Kuhfutter

Wasseraufnahme von Milchkühen

Wasseraufnahme von Milchkühen
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Inhalt4 Abschnitte
  1. Wie viel Wasser eine Kuh braucht
  2. Tränkestellen müssen erreichbar sein und genug Wasser liefern
  3. Wasserqualität und Sauberkeit regelmäßig prüfen
  4. Tränkekontrolle im Stallalltag

Milchkühe brauchen jederzeit sauberes Wasser in ausreichender Menge. Wie viel sie trinken, hängt unter anderem von Milchleistung, Futteraufnahme und Umgebungstemperatur ab. Wenn Wasser fehlt oder die Tränke schlecht erreichbar ist, sinkt häufig zuerst die Futteraufnahme. Das kann auch die Leistung und die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen.

Die folgenden Richtwerte helfen, den Wasserbedarf einzuschätzen. Im Stall müssen außerdem genügend Tränkestellen vorhanden sein, Wasser schnell nachlaufen und die Tränken sauber sein. Regelmäßige Kontrollen zeigen früh, ob es Engpässe oder Probleme mit der Wasserqualität gibt.

Wie viel Wasser eine Kuh braucht

Als grobe Orientierung nennt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für trockenstehende Kühe etwa 50 bis 70 Liter Wasser pro Tag. Trockenstehend bedeutet, dass die Kuh vor dem nächsten Kalben nicht gemolken wird. Kühe mit hoher Milchleistung brauchen bei hohen Temperaturen bis zu 200 Liter Wasser täglich. Der Milchbauernservice nennt je nach Leistung und Temperatur einen Bereich von 70 bis 150 Litern pro Tag.

Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Bedingungen und sind nur Richtwerte. Der Wasserbedarf ist nicht bei jeder Kuh gleich: Eine Kuh mit hoher Milchleistung und bei Hitze braucht mehr Wasser als eine trockenstehende Kuh bei gemäßigten Temperaturen. Auch die Futteraufnahme und der Wassergehalt des Futters spielen eine Rolle. Trockenmasse bezeichnet den Anteil des Futters, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt. Je trockener das Futter, desto mehr Wasser muss die Kuh über das Tränken aufnehmen.

Wasser löst und transportiert Nährstoffe, unterstützt die Verdauung und hilft dem Körper, seine Temperatur zu regulieren. Wenn Kühe genug Wasser haben, können sie auch ausreichend Futter aufnehmen. Bei Wassermangel fressen Kühe weniger; die Leistung kann zurückgehen. Weitere mögliche Anzeichen sind Inaktivität und eine geringere Harnausscheidung mit stärker konzentriertem Urin. Wassermangel ist tierschutzrelevant und kann schwere gesundheitliche Folgen haben.

Tränkestellen müssen erreichbar sein und genug Wasser liefern

Eine Tränke hilft wenig, wenn Kühe mit niedrigerem Rang in der Herde sie nicht ungestört erreichen oder das Wasser zu langsam nachläuft. Kühe trinken häufig nach dem Fressen und nach dem Melken. Dabei nehmen sie in kurzer Zeit große Mengen auf, laut Milchbauernservice bis zu 20 Liter pro Trinkvorgang. Engpässe fallen deshalb besonders auf, wenn viele Tiere gleichzeitig zum Wasser wollen.

Für die Anzahl der Tränkestellen nennt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mindestens zwei Stellen, unabhängig von der Herdengröße. Für Gruppen mit mehr als 20 Rindern nennt sie diese Rechnung: Tierzahl geteilt durch 20, plus 1. Für 100 Kühe ergibt das sechs Tränkestellen. Der Milchbauernservice nennt als Faustzahl eine Tränke pro zehn Tiere in kleinen Gruppen. Diese Richtwerte beziehen sich auf unterschiedliche Empfehlungen und ersetzen nicht die Prüfung, ob alle Tiere tatsächlich gleichzeitig Zugang haben.

Auch die verfügbare Tränkelänge zählt. Der Milchbauernservice nennt etwa 6 bis 10 Zentimeter je Tier; Swissgenetics empfiehlt 10 Zentimeter pro Kuh. Beide Quellen empfehlen, Tränken auf mehrere Stellen zu verteilen. So können Kühe mit höherem Rang Tiere mit niedrigerem Rang weniger leicht verdrängen.

Der Wassernachfluss muss zum Trinkverhalten passen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt mindestens 20 Liter pro Minute als Planungswert für den Wasserzufluss. Swissgenetics nennt mindestens 10 Liter pro Minute für Tränkebecken im Anbindestall. Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Versorgungssituationen. Praktisch heißt das: Durchfluss und Wasserdruck an den tatsächlich genutzten Tränken messen, statt sich allein auf die Leitungsplanung zu verlassen.

Im Laufstall sollten Tränken gut verteilt sein, leicht erreichbar bleiben und den Tierverkehr nicht blockieren. Größere Trogtränken mit Schwimmerventil und Ablassmöglichkeit lassen sich laut Landwirtschaftskammer gut reinigen. Die Oberkante des Trograndes sollte bei ausgewachsenen Rindern höchstens 80 bis 85 Zentimeter über der Standfläche liegen.

Wasserqualität und Sauberkeit regelmäßig prüfen

Kühe trinken weniger, wenn das Wasser verschmutzt ist, unangenehm riecht oder schmeckt. Ablagerungen und ein Biofilm, also ein Belag aus Mikroorganismen an feuchten Oberflächen, können die Wasserqualität beeinträchtigen. Alte Leitungen können außerdem Eisen- oder Kalkablagerungen bilden und den Durchfluss verringern. Eisen kann dem Wasser einen metallischen Geschmack geben; Swissgenetics weist zudem auf mögliche Wechselwirkungen mit Spurenelementen wie Selen, Mangan, Kupfer und Zink hin.

Prüfen Sie beim täglichen Stallgang, ob die Tränken sauber sind, genug Wasser enthalten und frei von Ablagerungen sind. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Becken möglichst täglich, mindestens aber dreimal pro Woche zu reinigen. Der Milchbauernservice nennt ein- bis zweimal wöchentlich als Richtwert und rät bei Hitze oder starker Verschmutzung zu häufigerer Reinigung. Prüfen Sie die Tränken täglich mit einem Blick. Wie oft Sie sie reinigen, hängt von der Verschmutzung und den Stallbedingungen ab.

Bei Brunnenwasser und älteren Versorgungssystemen sind regelmäßige mikrobiologische und chemische Wasseruntersuchungen sinnvoll. Mikrobiologisch bedeutet, dass das Wasser auf Keime untersucht wird; eine chemische Analyse prüft unter anderem Inhaltsstoffe und mögliche Belastungen. Für einzelne Werte nennen die hier angeführten Empfehlungen keine Grenzwerte. Bei auffälligem Geruch, Geschmack oder Belag sollte deshalb eine fachliche Wasseranalyse klären, ob die Versorgung belastet ist.

Tränkekontrolle im Stallalltag

Beobachten Sie, ob Kühe nach dem Melken und Fressen zügig trinken können oder sich Warteschlangen bilden. Achten Sie besonders auf rangniedere Tiere: Werden sie wiederholt verdrängt, hilft eine zusätzliche oder anders platzierte Tränke oft mehr als ein größerer Trog an derselben Engstelle.

Bei einem einfachen Funktionstest wird der Wasserdurchfluss an verschiedenen Tränken gemessen. So zeigt sich, ob einzelne Becken zu wenig Wasser nachliefern oder Leitungen den Durchfluss bremsen. Prüfen Sie außerdem, ob das Wasser klar ist und neutral riecht, und reinigen Sie sichtbare Ablagerungen. Im Winter gehört auch der Frostschutz der Leitungen zur Kontrolle, damit die Wasserversorgung nicht ausfällt.

Sinkt die Futteraufnahme oder fällt das Trinkverhalten auf, sollten Wasserzugang, Tränken und Leitungen geprüft werden. Ein schlechtes Brunstgeschehen kann ebenfalls ein Hinweis auf Probleme bei Futter- und Wasseraufnahme sein, ist aber kein eindeutiger Nachweis für eine mangelhafte Tränke.

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