Aufzuchtferkel nennt PIC mehr als 1 l/min als möglicherweise zu hohen Durchfluss. Messen lässt sich die Abgabe mit einem Messbecher und einer Stoppuhr: Wasser eine festgelegte Zeit lang auffangen und die Menge auf eine Minute umrechnen. Die Messung sollte regelmäßig und an mehreren Tränken stattfinden.

Tränken so anordnen, dass alle Schweine trinken können

Für Aufzucht- und Mastgruppen nennt PIC als Richtwert eine Tränke je 10 bis 12 Schweine. Nutztierhaltung.de nennt eine Tränke je 12 Tiere als ausreichend und empfiehlt auch in kleinen Gruppen mindestens zwei Tränken. So haben rangniedrige Tiere eher eine zweite Möglichkeit zu trinken, wenn ein anderes Schwein den Zugang blockiert.

Auch die Höhe beeinflusst den Zugang. Ein senkrecht stehender Tränkenippel mit 90-Grad-Winkel soll auf Schulterhöhe des kleinsten Schweins sitzen. Bei einem schräg stehenden Nippel mit 60-Grad-Winkel liegt er über dessen Schulter. Der Rand einer Schalentränke, also einer Tränke mit offener Schale, sollte ungefähr 40 Prozent der Körperhöhe des kleinsten Schweins erreichen. Die Position muss mit dem Wachstum angepasst werden. Tränken gehören in den Aktivitätsbereich nahe dem Kotbereich, nicht in den Ruhebereich.

Verbrauch und Tränkefunktion früh prüfen

Ein Wasserzähler je Abteil hilft, Verbrauchsveränderungen zeitnah zu erkennen. Ein Rückgang gegenüber dem gewohnten Verlauf ist zunächst ein Anlass, Tränken, Leitungen und Tierverhalten zu prüfen. Er liefert allein noch keine Diagnose. Unruhige, durstige Schweine oder Tiere, die Urin trinken, sind deutliche Hinweise auf unzureichenden Wasserzugang.

Für eine praktische Kontrolle empfiehlt nutztierhaltung.de, wöchentlich 10 Prozent der Tränken zu prüfen und die geprüften Tränken regelmäßig zu wechseln. Dabei lässt sich zugleich feststellen, ob Wasser gleichmäßig fließt und die Tränke leicht zu bedienen ist. Eine verringerte Abgabe kann auf einen verstopften Nippel oder verschmutzte Leitungen hindeuten. Ablagerungen und sogenannter Biofilm, ein Belag aus Mikroorganismen in Leitungen, können den Durchfluss laut derselben Quelle um bis zu 30 Prozent senken. Die Leitungen sollen zweimal jährlich gereinigt werden.

Wasserqualität und Leitungen untersuchen

Schweine brauchen hygienisch geeignetes Tränkwasser. Das BMEL nennt als Orientierungswerte, dass Salmonellen und Campylobacter in 100 ml nicht nachweisbar sein sollen. Der Gehalt an E. coli soll gering sein. Die Gesamtzahl der aerob wachsenden Keime soll höchstens 1.000 koloniebildende Einheiten je Milliliter bei 37 °C und 10.000 je Milliliter bei 20 °C betragen. Koloniebildende Einheiten geben an, wie viele Keime sich in einer Probe nachweisen lassen, die sich vermehren können.

Laut BMEL soll eine jährliche Laboruntersuchung unter anderem Fäkalbakterien und Pilze erfassen. Zu den weiteren Parametern gehören Toxine (giftige Stoffe), pH-Wert und Salzgehalt sowie Permanganatindex und elektrische Leitfähigkeit. Bei Brunnenwasser kommen Eisen und Mangan hinzu. Die EU-Vorgaben verlangen, dass Tränkwasser für Tiere geeignet ist und Tränken so gebaut und regelmäßig gereinigt werden, dass Verunreinigungen begrenzt bleiben. Detaillierte gesetzliche Grenzwerte speziell für Schweinetränkwasser gibt es laut BMEL nicht; die Trinkwasserverordnung für Menschen gilt nicht als passende Bewertungsgrundlage für Nutztiere.

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