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Futteranalyse lesen: Was Trockenmasse, Rohprotein und NDF verraten

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Inhalt5 Abschnitte
  1. Trockenmasse zeigt, wie viel Futter wirklich im Eimer steckt
  2. Rohprotein beschreibt den Stickstoffgehalt, nicht allein die Futterqualität
  3. NDF zeigt, wie viel Zellwandfaser das Futter enthält
  4. Gärqualität verrät, ob die Silage kontrolliert vergoren ist
  5. Werte gemeinsam lesen und Proben richtig nehmen

Wer Heu oder Grassilage einkauft oder verfüttert, muss die Zahlen auf dem Laborbericht richtig einordnen. Sie zeigen, wie viel Wasser das Futter enthält, wie viel Rohprotein und Faser darin stecken und ob die Silage sauber vergoren ist. Berücksichtigen Sie auch die Futterart und die Tiergruppe, um die Werte richtig einzuordnen.

Die Trockenmasse gibt an, welcher Anteil des Futters nach dem Entfernen des Wassers übrig bleibt. Rohprotein fasst stickstoffhaltige Bestandteile in einem Wert zusammen. NDF ist ein Maß für Pflanzenfasern, die aus Zellwandbestandteilen bestehen. Die Gärqualität beschreibt, wie die Mikroorganismen die Silage während der Lagerung vergoren haben. Achten Sie darauf, ob die Werte für das frische Futter (Frischmasse) oder für den wasserfreien Anteil (Trockenmasse) gelten.

Trockenmasse zeigt, wie viel Futter wirklich im Eimer steckt

Ein Kilogramm Frischfutter besteht aus Wasser und Trockenmasse. Der Trockenmasseanteil zeigt, wie viel davon nach Abzug des Wassers verbleibt. Mit dem Trockenmasseanteil können Sie einen Rohproteinwert auf Trockenmassebasis auf die Frischmasse umrechnen.

Die Umrechnung lautet: Wert auf Frischmassebasis = Wert auf Trockenmassebasis × Trockenmasseanteil. Für die Umrechnung von der Frischmasse auf die Trockenmasse teilen Sie den Frischmassewert durch den Trockenmasseanteil. Dabei wird der Prozentwert als Dezimalzahl eingesetzt.

Die Fütterungsempfehlung für Grassilage nennt für Grassilage einen Trockenmassegehalt von 28 bis 35 Prozent. Sehr feuchte Silage, besonders unter 30 Prozent, birgt ein erhöhtes Risiko für Fehlgärungen mit Buttersäure. Luft im Silostock erschwert eine stabile Gärung. Diese Werte beziehen sich auf Grassilage und gelten nicht automatisch für andere Futterarten.

Heu ist deutlich trockener: Es enthält im Allgemeinen etwa 89 Prozent Trockenmasse oder mehr. Deshalb lassen sich seine Werte auf Frischmassebasis anders lesen als die einer Silage. Prüfen Sie auf dem Laborbericht zuerst die Bezugsbasis, bevor Sie zwei Futtermittel vergleichen.

Rohprotein beschreibt den Stickstoffgehalt, nicht allein die Futterqualität

Rohprotein fasst stickstoffhaltige Bestandteile zu einem Kennwert zusammen. Ein hoher Wert sagt daher zunächst, dass das Futter viel Stickstoff enthält. Er beantwortet nicht allein, wie gut das Futter insgesamt ist oder wie viel davon das Tier nutzen kann.

Für Grassilage nennt die genannte Empfehlung für Grassilage 16 bis 18 Prozent Rohprotein in der Trockenmasse als Zielbereich. Bei Heu hängt der Wert stark von Pflanzenbestand und Ernte ab: Einheimisches Grasheu liegt laut Hinweisen zur Heuanalyse häufig bei 6 bis 8 Prozent, hochwertiges Leguminosenheu kann 15 Prozent oder mehr erreichen. Leguminosen sind zum Beispiel Klee und Luzerne.

Bewerten Sie den Rohproteingehalt zusammen mit den übrigen Werten: mit der Trockenmasse und dem Fasergehalt sowie bei Silage mit den Gärparametern. Welche Ration passt, hängt auch von den Tieren und den übrigen Futtermitteln ab.

NDF zeigt, wie viel Zellwandfaser das Futter enthält

NDF steht für „Neutral-Detergenzien-Faser“. Der Wert umfasst wesentliche Zellwandbestandteile der Pflanze: Hemizellulose, Zellulose und Lignin. Je reifer die Pflanzen sind, desto höher ist der NDF-Gehalt. Beim ersten Schnitt steigt er laut der Erläuterung zu Futterfasern schneller als bei späteren Schnitten.

Ein hoher NDF-Wert bedeutet mehr strukturreiche Faser im Futter. Dadurch sinkt die mögliche Futteraufnahme: Tiere fressen von einem faserreichen Futter weniger. Die genaue Einordnung hängt jedoch von Pflanzenart, Entwicklungsstadium und Schnitt ab. Gräser haben im Allgemeinen höhere NDF-Werte als Leguminosen und Kräuter. Ein einzelner Zielwert ist deshalb kein allgemeiner Qualitätsmaßstab für jedes Grundfutter.

Für Grassilage nennt die Bonsilage-Fütterungsempfehlung 42 bis 48 Prozent NDF in der Trockenmasse. Liegt der Wert außerhalb dieses Bereichs, prüfen Sie auch den Pflanzenbestand, den Erntezeitpunkt und die übrigen Analysewerte, statt den NDF-Wert allein als gut oder schlecht einzustufen.

Gärqualität verrät, ob die Silage kontrolliert vergoren ist

Während die Silage entsteht, wandeln Mikroorganismen Zucker in Säuren um. Diese Säuren senken den pH-Wert und helfen, das Futter zu konservieren. Der pH-Wert misst, wie sauer das Futter ist. Der pH-Zielwert für Grassilage hängt von der Trockenmasse ab und liegt laut Zielbereich je nach Trockenmasse bei etwa 4,0 bis 4,8.

LUFA Nord-West bewertet die Silage mit dem DLG-Schlüssel 2006, einem Punktesystem. Das Punktesystem bewertet Buttersäure, Essigsäure und Milchsäure. Auch der zur Trockenmasse passende pH-Wert fließt ein. Dabei wird Buttersäure besonders ungünstig bewertet: Unter 0,3 Prozent sind dafür bis zu 90 Punkte möglich. Für Essigsäure unter 3,0 Prozent gibt es im Schlüssel 0 Punkte; die Skala reicht von minus 70 bis 0 Punkten. 90 bis 100 Punkte entsprechen der Note „sehr gut“, weniger als 30 Punkte der Note „sehr schlecht“. Andere Labore können abweichende Bewertungssysteme verwenden. Die Erläuterung zur Gärqualität beschreibt die Kriterien und Punkteskala.

Ein hoher Buttersäuregehalt weist auf eine Fehlgärung hin. Sehr feuchte Silage ist dafür anfälliger. Außerdem kann sie mehr Trockenmasse verlieren und stärker Eiweiß abbauen. Der Punktwert zeigt nur begrenzt, wie gut die Silage nach dem Öffnen an der Luft stabil bleibt. Ein guter Punktwert ersetzt daher nicht die Kontrolle der Entnahmefläche und des geöffneten Silos.

Werte gemeinsam lesen und Proben richtig nehmen

Beginnen Sie mit der Trockenmasse und der Bezugsbasis. Danach ordnen Sie Rohprotein und NDF ein. Rohprotein zeigt den Stickstoffgehalt, NDF den Anteil an Zellwandfasern. Beide Werte werden erst im Zusammenhang aussagekräftig. Bei Silage kommen pH-Wert und Gärsäuren hinzu. Wenn der pH-Wert auffällig ist oder der Buttersäuregehalt hoch ausfällt, prüfen Sie die Gärqualität genauer. Das gilt auch, wenn Rohprotein und NDF passend erscheinen.

Eine Analyse ist nur so aussagekräftig wie die Probe. Für Heu empfiehlt die Anleitung von Extension Horses, mit einem Probenbohrer aus mindestens 20 bis 25 Ballen Proben bis in die Ballenmitte zu entnehmen. Farbe, Geruch, Blattanteil, Reifegrad und Fremdmaterial liefern zusätzliche Hinweise, ersetzen aber keine Laborwerte. Heu unterscheidet sich je nach Pflanzenbestand und Ernte. Nutzen Sie deshalb die Analyse der jeweiligen Partie.

Vergleichen Sie auffällige Werte mit den übrigen Futtermitteln und berücksichtigen Sie, welche Tiergruppe das Futter erhält. Wenn die Analyse allein keine klare Entscheidung erlaubt, kann eine Fütterungsberatung helfen, die Werte in eine passende Ration einzuordnen.

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