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Futtererbsen rationieren: Stärke und Eiweiß kombinieren

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Futtererbsen liefern Rindern gleichzeitig Stärke und Eiweiß. In der Ration dienen sie deshalb vor allem als energiereiches Kraftfutter aus Körnerleguminosen. Das sind Hülsenfrüchte, die wegen ihrer Samen angebaut werden. Wer Erbsen verfüttert, sollte die Stärke aus ihnen auf die Stärke im übrigen Futter abstimmen. Außerdem sollte die Ration genug nutzbares Eiweiß enthalten.

„Nutzbares Rohprotein“ (nXP) bezeichnet das Eiweiß, das dem Rind im Dünndarm zur Verfügung steht. Der Wert hängt unter anderem davon ab, wie viel Eiweiß im Pansen, einem Vormagen des Rindes, abgebaut wird und wie viel Eiweiß ihn unverdaut passiert. Futtererbsen können einen Teil des Kraftfutters oder Eiweißfutters ersetzen, doch bei hohen Milchleistungen reicht ihr nXP-Gehalt allein nicht aus.

Stärke macht Erbsen vor allem zum Energiefutter

Eine bundesweite UFOP-Auswertung von 2015 bis 2017 ermittelte für Futtererbsen im Mittel 198 g Rohprotein und 471 g Stärke je kg bei 88 % Trockenmasse. Die Werte variierten zwischen den untersuchten Proben. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ordnet Erbsen deshalb vor allem als Energiefutter ein.

Für Milchkühe nennt die Auswertung im Mittel 11,9 MJ umsetzbare Energie (ME), 7,5 MJ Nettoenergie Laktation (NEL) und 160 g nXP je kg. ME gibt an, wie viel Energie dem Tier nach den Verlusten über Kot, Harn und Gase bleibt. NEL ist ein Energie-Maß für die Milchbildung. Die Werte stammen aus der genannten Auswertung und sind Orientierungswerte, keine Garantie für jede Partie.

Inhaltsstoff oder Kennzahl Mittelwert je kg bei 88 % Trockenmasse
Rohprotein 198 g
Stärke 471 g
Umsetzbare Energie für Rinder 11,9 MJ
Nettoenergie Laktation 7,5 MJ
Nutzbares Rohprotein (nXP) 160 g

Die Werte und ihre Spannweiten fasst die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu Körnerleguminosen in der Fütterung zusammen. Für die eigene Ration ist eine Analyse der tatsächlich verfütterten Erbsen aussagekräftiger als ein Tabellenmittelwert.

Stärke mit dem übrigen Kraftfutter abstimmen

Beim Rationieren zählt die Stärke aus allen Komponenten zusammen. Futtererbsen bringen bereits viel davon mit; deshalb sollte man bei ihrer Zugabe auch Getreide und andere stärkereiche Futtermittel berücksichtigen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt rund 4 kg je Kuh und Tag als grundsätzlich mögliche Einsatzmenge, wenn die Ration so berechnet ist, dass sie den Bedarf der Kuh deckt. Sie führt außerdem 4 bis 5 kg täglich als Orientierungsbereich für Milchkühe an. Diese Mengen sind keine pauschale Empfehlung. Die passende Menge hängt auch von Milchleistung, Futteraufnahme und Zusammensetzung der Gesamtration ab.

Ein hoher Erbsenanteil ersetzt außerdem nicht automatisch ein hochwertiges Eiweißfutter. Bei hohen Milchleistungen reicht der nXP-Gehalt der Körnerleguminosen laut Landwirtschaftskammer nicht aus; dann sind Ergänzungen mit Extraktionsschroten erforderlich. Raps- und Sojaschrot sind Extraktionsschrote, also eiweißreiche Futtermittel, die bei der Ölgewinnung anfallen. Sie liefern mehr Eiweiß, das den Pansen unverdaut passiert. Dieser Anteil heißt UDP, also pansenstabiles oder im Pansen nicht abgebautes Protein. Zum Vergleich nennt die Kammer für Erbsen je nach Datengrundlage und Pansenpassage etwa 17 bis 23 % UDP, für Rapsschrot 35 % und für Sojaschrot 30 %. Die Zahlen hängen unter anderem davon ab, wie viel Futter das Tier aufnimmt und wie schnell es den Pansen verlässt. Verwenden Sie sie deshalb nur zusammen mit der Rationsberechnung.

Auch die Eiweißqualität zählt: Erbsen enthalten viel Lysin, aber vergleichsweise wenig der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystin. Bei Rindern, die zu den Wiederkäuern gehören, beurteilt man den Bedarf an nutzbarem Eiweiß und Aminosäuren anders als bei Schweinen oder Geflügel. Übertragen Sie daher keine Einsatzwerte oder Verdaulichkeitsangaben aus deren Rationen direkt auf Rinder.

Verarbeitung verändert die Verfügbarkeit

Futtererbsen werden häufig als zerkleinerte, trockene Körner verfüttert. Beim Einsatz sollten die Erbsen gleichmäßig im Kraftfutter oder in der Mischration verteilt werden. Eine Mischration ist eine gemeinsame Mischung verschiedener Futtermittel. So erhält jedes Tier bei gemeinsamer Fütterung eine vergleichbare Mischung. Die genannten Quellen enthalten keine verlässlichen Angaben dazu, wie fein Erbsen für Rinder geschrotet werden sollten.

Beim Toasten, also einer Wärmebehandlung, ist Vorsicht bei der Übertragung von Versuchsergebnissen geboten. Untersuchungen an blauen Süßlupinen zeigten einen höheren UDP-Anteil nach dem Toasten. Bei Erbsen und Ackerbohnen kann die Wärmebehandlung zugleich die Stärkeverdaulichkeit erhöhen. Das heißt, das Tier kann die Stärke besser verdauen. Daraus lässt sich keine allgemeine Verbesserung für die Rinderration ableiten: Mehr verfügbare Stärke verändert die Energielieferung, und der konkrete Effekt auf Leistung oder Pansenfunktion ist nicht für jede Ration belegt.

Auch bei sogenannten antinutritiven Inhaltsstoffen, die die Nutzung von Nährstoffen beeinträchtigen können, muss man die Tierart berücksichtigen. Die Landwirtschaftskammer berichtet, dass Tannine, Vicin und Alkaloide den Einsatz bei Wiederkäuern nicht grundsätzlich einschränken; Tannine können zudem die Stabilität des Eiweißes begünstigen. Hinweise auf niedrige Tanningehalte als Voraussetzung für Futtererbsen beziehen sich auf andere Fütterungskontexte und sind nicht ohne Weiteres auf Rinder übertragbar.

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