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Lupinen füttern: Sortenwahl und Einsatzgrenzen für Rinder

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Welche Lupinenart passt zum Betrieb?
  2. Was Lupinen in die Ration einbringen
  3. Alkaloide, Lagerung und Futteraufbereitung
  4. Wie weit Lupinen in der Rinderration gehen

Lupinen liefern Rindern heimisches Eiweißfutter und können einen Teil des Sojaextraktionsschrots oder Getreides ersetzen. Welche Menge passt, hängt von Lupinenart und -sorte, dem Gehalt an Alkaloiden und der übrigen Ration ab. Alkaloide sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die bei hohen Gehalten die Eignung als Futter beeinträchtigen. Die Ration ist die gesamte Mischung aus Futtermitteln, die ein Tier erhält. Lupinen liefern viel Eiweiß und Energie. Ihr Eiweiß wird im Pansen aber stärker abgebaut als das Eiweiß aus Rapsextraktionsschrot.

Für die Fütterung eignen sich vor allem blau blühende schmalblättrige Lupinen sowie weiße und gelbe Lupinen. Heute angebaute „Süßlupinen“ sind auf einen niedrigen Gehalt an Bitterstoffen gezüchtet. Sie enthalten deshalb nicht zwingend gar keine Alkaloide. Bei hohen Gehalten beeinträchtigen diese pflanzlichen Inhaltsstoffe die Eignung als Futter. Welche Menge sicher eingesetzt werden kann, hängt von der Sorte, der Futteranalyse und der Ration ab.

Welche Lupinenart passt zum Betrieb?

Laut LfL Bayern ist die blau blühende schmalblättrige Lupine am widerstandsfähigsten gegen Anthraknose, eine Pilzkrankheit der Lupine, was bei der Sortenwahl für sie spricht. Ihr durchschnittlicher Rohproteingehalt liegt jedoch unter dem von weißen und gelben Lupinen. Rohprotein ist ein rechnerischer Wert, der aus dem Stickstoffgehalt des Futters abgeleitet wird.

Lupinenart Durchschnittlicher Rohproteingehalt bei 88 % Trockenmasse
Schmalblättrige, blau blühende Lupine 29 %
Weiße Lupine 34 %
Gelbe Lupine 38 %

Die Mittelwerte stammen aus einer Übersicht der Gesellschaft zur Förderung der Lupine. Sie sagen nicht voraus, wie viel Rohprotein eine konkrete Ernte enthält. Der Gehalt hängt von Sorte, Standort und Erntejahr ab. Für schmalblättrige Lupinen nennt die Übersicht Werte zwischen 18 und 33 Prozent Rohprotein, für weiße Lupinen zwischen 20 und 35 Prozent.

Laut Übersicht haben gelbe Lupinen im Durchschnitt den höchsten Rohproteingehalt. Ihr Anbau ist jedoch wegen der Anfälligkeit für Anthraknose stark begrenzt. Für weiße Lupinen nennt die LfL zwei zugelassene alkaloidarme Sorten mit ausgeprägter Anthraknosetoleranz, führt aber weder die Sortennamen noch die Zulassungsdaten auf. Bei der Entscheidung zählen neben dem Eiweißgehalt auch die Verfügbarkeit geeigneten Saatguts und das Anbaurisiko am Standort.

Was Lupinen in die Ration einbringen

Lupinen haben unter den heimischen Körnerleguminosen einen hohen Rohproteingehalt. Rohprotein ist ein aus dem Stickstoffgehalt des Futters berechneter Wert. Er zeigt allein nicht, wie gut das Tier das Eiweiß verwerten kann. Lupinen enthalten relativ viel Lysin, aber wenig Methionin. Lysin und Methionin sind Aminosäuren, aus denen Eiweiß besteht. Rapsextraktionsschrot kann die Versorgung mit diesen Aminosäuren verbessern.

Im Pansen bauen Mikroorganismen einen Teil des Futtereiweißes ab. Eiweiß, das den Pansen unverdaut passiert, heißt UDP. In der LfL-Vergleichstabelle beträgt dieser Anteil für Süßlupinen bei 20 Prozent, für Rapsextraktionsschrot bei 35 Prozent. Auch beim nXP-Wert, der das nutzbare Eiweiß am Dünndarm angibt, schneiden Lupinen in dieser Tabelle schlechter ab als Rapsextraktionsschrot. Lupinen liefern zugleich mehr Energie. Sie haben einen höheren Fettgehalt. Auch Pektine, leicht verdauliche Bestandteile der Zellwand, tragen dazu bei. Die LfL beschreibt diese Energie als passend für stärkereiche Rationen.

Besonders bei Milchkühen muss der höhere Fettgehalt in der gesamten Ration berücksichtigt werden. Lupinen enthalten außerdem viele ungesättigte Fettsäuren, die das Fettsäuremuster der Milch beeinflussen können. Ihr Rohfasergehalt liegt über dem anderer Körnerleguminosen. Wiederkäuer können diese wenig verholzte Faser gut verdauen; Lupinen enthalten vergleichsweise wenig Stärke.

Für einen groben Vergleich des Rohproteingehalts nennt die LfL: 1 kg Lupinen entspricht ungefähr 0,3 kg Getreide und 0,7 kg Sojaextraktionsschrot. Dieser Vergleich ersetzt keine Berechnung der gesamten Ration. Bei der Umstellung müssen auch Energie, Aminosäuren und die übrigen Futtermittel berücksichtigt werden.

Alkaloide, Lagerung und Futteraufbereitung

Der niedrige Bitterstoffgehalt macht Süßlupinen für die Fütterung geeignet. Trotzdem muss der Alkaloidgehalt bekannt sein. Die verfügbaren Angaben nennen weder einen Zahlenwert als Grenzwert für Rinder noch eine sichere Höchstmenge, die sich aus dem Alkaloidgehalt ableiten lässt. Erhitzen löst das Problem nicht: Alkaloide gelten als hitzestabil und werden durch Toasten kaum vermindert. Bei unbekannter Sorte oder auffälliger Ernte sollte das Futter vor dem Einsatz analysiert werden.

Für die Lagerung empfiehlt die LfL höchstens 12 Prozent Feuchtigkeit. Auch die Lupinengesellschaft warnt vor Schimmelrisiken bei Restfeuchte über etwa 12 bis 14 Prozent. Die ganzen Lupinenkörner müssen vor dem Verfüttern geschrotet oder gequetscht werden, damit sie aufgeschlossen sind. Toasten verbessert laut der Lupinengesellschaft die Verdaulichkeit oder den Energiegehalt für Wiederkäuer nicht zuverlässig.

Wie weit Lupinen in der Rinderration gehen

Für eine 50:50-Mischung aus Lupinen und Rapsextraktionsschrot nennt die LfL erprobte Höchstmengen: bei Aufzuchtrindern und Fressern 20 Prozent des Kraftfutters, bei Milchkühen 4 kg und bei Masttieren ab 200 kg Lebendgewicht 1,5 kg. Kraftfutter sind Futtermittel, die die Grundration ergänzen und viel Energie oder Eiweiß liefern. Die Tabellenwerte dienen zur Orientierung und sind keine gesetzlichen Höchstgrenzen. Bei den Werten für Milchkühe und Masttiere bleibt außerdem unklar, ob die Menge für den Lupinenanteil oder die gesamte Mischung gilt und worauf sie sich genau bezieht. Deshalb lassen sie sich nicht ungeprüft auf jede Ration übertragen.

Übernehmen Sie die Tabellenwerte daher nicht als feste Tagesmenge. Vor der Berechnung der Ration sollten der Trockenmasse- und Rohproteingehalt sowie möglichst auch der Alkaloidgehalt der eigenen Ernte bekannt sein. Trockenmasse bezeichnet das Futter ohne enthaltenes Wasser. Bei der Rationsberechnung sind außerdem der höhere Fettgehalt und der geringere UDP-Anteil im Vergleich zu Rapsextraktionsschrot zu berücksichtigen. Die in der LfL-Übersicht zur Rinderfütterung genannten Höchstmengen gelten ausdrücklich für die Mischung mit Rapsextraktionsschrot, nicht für beliebige Lupinenrationen.

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