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Melasse für Rinder

Melasse liefert Rindern schnell verfügbare Zucker und kann trockene oder wenig schmackhafte Futterbestandteile besser aufnehmen lassen. Sie entsteht bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr und bleibt als dickflüssiger, zuckerhaltiger Sirup zurück. Für die Fütterung sind deshalb die Melassemenge und der Zuckergehalt der übrigen Ration zu berücksichtigen.

In einer Mischration, einer gleichmäßig vermengten Mischung aus Grund- und Ergänzungsfutter, dient Melasse als Energieträger und Bindemittel. Berechnen Sie die Ration sorgfältig und verteilen Sie die Melasse gleichmäßig. Achten Sie auch auf eine saubere Lagerung. Zu viel Melasse bringt die Gärung im Pansen, dem Vormagen der Rinder, aus dem Gleichgewicht.

Was Melasse zur Ration beiträgt

Melasse enthält vor allem Zucker wie Saccharose, Glucose und Fructose. Zuckerrübenmelasse enthält laut Angaben zum Agrarhandel typischerweise etwa 42 bis 47 Prozent Zucker; bei Zuckerrohrmelasse werden etwa 45 bis 65 Prozent genannt. Die Werte schwanken je nach Herkunft und Produkt. Für eine genaue Rationsberechnung ist daher die Deklaration des gelieferten Produkts maßgeblich. Eine Übersicht zu den Eigenschaften und Verwendungen bietet der Überblick zur Melasse im Agrarhandel.

Mikroorganismen im Pansen vergären die Zucker rasch. Sie bauen Futter ab und tragen so zur Versorgung des Rindes bei. Eine Übersichtsarbeit zur Verwendung von Melasse in der Tierernährung beschreibt Melasse als energiereiches Futtermittel, das einen Teil des Getreides ersetzen kann. Melasse ersetzt aber weder eine ausgewogene Ration noch ausreichend strukturreiches Futter.

Der süße Geschmack kann die Schmackhaftigkeit weniger beliebter Futterbestandteile verbessern. In pelletiertem Mischfutter hilft Melasse außerdem, Bestandteile zu binden und Staub zu verringern. Prüfen Sie dennoch die gesamte Ration: Melassezucker kommt zusätzlich zu den Zuckern aus anderen Futtermitteln hinzu.

Melasse in der Mischration gleichmäßig verteilen

Mischen Sie die Melasse so unter die Ration, dass sie sich nicht an einzelnen Stellen sammelt. Sonst nehmen manche Tiere mehr Zucker auf als vorgesehen. Halten Sie sich beim Einmischen an die Vorgaben des Lieferanten oder der Mischtechnik. Prüfen Sie, ob die Ration gleichmäßig aussieht und sich gleichmäßig entnehmen lässt.

Bei trockenen Komponenten kann die klebrige Flüssigkeit Staub binden. Wie Sie die Melasse einmischen, hängt davon ab, wie feucht die übrige Ration ist und welche Mischtechnik Sie verwenden. Prüfen Sie deshalb die Rationsberechnung und den Mischablauf gemeinsam. Setzen Sie keine feste Melassemenge unabhängig von den übrigen Futterbestandteilen an.

Eine Fachinformation zur Tierernährung nennt 0,5 bis 1 Kilogramm Melasse je Tier und Tag als groben Orientierungswert. Das ist keine allgemeine Empfehlung. Die Angabe bezieht sich auf die verfütterte Produktmenge und berücksichtigt nicht automatisch den Zuckergehalt der Melasse, die Leistung des Tieres oder die Zusammensetzung der Ration. Berechnen Sie die passende Menge daher für die konkrete Ration. Auch die Angaben zur Melasse in der Tierernährung nennen Leistung, Ration und Gesamtzuckergehalt als wichtige Faktoren.

Zu viel Zucker belastet den Pansen

Wird mehr Zucker vergoren, als die Pansenmikroorganismen und die übrige Ration ausgleichen können, gerät die Pansengärung aus dem Gleichgewicht. Eine mögliche Folge ist eine Pansenazidose, also eine Übersäuerung des Panseninhalts. Das Risiko steigt, wenn Melasse zusätzlich zu weiteren schnell vergärbaren Futtermitteln gegeben wird und die Ration nicht ausreichend strukturreiches Futter enthält.

Geben Sie Melasse deshalb nicht spontan zusätzlich zur bestehenden Ration. Lassen Sie bei einer Rationsänderung den Gesamtzuckergehalt und die Menge an strukturreichem Futter mitprüfen. Achten Sie darauf, ob die Tiere die Mischration gleichmäßig fressen. Wenn sie Futter stark aussortieren, verändert sich, wie viel sie von den einzelnen Bestandteilen aufnehmen.

Melasse sauber und geschlossen lagern

Melasse ist zähflüssig und lässt sich am besten in einem sauberen, geschlossenen Behälter lagern, der für das Produkt und die vorgesehene Entnahme geeignet ist. Halten Sie Staub, Futterreste und Wasser fern. Reinigen Sie Entnahmeleitungen und Anschlüsse regelmäßig. So verhindern Sie, dass Verunreinigungen in den Vorrat oder in das Futter gelangen.

Halten Sie sich bei Behälter, Entnahme und Lagerdauer an die Angaben des Lieferanten. Prüfen Sie vor dem Einmischen, ob Aussehen oder Geruch auffällig verändert sind, und verwenden Sie verdorbene oder verunreinigte Ware nicht. Da Melasse dickflüssig ist, sollte auch die Fördertechnik für diese Konsistenz ausgelegt sein; ungeeignete Pumpen oder verengte Leitungen erschweren die dosierte Entnahme.