Bullenmast

Trockenmasseaufnahme messen: Typische Fehler im Stall vermeiden

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Wer wissen will, wie viel Futter eine Rindergruppe tatsächlich aufnimmt, muss Wasser aus der Rechnung herausnehmen. Die Trockenmasse (TM) ist der Anteil des Futters, der nach dem Entfernen des Wassers übrig bleibt. Die Trockenmasseaufnahme gibt an, wie viele Kilogramm TM die Tiere im Durchschnitt aufnehmen.

Für eine brauchbare Schätzung müssen drei Angaben zusammenpassen. Dazu gehören die gewogene Futtermenge, der TM-Gehalt des vorgelegten Futters und die Menge des zurückgebliebenen Futters. Fehler bei Waage, Probe oder Aufzeichnungen verfälschen das Ergebnis. Die Rechnung liefert außerdem den Gruppenmittelwert; die individuelle Aufnahme jeder Kuh lässt sich daraus nicht ablesen.

Die Aufnahme aus Futter und Rest berechnen

Zuerst wird erfasst, wie viel Futter die Gruppe erhalten hat und wie viel davon übrig blieb. Der LKV Sachsen beschreibt die Aufnahme als vorgelegte Futtermenge abzüglich Futterrest, geteilt durch die Zahl der Kühe. Für die Trockenmasseaufnahme müssen beide Mengen zusätzlich mit ihrem jeweiligen TM-Gehalt verrechnet werden. Dabei zählt die Frischmasse, also das Futtergewicht einschließlich Wasser:

TM-Aufnahme je Tier = (vorgelegte Frischmasse × TM-Anteil des vorgelegten Futters − Frischmasse des Rests × TM-Anteil des Rests) ÷ Zahl der Tiere

Steht der TM-Anteil in Prozent, teilen Sie ihn für die Rechnung durch 100. Entscheidend ist, den TM-Gehalt sowohl beim vorgelegten Futter als auch beim Rest zu berücksichtigen. Wer nur die Frischmasse abzieht, rechnet Wasser mit und erhält keine Aufnahme in Kilogramm TM.

Das Ergebnis gilt für den erfassten Zeitraum und die gezählte Gruppe. Werden Futtermenge und Rest nicht für denselben Zeitraum gewogen, passt die Rechnung nicht: Ein Rest vom Morgen lässt sich nicht mit einer Futtermenge vergleichen, die erst danach vorgelegt wurde.

Waage, Futterrest und TM-Gehalt prüfen

Eine falsch anzeigende Mischwagenwaage überträgt ihren Fehler direkt auf die berechnete Aufnahme. Der LKV Sachsen nennt die Wiegegenauigkeit des Mischwagens als häufiges praktisches Problem. Zur Kontrolle empfiehlt der Verband, den leeren Wagen auf einer Fahrzeugwaage zu wiegen, die Ration möglichst genau zu laden und anschließend den vollen Wagen zu wiegen. Die angezeigte Abweichung zeigt, ob Wartung oder Reparatur nötig ist.

Auch beim Futterrest zählt das tatsächliche Gewicht. Wird sein Gewicht geschätzt oder nur teilweise zurückgewogen, stimmt der Abzug nicht mehr. Das gilt auch, wenn Futterreste aus einem anderen Zeitraum beigemischt werden. Für einen vergleichbaren Wert sollten Mitarbeitende den Rest vollständig und zeitnah erfassen und denselben Zeitraum wie bei der Vorlage verwenden. Der LKV empfiehlt die Rückwaage und bei Bedarf eine zusätzliche Bestimmung des TM-Gehalts sowie von Faser und Stärke im Restfutter.

Der TM-Gehalt verändert sich mit dem Futter. Deshalb verfälscht ein alter Analysewert die Rechnung, wenn die Silage inzwischen deutlich feuchter oder trockener ist. Der LKV Sachsen nennt die regelmäßige Kontrolle der Silage-TM als Teil der Fütterungskontrolle. Dafür kommen etwa eine Wringprobe oder eine Mikrowelle infrage; auch eine Heißluftfritteuse wird genannt. Solche Schnellprüfungen eignen sich für wiederkehrende betriebliche Kontrollen; die genannten Verfahren belegen für sich genommen jedoch keine bestimmte Messgenauigkeit. Bei auffälligen Veränderungen sollte der Betrieb eine Futterprobe im Labor untersuchen lassen.

Für die Rationsberechnung braucht eine Grassilageanalyse außerdem den richtigen Zeitpunkt: LUFA NRW hält die Werte ungefähr sechs Wochen nach dem Einsilieren für verlässlich, weil sich Gärung und Nährstoffgehalte vorher noch entwickeln. Das betrifft die Beurteilung der Silage für die Rationsplanung. Die laufende Kontrolle des TM-Gehalts im Stall bleibt davon zu unterscheiden.

Schätzungen und Aufzeichnungen richtig einordnen

Die berechnete Aufnahme ist ein Mittelwert für die Gruppe. Sie zeigt nicht, ob einzelne Kühe weniger fressen oder Futter aussortieren. Auch Milchdaten ersetzen die Messung nicht: Die DLG beschreibt Harnstoff in der Milch als relativen Hinweis auf Eiweißversorgung und Futteraufnahme auf Gruppen- und Herdenebene. Für die Beurteilung einzelner Kühe empfiehlt sie diesen Wert nicht. Milchkontrolldaten eignen sich deshalb als ergänzende Kontrolle, nicht als exakte Messung der täglichen Aufnahme.

Die Aufzeichnungen werden besonders dann unzuverlässig, wenn Futtermenge, Restgewicht, TM-Probe und Tierzahl nicht eindeutig zusammengehören. Ohne Datum lässt sich ein Eintrag nicht sicher zuordnen. Auch ein Gruppenwechsel oder eine nicht vermerkte Futterumstellung erschwert den Vergleich zwischen Tagen. Halten Sie Datum und Zeitraum, Gruppe und Tierzahl, vorgelegte Menge, Restmenge und die verwendeten TM-Werte gemeinsam fest. Kennzeichnen Sie auch, wenn Sie einen Wert schätzen statt ihn zu wiegen oder zu messen.

Ändern sich Geruch, Farbe oder Struktur des Futters deutlich oder passen die Ergebnisse nicht zu den Beobachtungen im Stall, sollte der Betrieb die Probe und die Waage prüfen, statt eine einzelne Zahl ungeprüft fortzuschreiben. Der LKV Sachsen empfiehlt bei größeren Veränderungen der Futtereigenschaften oder der Milchdaten eine Laboranalyse.

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