Am Futtertisch lässt sich zunächst nur die Frischmasse wiegen: also das Futter einschließlich seines Wassers. Für die Fütterung zählt jedoch, wie viel Futter die Kühe ohne Wasser aufnehmen. Die tägliche Futterzusammenstellung heißt Ration. Diese Menge heißt Trockenmasseaufnahme. Sie hilft einzuschätzen, ob die Kühe tatsächlich die geplante Futtermenge bekommen.
Für eine Gruppenberechnung brauchen Sie die verfütterte Frischmasse und die Frischmasse der Futterreste. Hinzu kommt der Trockenmassegehalt beider Mengen. Der Trockenmassegehalt gibt an, welcher Anteil des Futters nach Abzug des Wassers übrig bleibt. Mit diesen Werten berechnen Sie die durchschnittliche Aufnahme je Kuh.
Frischmasse in Trockenmasse umrechnen
Aus Frischmasse und Trockenmassegehalt lässt sich die enthaltene Trockenmasse berechnen.
Für die tägliche Aufnahme einer Gruppe gilt:
Trockenmasseaufnahme je Kuh = (Trockenmasse des vorgelegten Futters − Trockenmasse der Futterreste) ÷ Zahl der Kühe
Dabei berechnen Sie die Trockenmasse von Futter und Resten jeweils getrennt:
Trockenmasse = Frischmasse in kg × Trockenmassegehalt in Prozent ÷ 100
So sehen Sie, wie viel Trockenmasse eine Kuh im Durchschnitt während des erfassten Zeitraums aufgenommen hat.
Das Beispiel setzt voraus, dass die vorgelegte Menge und die Reste vollständig erfasst sind. Es beschreibt den Gruppenmittelwert. Daraus lässt sich nicht ablesen, wie viel eine einzelne Kuh gefressen hat.
Futter und Reste getrennt erfassen
Wiegen Sie die gesamte Futtermenge, die der Gruppe im Erfassungszeitraum vorgelegt wurde, und messen Sie die Reste, bevor neues Futter hinzukommt. Wird mehrmals täglich gefüttert oder nachgelegt, zählen Sie alle Teilmengen zusammen. Halten Sie außerdem fest, wie viele Kühe in diesem Zeitraum zur Gruppe gehören.
Kühe sortieren Futterbestandteile, wodurch sich die Zusammensetzung der Reste verändert und ihr Trockenmassegehalt vom vorgelegten Futter abweichen kann. Wer für Futter und Reste denselben Trockenmassegehalt ansetzt, erhält deshalb nur eine Näherung; für eine genauere Rechnung bestimmen Sie beide Gehalte getrennt.
Trockenmassegehalt regelmäßig prüfen
Der Trockenmassegehalt von Silagen schwankt mit den Erntebedingungen und der Lagerung. Auch Regen, Sonne und Wind verändern ihn. Eine ältere Analyse bildet deshalb nicht zwangsläufig das Futter ab, das gerade im Trog liegt. Die Untersuchung des LKV Sachsen zu Schnellmethoden zeigt, warum regelmäßige Messungen für die Rationsberechnung nötig sind.
Als Referenz wird Futter im Labor zerkleinert und bei 105 °C getrocknet. Das Verfahren benötigt mehr Zeit als die Schnellmethoden. Mikrowelle und Heißluftfritteuse wurden als schnellere Methoden mit der Labormethode verglichen. Verglichen wurden die Methoden anhand von Grassilage und Maissilage sowie Pressschnitzelsilage und einer Mischration. Bei sehr trockener Grassilage kam es bei hohen Einstellungen zu Rauchentwicklung. Wer solche Schnellmethoden nutzt, muss daher Überhitzung vermeiden und die Ergebnisse als betriebliche Orientierung behandeln.
Schwankungen in der Silage in der Ration ausgleichen
Ein geänderter Trockenmassegehalt verändert die tatsächliche Futtermenge, selbst wenn der Futtermischwagen dieselbe Frischmasse lädt. Sinkt der Trockenmassegehalt, wird mehr Frischsilage benötigt, um dieselbe Trockenmasse bereitzustellen.
Wird die Frischmasse nicht angepasst, enthält die Ration weniger Trockenmasse als geplant. Dieser Rechenwert ist keine allgemeine Fütterungsempfehlung. Er gilt für die genannte Annahme. Gleichen Sie ihn mit den gemessenen Trockenmassegehalten und Ihrer Rationsberechnung ab.
Messwerte richtig einordnen
Die Aufnahme hängt unter anderem von Leistung, Laktationsstadium, Körpergewicht, Futterqualität und Gesundheit ab. Auch Platz am Futtertisch und der Zugang zum Futter spielen eine Rolle. Der Gruppenwert allein erklärt nicht, warum Kühe mehr oder weniger Futter aufnehmen.
Als Orientierung nennt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft unter anderem eine Trockenmasseaufnahme von 3 Prozent des Körpergewichts. BayWa nennt für leistungsstarke Kühe etwa 3,5 bis 4 Prozent. Da diese Angaben unterschiedlich eingeordnet sind, sollten sie nicht als einheitliche Sollzahl für jede Kuh verwendet werden. Entscheidend sind die betriebliche Ration, die Herde und die Entwicklung der Messwerte. Die LfL führt außerdem mindestens 5 Prozent Futterreste vor der nächsten Fütterung als praktischen Richtwert auf.
