Bullenmast

Fütterung in der regenerativen Landwirtschaft

Invaso.de – Ihr Portal für Mineralfutter und Milchaustauscher
Inhalt4 Abschnitte
  1. Futteranbau bestimmt, was im Stall ankommt
  2. Futter, Tier und Wirtschaftsdünger verbinden
  3. Rationen nach Tierart und Lebensphase planen
  4. Nährstoffgehalte messen statt schätzen

Auf tierhaltenden Betrieben hängt die Fütterung davon ab, welches Futter auf den eigenen Flächen wächst und welche Nährstoffe mit Mist und Gülle zurück auf die Felder kommen. Regenerative Landwirtschaft umfasst hier Anbauweisen, die fruchtbare Böden und eine Vielfalt an Pflanzen fördern sollen. Ein einheitliches Fütterungsschema gehört nicht dazu.

Futteranbau, Tierhaltung und Düngung gehören zusammen: Die Pflanzen liefern Nährstoffe für Rinder, Schweine und Kälber. Die Tiere geben einen Teil davon über Milch, Fleisch und Zuwachs ab; mit Mist und Gülle gelangen andere Nährstoffe zurück auf die Flächen. Der Kreislauf bleibt teilweise offen: Zugekauftes Futter bringt Nährstoffe auf den Betrieb, während verkaufte Ernte sie hinausführt. Bei Lagerung und Ausbringung gehen ebenfalls Nährstoffe verloren. Betriebe müssen deshalb Futterbedarf, Flächennutzung und Nährstoffversorgung gemeinsam planen.

Futteranbau bestimmt, was im Stall ankommt

Wer Futter auf dem eigenen Betrieb erzeugt, kann den Anbau stärker an Tierart, Standort und Boden anpassen. Ein Milchviehbetrieb baut zum Beispiel Raufutter an, etwa Gras oder Silage. Silage ist haltbar gemachtes, vergorenes Futter. Ein Schweinebetrieb plant andere Futterbestandteile ein. Welche Pflanzen geeignet sind, hängt unter anderem von Klima, Böden und Fruchtfolge ab. Eine Fruchtfolge ist die Abfolge verschiedener Kulturen auf einem Feld über mehrere Jahre.

Eigener Futterbau kann den Zukauf nährstoffreicher Futtermittel verringern und die Abhängigkeit von Preisen und Lieferwegen senken. Das sind Ziele, die auch KWS in seinen ganzheitlichen Fütterungskonzepten nennt. KWS ist ein Saatgutunternehmen; seine Aussagen zu Klima- und Kostenvorteilen sind daher als Unternehmensposition einzuordnen, nicht als unabhängiger Nachweis für jeden Betrieb.

Für die Praxis zählt, ob die geplanten Kulturen tatsächlich zum Futterbedarf passen. Vor der Aussaat sollte der Betrieb daher Futterbedarf und vorhandene Flächen gegenüberstellen: Reicht das Grundfutter für die Rinderherde, und welche Ergänzungen brauchen Schweine oder Kälber? Eine vielfältigere Fruchtfolge verteilt den Anbau verschiedener Kulturen auf mehrere Jahre. Sie ersetzt aber nicht die Prüfung, ob Ertrag und Futterqualität für die Tiere ausreichen.

Futter, Tier und Wirtschaftsdünger verbinden

Mit dem Futter gelangen Nährstoffe in den Stall. Während ein Teil in Milch, Fleisch oder Wachstum gebunden wird, verlässt ein anderer Teil den Stall mit Mist und Gülle. Diese Wirtschaftsdünger bringen Nährstoffe zurück auf die Felder und können dort den Pflanzenbau unterstützen. Wie viele Nährstoffe sie enthalten, hängt unter anderem von Tierart, Futter, Leistung, Haltung und Lagerung ab.

Der Kreislauf ist deshalb keine geschlossene Schleife. Werden Futtermittel zugekauft, kommen Nährstoffe von außen auf den Betrieb. Werden Ernteprodukte verkauft, verlassen Nährstoffe den Betrieb. Auch Verluste bei Lagerung und Ausbringung zählen. Für eine verlässliche Planung sollte der Betrieb vergleichen, wie viele Nährstoffe mit Futter und Dünger hineinkommen und wie viele mit Ernte und Tierprodukten den Betrieb verlassen.

Eine Untersuchung von Daten aus einem Jahr auf 36 Milchviehbetrieben stellte große Unterschiede bei Stickstoffflüssen und -bilanzen fest. Die Autoren beschrieben Ertragshöhe und Düngemanagement als wichtige Einflussgrößen auf den Stickstoffüberschuss. Die Studie bezog sich auf die damalige Berechnung im Zusammenhang mit der Düngeverordnung; ihre Schlussfolgerungen zu dieser Berechnung lassen sich nicht ohne Weiteres auf heutige Regeln übertragen. Die Ergebnisse zeigen dennoch, warum Betriebe Düngung und Ernte zusammen betrachten sollten. Die Untersuchung zu Stickstoffbilanzen auf Milchviehbetrieben fand zudem, dass Milchvieh- und Futterbaubetriebe bei der Düngung von Ackerflächen nicht grundsätzlich besser oder schlechter abschnitten als reine Marktfruchtbetriebe.

Rationen nach Tierart und Lebensphase planen

Eine regenerative Futterplanung muss zuerst den Bedarf der Tiere decken. Bedarfsgerechte Fütterung heißt, dass Menge und Zusammensetzung zum Tier, seiner Leistung und seiner Lebensphase passen. Der Nährstoffbedarf eines Kalbs ändert sich während des Wachstums. Eine Milchkuh braucht eine andere Ration, also eine bestimmte Mischung aus Futtermitteln, als ein Schwein. Mehrphasige Fütterung bedeutet, die Zusammensetzung im Verlauf der Aufzucht oder Leistung anzupassen, statt allen Tieren dauerhaft dieselbe Mischung zu geben.

Für den Alltag heißt das: Futter nicht allein danach auswählen, was gerade auf dem Feld verfügbar ist. Ein Betrieb kann zum Beispiel die Qualität seines Grundfutters erfassen. Grundfutter ist das Futter, das den größten Teil der Rinderration ausmacht, etwa Gras oder Silage. Anhand der Qualität lässt sich prüfen, welche Ergänzung die Rinderherde braucht. Bei Schweinen sollte der Anteil hofeigener Komponenten ebenfalls an den Bedarf der jeweiligen Tiergruppe angepasst werden. Für Kälber sind getrennte Fütterungspläne nach Entwicklungsphase sinnvoll. Daraus lassen sich keine einheitlichen Futtermengen ableiten. Dafür müssen die Nährstoffgehalte des Futters und der Bedarf der Tiere bekannt sein.

Die EARA-Studie zu 78 Betrieben in 14 europäischen Ländern berichtete bei den untersuchten regenerativen Betrieben im Durchschnitt rund ein Prozent niedrigere Kalorien- und Proteinerträge je Hektar sowie geringeren Einsatz synthetischer Stickstoffdünger und Pestizide. Die Betriebe waren überwiegend pflanzenbaulich geprägt. Die Ergebnisse belegen daher nicht, welche Fütterung oder Leistung regenerative Tierhaltungsbetriebe erreichen. Sie machen aber deutlich, dass ökologische Kennzahlen und erzeugte Nahrungsmenge gemeinsam betrachtet werden müssen. Der Bericht zur Studie beschreibt dafür einen Index. Er fasst ökologische, klimatische und wirtschaftliche Leistungen zusammen.

Nährstoffgehalte messen statt schätzen

Für die Düngeplanung reicht ein Tabellenwert für Gülle oft nur als grobe Orientierung. Der Nährstoffgehalt schwankt je nach Fütterung, Tierleistung, Haltung und Lagerung. Eine Beratung zu Nährstoffgehalten in Wirtschaftsdüngern empfiehlt deshalb eine Analyse für die betriebliche Planung.

Die Probe muss die Gülle im Behälter repräsentieren. Dafür wird der Behälter gründlich durchmischt und anschließend eine Probe entnommen. Die genannte Beratung gibt dafür mindestens einen Liter an. Erst mit dem Analysewert kann der Betrieb genauer berechnen, wie viele Nährstoffe er auf den Flächen ausbringt. Ergänzend sollte der Betrieb Erntemengen und Futterzukäufe dokumentieren. So wird sichtbar, ob Nährstoffe auf dem Betrieb fehlen, im Überschuss anfallen oder mit Produkten abgeführt werden.

Invaso.de – Ihr Portal für Mineralfutter und Milchaustauscher

Mehr zum Thema Bullenmast

Alle 74 Beiträge