Landwirtschaftliche Betriebe kauften 2025 mehr Mischfutter und Mineralfutter ein als im Vorjahr. Mischfutter ist eine fertig zusammengestellte Mischung aus verschiedenen Futterbestandteilen. Mineralfutter liefert vor allem Mineralstoffe und Spurenelemente, oft auch Vitamine. Die höheren Produktionsmengen zeigen, dass 2025 mehr Misch- und Mineralfutter hergestellt wurde. Daraus lässt sich jedoch weder ableiten, dass einzelne Betriebe mehr füttern, noch dass Mineralfutter teurer geworden ist.
Beim Einkauf zählen die Nachfrageentwicklung, die tatsächlichen Futterkosten und zuverlässige Lieferungen. Für 2025 meldete die Branche steigende Produktionsmengen, während die Futterpreise im Jahresverlauf zunächst leicht sanken. Im März 2026 verwies der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) dann auf steigende Energie- und Logistikkosten als möglichen Preistreiber.
Mehr Mischfutter, besonders für Rinder und Kälber
Die deutsche Mischfutterproduktion stieg 2025 laut DVT um 2,94 Prozent auf 22,5 Millionen Tonnen. Damit legte sie zum zweiten Mal in Folge zu, blieb aber unter dem Rekordniveau von 24,1 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2020. Die Angaben beruhen auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (DVT-Jahreszahlen).
Besonders deutlich wuchs die Herstellung von Kälberfutter: Sie legte um 8,9 Prozent zu. Bei Rinderfutter betrug das Plus 3,89 Prozent, bei Legehennenfutter 4,04 Prozent. Schweinefutter stieg um 1,57 Prozent. Gleichzeitig gingen die Tierbestände laut DVT im Mai 2025 weiter zurück, darunter die Rinderbestände um 2,7 Prozent und die Schweinebestände um 1,2 Prozent. Mehr Futterproduktion bedeutet deshalb nicht automatisch, dass mehr Tiere gehalten wurden. Zusammensetzung und Leistung der Tierbestände beeinflussen ebenfalls, welche Futtermengen hergestellt werden. Für Schweine nannte der DVT etwa mehr Jungschweine unter 50 Kilogramm Lebendgewicht und mehr Ferkel als mögliche Erklärung für das Produktionsplus.
Auch die regionale Verteilung kann bei der Suche nach Lieferanten helfen: 2025 entfielen rund 16,2 Millionen Tonnen Mischfutter auf Norddeutschland, rund 3 Millionen Tonnen auf den Süden und rund 3,2 Millionen Tonnen auf den Osten. Aus diesen Produktionszahlen allein lässt sich jedoch kein Preisvorteil einer Region ableiten.
Mehr Mineralfutter heißt nicht automatisch höhere Kosten
Die für Deutschland gemeldete Menge an Mineralfutter stieg 2025 um 5,34 Prozent. Damit nahm sie stärker zu als die Mischfutterproduktion. Der DVT erklärt in seiner Mitteilung nicht, wodurch dieser Zuwachs zustande kam. Zudem gibt die Gesamtmenge keinen Aufschluss darüber, wie viel ein einzelner Betrieb verfütterte oder welcher Anteil der betrieblichen Futterkosten auf Mineralfutter entfiel.
Auch für 2025 liegen in den angeführten Angaben keine gesonderten Preiszahlen für Mineralfutter vor. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) schätzte die Ausgaben der Landwirtschaft für Futtermittel insgesamt 2025 auf 9,8 Milliarden Euro ohne Umsatzsteuer. Rund 8,4 Milliarden Euro entfielen auf Mischfutter, 1,3 Milliarden Euro auf Einzelfuttermittel. Diese Summen beschreiben Ausgaben, nicht die Preisentwicklung einer bestimmten Futtersorte.
Für Milchviehbetriebe verändert sich zudem die fachliche Grundlage für die Mineralstoffversorgung. Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) überarbeitete 2023 ihre Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Oberösterreich sank der empfohlene Phosphorbedarf im Mittel um etwa 12 Prozent. Der Magnesiumbedarf steigt in den Empfehlungen mit zunehmender Leistung, während Calcium weitgehend auf dem bisherigen Niveau bleibt. Die DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer wurden 2025 an das neue System angepasst (Hinweise zu Mineralstoffen; DLG-Futterwerttabellen 2025).
Für Betriebe folgt daraus eine konkrete Einkaufsregel: Mineralfutter nach Ration und Bedarf auswählen, nicht allein nach Preis pro Sack oder Tonne. Eine Überversorgung bringt keinen pauschalen Vorteil. Ein Mengenelement ist ein Mineralstoff, den Tiere in vergleichsweise großen Mengen brauchen. Zu viel davon kann die Verwertung anderer Mineralstoffe beeinträchtigen. Bei Milchkühen sollten Betriebe deshalb vor einer Bestellung eines anderen Mineralfutters drei Dinge gemeinsam mit der Beratung oder dem Fütterungsfachbetrieb prüfen: die Analyse des Grundfutters, die Leistung der Tiere und die aktuelle Ration. Die Ration ist die tägliche Zusammenstellung des Futters.
Preise und Lieferwege getrennt beurteilen
Die gemeldeten Futterpreise sanken zunächst. Für den Zeitraum von Juni 2024 bis Juni 2025 meldete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft beispielsweise niedrigere Preise für Milchleistungsfutter und Rindermastfutter. Diese Entwicklung darf nicht mit den Kosten einzelner Mineralfuttermittel gleichgesetzt werden, für die hier keine vergleichbaren Preisreihen vorliegen. Im März 2026 erwartete der DVT-Präsident, dass höhere Energie- und Logistikkosten auf die Futtermittelpreise durchschlagen. Wie stark der Aufschlag ausfällt, war zu diesem Zeitpunkt offen (Einordnung der Preisentwicklung).
Auch die Herkunft der Rohstoffe beeinflusst die Beschaffung. Laut DVT importiert die EU mehr als 95 Prozent des Lysins, einer Aminosäure, die als Baustein von Eiweiß dient. Bei Vitaminen liegt der Anteil der Importe je nach Produkt zwischen 60 und über 70 Prozent. Unterbrechungen internationaler Lieferwege können daher die Verfügbarkeit einzelner Bestandteile belasten. Beim Soja wiederum meldete der DVT, dass rund 90 Prozent des in Deutschland eingesetzten Sojaschrots aus Gebieten stammen, die den Vorgaben der EU-Entwaldungsverordnung entsprechen. Die Branche schätzte zugleich mögliche zusätzliche Beschaffungskosten für Sojafutter auf 50 bis 70 Euro je Tonne. Das ist eine Branchenschätzung und kein belegter Aufpreis für jeden Betrieb (DVT-Angaben zu Soja-Lieferketten).
Beim Einkauf sollten Betriebe mehr als den Grundpreis vergleichen. Sie sollten Angebote mit derselben Zusammensetzung und Liefermenge gegenüberstellen. Frachtkosten und Liefertermine gehören ebenfalls in den Vergleich; mögliche Ersatzprodukte sollten sie prüfen. Bei wichtigen Ergänzungsstoffen ist es sinnvoll, mit dem Lieferanten zu klären, wie er bei Verzögerungen vorgeht. Größere Vorräte sind nicht automatisch günstiger: Sie binden Kapital und müssen zur Verbrauchsplanung und Lagerung des jeweiligen Futters passen.
