Rapsschrot liefert Eiweiß für Rinder und kann Sojaschrot in der Ration teilweise ersetzen. Beim Vergleich zählen Eiweiß- und Energiegehalt: Rapsschrot hat einen etwas geringeren Energiegehalt als Sojaschrot. Wer es einsetzt, sollte deshalb die Nährstoffversorgung der gesamten Ration prüfen und den Austausch nicht allein an derselben Menge ausrichten.
Rapsschrot bleibt zurück, wenn Öl aus Rapssaat gewonnen wird. Es wird häufig auch Rapsextraktionsschrot genannt. Rapskuchen ist davon zu unterscheiden: Er fällt bei der Ölgewinnung durch Pressen an. Die Produkte unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und sollten bei der Rationsberechnung nicht gleichgesetzt werden.
Was Rapsschrot in die Ration einbringt
Rapsschrot ist vor allem ein Eiweißfuttermittel, also ein Futter, das Eiweiß liefert. Nach den vorliegenden Angaben führt der Austausch von Sojaschrot durch Rapsschrot nicht zwangsläufig zu Veränderungen bei Futteraufnahme, Milchleistung oder Milchbestandteilen. Der geringere Energiegehalt bleibt jedoch zu berücksichtigen. Wenn die Ration dadurch weniger Energie liefert, muss die übrige Zusammensetzung dazu passen.
Vergleichen Sie Eiweißfuttermittel deshalb nicht nur nach ihrem Gewicht. Entscheidend ist, welche Nährstoffe eine bestimmte Menge liefert und wie der Austausch die gesamte Futterration verändert. Ein Beispiel: Wird Sojaschrot teilweise durch Rapsschrot ersetzt, sollte die Rationsberechnung zeigen, ob Energie- und Eiweißversorgung weiterhin zu Leistung und Tiergruppe passen.
Rapsschrot kann außerdem eine Option sein, wenn der Betrieb heimische Eiweißfuttermittel bevorzugt oder aus Vermarktungsgründen darauf angewiesen ist. Die Zusammensetzung des Futtermittelmarkts verändert sich; top agrar berichtet über den stärkeren Fokus auf Hülsenfrüchte. Daraus lässt sich allerdings keine konkrete Eignung oder Einsatzmenge für eine einzelne Ration ableiten.
So gelingt der Vergleich in der Rationsberechnung
Vergleichen Sie Rapsschrot und Sojaschrot anhand der Werte, die für die Ration wichtig sind, insbesondere Eiweiß- und Energieversorgung. Verwenden Sie dafür die Angaben zur tatsächlich gelieferten Ware oder eine Futtermittelanalyse. Zusammensetzung und Nährstoffwerte können je nach Produkt und Lieferung abweichen. Deshalb reicht ein allgemeiner Tabellenwert nicht immer aus; prüfen Sie die gelieferte Ware.
Achten Sie außerdem darauf, ob die Zahlen für die Frischmasse, also das Futter mit Wasser, oder für die Trockenmasse gelten. Die Trockenmasse ist der Futteranteil ohne Wasser. Werte auf unterschiedlicher Bezugsbasis sind nicht direkt vergleichbar. Für die Rationsberechnung zählt anschließend, wie viel des jeweiligen Nährstoffs die Kuh mit der vorgesehenen Futtermenge aufnimmt.
Eine verlässliche Austauschmenge lässt sich ohne Angaben zur Tiergruppe und zum Leistungsziel nicht nennen. Dazu braucht es auch Angaben zum Grundfutter (dem Futter, das den Hauptteil der Ration ausmacht) und zur Produktqualität. Lassen Sie den Austausch deshalb in der Rationsberechnung prüfen. Bei einer Milchkuh mit knapper Energieversorgung kann der niedrigere Energiegehalt besonders ins Gewicht fallen; bei einer anderen Ration kann sich der Austausch anders auswirken.
Glucosinolate und Produktqualität beachten
Rapsschrot enthält neben Nährstoffen auch Glucosinolate und Erucasäure. Glucosinolate sind pflanzliche Inhaltsstoffe, deren Gehalt je nach Rapsmaterial und Verarbeitung eine Rolle spielen kann. Die verfügbaren Angaben nennen jedoch weder verlässliche Grenzwerte für Rinder noch eine allgemeingültige Höchstmenge. Aus ihnen lässt sich deshalb keine pauschale Empfehlung zur Fütterungsmenge ableiten.
Prüfen Sie beim Einkauf die Produktbeschreibung und vorhandene Analysen. Bei auffälligen Werten oder Unsicherheit über die Eignung für die konkrete Ration sollte eine Fütterungsberatung die Daten einordnen. Das gilt besonders, wenn Rapsschrot einen größeren Teil des Eiweißfutters stellen soll.
