Schweinefütterung

Wasserversorgung für Schweine

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Durchfluss an das Gewicht anpassen
  2. Tränkestellen erreichbar und passend montieren
  3. Durchfluss regelmäßig messen
  4. Wasserqualität und Versorgung beobachten

Schweine brauchen jederzeit sauberes Wasser, das sie leicht erreichen können. Reicht der Durchfluss an der Tränke nicht aus oder wird sie von anderen Tieren blockiert, sinkt die Wasseraufnahme. Das belastet die Tiere und kann auch die Futteraufnahme und Leistung beeinträchtigen.

Die Tränke muss zur Tiergröße passen, für jede Tiergruppe genügend Trinkplätze bieten und genug Wasser liefern. Mit einfachen Messungen können Sie prüfen, ob die Wasserversorgung im Stall ausreicht.

Durchfluss an das Gewicht anpassen

Der Wasserbedarf hängt unter anderem von Körpergewicht, Leistung und Stallklima ab. Als grobe Orientierung nennt der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen einen durchschnittlichen täglichen Wasserbedarf von etwa zehn Prozent des Körpergewichts. Der tatsächliche Bedarf hängt vom Tier und den Bedingungen ab. Bei Hitze steigt die Wasseraufnahme deutlich.

Auch der Durchfluss der Tränke muss zum Alter und Gewicht passen. Die folgende Tabelle zeigt Orientierungswerte aus dem DLG-Merkblatt 464, die auch der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen aufführt:

Tiergruppe Richtwert für den Durchfluss
Saugferkel 0,4–0,5 l/min
Absetzferkel 0,5–0,7 l/min
Mastschweine unter 50 kg 0,6–1,0 l/min
Mastschweine mit 50–80 kg 0,8–1,2 l/min
Mastschweine mit 80–120 kg 1,5–1,8 l/min
Güste und niedertragende Sauen 1,5–1,8 l/min
Hochtragende Sauen 1,5–1,8 l/min
Säugende Sauen 2,5–3,0 l/min
Eber 1,0–1,5 l/min

Die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Quelle. Zum Beispiel nennt PIC für Mastschweine einen Bereich von 1 bis 1,5 Litern pro Minute. Eine Untersuchung an säugenden Sauen ergab, dass bei ständig verfügbarem Wasser 1,8 Liter pro Minute ausreichten; höhere Durchflüsse erhöhten später im Trinkvorgang vor allem die Wasserverschwendung. Wählen Sie den Durchfluss passend zur Tiergruppe und zur Bauart der Tränke. Stellen Sie nicht pauschal den höchsten Wert ein.

Bei zu geringem Durchfluss müssen die Schweine länger warten und können weniger Wasser aufnehmen. Bei Trockenfütterung kann eine knappe Wasserversorgung außerdem die Futteraufnahme begrenzen. Zu hoher Durchfluss oder spritzendes Wasser verschwendet Wasser und erhöht den Gülleanfall. In der Ferkelaufzucht kann ein Durchfluss von mehr als einem Liter pro Minute laut PIC-Empfehlungen die Wasseraufnahme sogar verringern und die Stallfeuchte erhöhen.

Tränkestellen erreichbar und passend montieren

In einer Bucht, also einem Gruppenabteil im Stall, müssen Schweine trinken können, ohne ständig mit ranghöheren Tieren um den Zugang zu kämpfen. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen nennt für die Gruppenhaltung eine Tränke für höchstens zwölf Schweine und empfiehlt mindestens zwei Tränkestellen pro Bucht. Diese Angabe ist nicht automatisch eine bundesweit geltende Regel. Betriebe sollten prüfen, welche Anforderungen an ihrem Standort gelten. Als praktische Orientierung empfiehlt auch PIC in Aufzucht und Mast etwa zehn bis zwölf Schweine je Wasserquelle.

Zwei räumlich getrennte Tränkestellen helfen, wenn ein Tier den Zugang versperrt oder Tiere an einer Stelle liegen und sich abkühlen. Bei frisch abgesetzten Ferkeln ist die Erreichbarkeit besonders wichtig: Nach dem Umstallen kann es laut PIC etwa 35 Stunden dauern, bis 85 Prozent der Ferkel die Tränke zuverlässig finden. Eine zusätzliche Wasserquelle, etwa ein breiter Trog, unterstützt die Aufnahme in den ersten Tagen.

Auch die Montagehöhe entscheidet darüber, ob die Tiere bequem trinken. Sie richtet sich nach Tiergröße und Tränkentyp. Tränken mit einem Nippel, aus dem Wasser durch ein Ventil fließt, sollten bei einem Auslaufwinkel von 90 Grad laut PIC auf Schulterhöhe des kleinsten Schweins im Abteil sitzen. Bei Nippeln mit 60-Grad-Winkel liegt die empfohlene Höhe zwei bis drei Zoll darüber. Für Beckentränken empfiehlt PIC, die Oberkante auf etwa 40 Prozent der Höhe des kleinsten Schweins einzustellen. In einem Abteil mit unterschiedlich großen Tieren zählt also das kleinste Tier als Maßstab.

Offene Tränken wie Becken erleichtern jungen Ferkeln den Einstieg, weil sie das Trinken nicht erst am Nippel erlernen müssen. Mutter-Kind-Tränken im Abferkelstall ermöglichen den Ferkeln außerdem, die Wasseraufnahme von der Sau zu übernehmen.

Durchfluss regelmäßig messen

Ein funktionierender Nippel allein beweist nicht, dass am Ende der Leitung genug Wasser ankommt. Der Durchfluss lässt sich mit einem Messbecher prüfen: 30 Sekunden lang Wasser auffangen und die gemessene Menge verdoppeln. Ergibt die Messung beispielsweise 500 Milliliter, beträgt der Durchfluss einen Liter pro Minute.

Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen empfiehlt, den Durchfluss regelmäßig zu messen, besonders nach Reinigungsarbeiten. PIC schlägt vor, jede Woche zehn Prozent der Tränken zu kontrollieren und die geprüften Stellen zu wechseln. So prüfen Sie nach und nach Tränken an verschiedenen Leitungsabschnitten und in verschiedenen Buchten. Bei auffälligen Unterschieden sollte geprüft werden, ob die betroffene Tränke verstopft ist, Druckprobleme vorliegen oder sich Ablagerungen gebildet haben.

Verschmutzte Leitungen und Biofilme, also Beläge aus Mikroorganismen und organischem Material an der Innenwand, können den Durchfluss laut PIC um bis zu 30 Prozent verringern. PIC empfiehlt, Wasserleitungen zweimal jährlich zu reinigen. Für die Auswahl und Anwendung eines Reinigungsmittels sind die Herstellerangaben und die Eignung für die jeweilige Anlage maßgeblich; verstopfte Nippel müssen gegebenenfalls ausgebaut und gereinigt werden.

Wasserqualität und Versorgung beobachten

Trinkwasser sollte klar sein und weder Fremdgeruch noch sichtbare Verunreinigungen aufweisen; bei Brunnenwasser oder auffälligem Geschmack und Geruch zeigt eine Wasseruntersuchung, ob das Wasser belastet ist. Grenz- und Orientierungswerte hängen davon ab, welche Richtlinie oder Empfehlung zugrunde liegt. Einzelne Zahlen aus unterschiedlichen Empfehlungen lassen sich daher nicht ohne Prüfung direkt vergleichen.

Der Wasserverbrauch ist außerdem ein nützlicher Hinweis auf Veränderungen im Stall. Sinkt die Aufnahme oder verändert sie sich plötzlich, sollte die Kontrolle bei den Tränken beginnen: Kommt an jeder Stelle Wasser an? Stimmen Durchfluss und Höhe? Sind die Tränken sauber und für alle Tiere erreichbar? Wenn Medikamente über das Trinkwasser gegeben werden, beeinflussen Leitungsvolumen und Wasserfluss, wann und in welcher Konzentration der Wirkstoff an den Tränken ankommt. Die Dosierung selbst gehört nach tierärztlicher Anweisung und den Vorgaben des verwendeten Präparats festgelegt.

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