Bei Schweinefutter ist die Zusammensetzung der wichtigste Faktor für die Entwicklung des Tieres. Landwirte sollten ihre Futtermittel nicht allein nach dem niedrigsten Kaufpreis auswählen. Denn gutes Schweinefutter begünstigt nicht nur die Tiergesundheit und sorgt damit für geringere Tierverluste, sondern optimiert auch die Tageszunahmen in der Schweinemast. Ein höherer Kaufpreis ist allerdings kein Beweis für eine passende Mischung. Entscheidend sind die Nährstoffversorgung, die tatsächliche Leistung und die Kosten über die Mastdauer.
Schweinefutter: Die Zusammensetzung macht den Unterschied
Eine Futtermischung muss Energie, passende Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine liefern. Getreide, Eiweißfuttermittel und Mineralfutter erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die LfL untersucht Schweinemastrationen aus diesen Komponenten.
| Bestandteil | Aufgabe in der Mischung |
|---|---|
| Getreide und andere Energiefuttermittel | Liefern vor allem Energie; ihre übrigen Nährstoffe werden mitgerechnet |
| Eiweißfuttermittel | Ergänzen Aminosäuren, die für Wachstum und Körperfunktionen gebraucht werden |
| Mineralfutter | Ergänzt je nach Produkt Mineralstoffe, Vitamine und weitere Nährstoffe |
| Geeignete Faserträger | Tragen zur Faserzusammensetzung der gesamten Ration bei |
Feste Rezepturen mit Kilogrammangaben lassen sich nicht pauschal auf jeden Betrieb übertragen. Alter, Gewicht, Leistung und die Nährstoffwerte der vorhandenen Futtermittel müssen in die Berechnung eingehen.
Nicht möglichst viel Eiweiß, sondern passende Aminosäuren
Für Schweine zählt, welche Aminosäuren aus dem Futter verfügbar sind. Der Rohproteingehalt allein reicht deshalb nicht zur Beurteilung. Eine gezielte Ergänzung einzelner Aminosäuren kann helfen, den Gesamtproteingehalt am Bedarf auszurichten. Die LfL erläutert die bedarfsgerechte Aminosäurenversorgung.
Sojaextraktionsschrot, Rapsextraktionsschrot, Erbsen und Ackerbohnen unterscheiden sich in Zusammensetzung und Verdaulichkeit. Ein Austausch muss deshalb neu berechnet werden; ein Kilogramm eines Eiweißfutters ersetzt nicht automatisch ein Kilogramm eines anderen.
Was bringen Spezialfutter?
Mineralfutter ist als Ergänzung für eine bestimmte Grundmischung und Tiergruppe vorgesehen. Ein Ferkelfutter, Mastfutter und Sauenfutter erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Auch die eingesetzte Menge eines Mineralfutters muss zu dessen Zusammensetzung passen.
Ferkelstarter und Prestarter sind ebenfalls nach Einsatzzeitraum auszuwählen. Sie ersetzen direkt nach der Geburt nicht pauschal die Sauenmilch. Der Beitrag zum Ferkelstarter erläutert die Begriffe und den Wechsel nach dem Absetzen.
Bei Schweinefutter kann die Zusammensetzung aber je nach Hersteller stark unterschiedlich ausfallen. Eine absolut richtige Formel für die optimale Zusammensetzung des Futters gibt es jedoch nicht. Landwirte sollten vor dem Kauf deshalb genug Erfahrung mitbringen, um selbst beurteilen zu können, welche Futtermittel für ihren Betrieb am besten geeignet sind, oder sich zuvor ausführlich von einem Experten für Futtermittel beraten lassen.
Mit dem Wachstum verändert sich die Mischung
Der Bedarf bleibt während der Mast nicht unverändert. Die Phasenfütterung in der Schweinemast passt die Nährstoffversorgung an den jeweiligen Abschnitt an. Die LfL empfiehlt dafür regelmäßige Futteruntersuchungen und eine am Bedarf orientierte Versorgung.
Für einen Preisvergleich ist außerdem zu prüfen, ob sich die Nährstoffangaben auf Frischmasse oder Trockenmasse beziehen. Die Umrechnung mit Rechenbeispielen zeigt den Unterschied.
