Bullenmast

Silageproben entnehmen

Entnahme einer Silageprobe für die Untersuchung
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Inhalt4 Abschnitte
  1. Erst nach sechs Wochen beproben
  2. Proben aus verschiedenen Stellen nehmen
  3. Nasse Anschnittflächen verfälschen das Ergebnis
  4. Probe mit dem Labor abstimmen

Wer die Ration für Rinder, Schweine oder Kälber berechnet, braucht verlässliche Angaben zum Futter. Das Labor kann eine Silageprobe zum Beispiel auf Trockenmasse und Nährstoffe untersuchen. Die Trockenmasse bezeichnet den Futteranteil, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt.

Die Probe muss die Zusammensetzung des Futters im Silo oder im untersuchten Bereich möglichst gut wiedergeben. Eine Handvoll aus einer leicht erreichbaren Stelle reicht dafür nicht. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt, mehrere Stellen einzubeziehen und die Probe erst zu nehmen, wenn die Gärung weitgehend abgeschlossen ist.

Erst nach sechs Wochen beproben

Warte mindestens sechs Wochen nach dem Einsilieren, bevor du eine Probe für die Rationsplanung entnimmst. In der Zeit läuft die Gärung weiter. Eine frühere Analyse kann deshalb von den Eigenschaften des Futters abweichen, das später tatsächlich verfüttert wird.

Wer die Ration schon vor dem Öffnen des Silos planen muss, kann einen Bohrstock verwenden. Entnimm im untersuchten Bereich mindestens drei gleichmäßig verteilte Bohrproben, jeweils durch alle Schichten bis zum Boden. Reicht der Bohrstock nicht über die gesamte Tiefe, ist die Anschnittbeprobung vorzuziehen. Klappe die aufgeschnittenen Folienstellen anschließend wieder zu und verschließe sie sorgfältig mit Silofolien-Klebeband, damit keine Luft eindringt. Die Probe ermöglicht eine frühere Einschätzung, sollte aber ebenfalls nicht vor Ablauf der sechs Wochen genommen werden.

Proben aus verschiedenen Stellen nehmen

Die Probe soll den ganzen Silo oder einen klar abgegrenzten Bereich abbilden. Nimm deshalb Teilproben an mehreren Stellen des Bereichs, auch abseits der Oberfläche und der bequemsten Entnahmestelle. Werden diese Teilproben vermischt, entsteht eine Sammelprobe, die den untersuchten Bereich gemeinsam abbildet.

Wie du Proben nimmst, hängt davon ab, wie das Silo befüllt wurde. Wurde das Futter schichtweise über die gesamte Länge verteilt, lässt es sich vergleichsweise einfach über verschiedene Stellen beproben. Wurde das Futter von hinten nach vorne in Keilform eingefüllt, bilden die Bereiche entlang des Silos unterschiedliche Schichten ab. Die LfL empfiehlt in diesem Fall, an mehreren Stellen entlang des Silos Proben zu nehmen und jede Probe getrennt ins Labor zu schicken. So bleiben die Unterschiede zwischen den Bereichen erkennbar.

Bei Sandwichsilagen aus Gras und Mais sind getrennte Laborproben nötig: NIRS-Kalibrierungen und Energieschätzung unterscheiden sich. Verschiedene Grasschnitte können gemeinsam untersucht werden; gib ihre Anteile bei der Laboranmeldung an.

Für geöffnete Flachsilos empfiehlt die LUFA NRW mindestens eine Einzelprobe je vier Quadratmeter Anschnittfläche. Beprobe den frischen, weder angeregneten noch angetrockneten Anschnitt über Breite und Höhe. Plane die Entnahme so, dass niemand durch herabfallende Silage oder Entnahmefahrzeuge gefährdet wird. Unterhöhle den Silagestock nicht und halte dich nicht unter überhängender Silage auf. Als Alternative zur direkten Beprobung nennt die LfL frisch mit einer Greifschaufel oder Fräse entnommene Silage. Dabei müssen die untersuchten Schichten repräsentativ erfasst werden. Für Bohrproben auf dem Silostock sind geeignete Maßnahmen gegen Absturz nötig; die SVLFG erläutert die Gefahren und Schutzmaßnahmen. Verwende saubere Werkzeuge, mische die Einzelproben gründlich in einem sauberen Gefäß oder auf sauberer Kunststofffolie und entnimm daraus die Laborprobe. Die LUFA nennt für Silage ein Kilogramm als Endprobe; beachte die Vorgaben deines Labors.

Bei geöffneten Silageballen empfiehlt die LUFA mindestens zwei bis drei Ballen je Hektar Erntefläche. Entnimm Teilproben unmittelbar vor der Fütterung aus den ausgerollten, ausgebreiteten Ballen. Unterschiedliche Erntepartien bleiben getrennt.

Nasse Anschnittflächen verfälschen das Ergebnis

Nimm keine Probe von einer vom Regen durchnässten Anschnittfläche. Das ist die offene Silagefläche, an der das Futter entnommen wird. Wasser wäscht Bestandteile aus der Silage und senkt den gemessenen Trockenmassegehalt. In einem von der LfL beschriebenen Beispiel ergab eine Probe aus einer regenfeuchten Mais-Silagefläche 25,2 Prozent Trockenmasse, während der tatsächliche Wert bei 32,5 Prozent lag. Auch die gemessenen Gehalte an Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalium waren betroffen, weil Regenwasser diese Stoffe aus der Silage spülte.

Eine solche Abweichung führt zu einer anderen Rationsberechnung. Mit den LfL-Werten ergeben 20 Kilogramm Frischmasse bei 32,5 Prozent Trockenmasse rechnerisch 6,50 Kilogramm Trockenmasse; der falsche Befund von 25,2 Prozent ergibt 5,04 Kilogramm. Die Differenz von 1,46 Kilogramm beschreibt einen Berechnungsfehler, keinen gemessenen Aufnahmeverlust. Die tatsächliche Aufnahme hängt vom verfütterten Futter und den Futterresten ab. Das zeigt, warum mehrere passende Entnahmestellen wichtiger sind als eine sorgfältige Analyse einer ungeeigneten Einzelprobe.

Probe mit dem Labor abstimmen

Frag vor der Entnahme beim Labor nach der benötigten Probenmenge, dem passenden Behälter und den Vorgaben für den Versand. Kennzeichne die Probe eindeutig, etwa mit Silonummer, Futtermittel, Entnahmedatum und beprobtem Bereich. Wenn verschiedene Stellen getrennt eingesendet werden sollen, muss die Beschriftung erkennen lassen, woher jede Probe stammt.

Auch eine genaue Laboranalyse liefert kein verlässliches Ergebnis, wenn die Probe nicht repräsentativ entnommen wurde. Verpacke die Laborprobe möglichst luftdicht und lagere sie bei den von der LUFA NRW empfohlenen 2–8 °C. Versende sie zügig, möglichst zu Wochenbeginn. Die LfL empfiehlt höchstens ein bis zwei Tage gekühlte Zwischenlagerung und bei späterem Versand Einfrieren. Stimme eine längere Lagerung und das Einfrieren vorab mit dem Labor ab. Beschrifte den Beutel wasserfest, lege den ausgefüllten Untersuchungsauftrag bei und stimme den Transport mit dem Labor ab.

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