Schweinefütterung

Gerste im Schweinefutter

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Gerste liefert Schweinen vor allem Energie und gehört in vielen Betrieben zu den hofeigenen Getreidekomponenten. Der Futterwert hängt von der jeweiligen Erntepartie ab. Feuchte, Kornqualität und Nährstoffgehalt bestimmen, wie Sie die Gerste lagern und bei der Berechnung der Futterration berücksichtigen.

Aussehen und Hektolitergewicht reichen allein nicht aus, um den Futterwert verlässlich zu bestimmen. Dafür braucht es eine repräsentative Probe und eine Nährstoffanalyse. Die darin ausgewiesene umsetzbare Energie, kurz ME, beschreibt den Energieanteil, den das Schwein aus dem Futter nutzen kann. ME ist eine gebräuchliche Bezugsgröße für den Energiegehalt von Schweinefutter, wie die Übersicht zur Tierernährung und Futtermittelkunde erläutert.

Was die Gerste zur Ration beiträgt

Das Gerstenkorn enthält vor allem Stärke, außerdem Eiweiß, Faserstoffe, Fett und Mineralstoffe. Da sich die Anteile je nach Sorte, Anbaubedingungen und Ernte unterscheiden, lässt sich der Futterwert einer Partie nicht allein aus der Getreideart ableiten.

Für die Rationsberechnung zählen insbesondere der Energiegehalt und der Eiweißgehalt. Auch der Faseranteil zählt: Er beeinflusst den Nährstoffgehalt und die Verdaulichkeit des Futters. Nutzen Sie deshalb die Laborwerte für die Futterberechnung, statt pauschale Tabellenwerte ungeprüft auf jede eigene Ernte zu übertragen.

Gerste liefert einen Teil der Nährstoffe im Schweinefutter. Die gesamte Futterration muss den Bedarf des jeweiligen Schweins decken. Dazu gehören Energie und Aminosäuren ebenso wie Mineralstoffe und Vitamine. Ein Test der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bezieht sich auf fertige Mastfutter, nicht auf Gerste. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse nur für die untersuchten Produkte gelten (Futtertest der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen).

So prüfen Sie die Partie

Entnehmen Sie Proben an mehreren Stellen im Lager oder aus verschiedenen Bereichen einer Lieferung. Eine einzelne Handvoll bildet die Partie oft nicht zuverlässig ab. Bei sichtbaren Unterschieden, etwa zwischen trockenen und feuchten Bereichen, lassen Sie getrennte Proben untersuchen.

Prüfen Sie zunächst den Feuchtegehalt und das Aussehen der Gerste. Achten Sie auf Verunreinigungen, beschädigte Körner, Verklumpungen sowie muffigen oder gärigen Geruch. Lassen Sie die Partie bei solchen Auffälligkeiten genauer untersuchen und klären Sie vor dem Verfüttern fachlich ab, ob sie geeignet ist. Unauffälliger Geruch und gutes Aussehen beweisen allerdings nicht, dass keine Mykotoxine vorhanden sind.

Für die Rationsberechnung sollte das Labor die relevanten Nährstoffgehalte bestimmen. Je nach Fragestellung gehören dazu insbesondere Rohprotein, Stärke, Faser und Asche. Aus den Analysewerten lässt sich der Energiegehalt berechnen. Das Hektolitergewicht, also das Gewicht eines bestimmten Kornvolumens, kann die Einschätzung der Kornqualität ergänzen; es ersetzt jedoch keine Nährstoffanalyse.

Vom Analysewert zur Fütterungsentscheidung

Vergleichen Sie die Laborwerte mit den Tabellenwerten, die Ihrer Rationsberechnung zugrunde liegen. Weichen die Werte deutlich ab, müssen Sie die Ration entsprechend anpassen. Eine Partie mit geringerem Energiegehalt liefert bei gleicher Einsatzmenge weniger Energie als kalkuliert; bei einem anderen Eiweißgehalt liefert die Gerste mehr oder weniger Eiweiß als berechnet. Die genaue Zusammensetzung der Ration hängt auch vom Gewicht des Schweins, der Phase der Fütterung und den übrigen Futterbestandteilen ab.

Bei Verdacht auf Schimmel oder bei auffälligen Körnern sollte die Partie nicht allein aufgrund eines guten Durchschnittswerts beurteilt werden. Lassen Sie gegebenenfalls gezielt auf Mykotoxine untersuchen. Auch wenn einzelne Proben unauffällig sind, können sich die Gerstenbestände in einem uneinheitlichen Lager unterscheiden.

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