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Biertreber für Rinder: Herkunft, Futterwert und Lagerung

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Biertreber fällt beim Bierbrauen an und wird häufig an Rinder verfüttert. Er enthält viel Eiweiß und Faser, ist frisch aber sehr feucht und verdirbt schnell. Für den Betrieb zählen deshalb zwei Entscheidungen: Wie passt der Treber in die Ration, und wie lässt er sich bis zur Verfütterung sauber lagern?

Biertreber eignet sich als eiweißreiches Saftfutter, also als feuchtes Futtermittel. Frisch sollte er rasch verfüttert werden; für längere Lagerzeiten kommt vor allem die Silierung infrage. Die passende Rationsmenge hängt von der übrigen Fütterung und vom tatsächlichen Wasser- und Nährstoffgehalt der Lieferung ab.

Wie Biertreber beim Brauen entsteht

Beim Brauen wird geschrotetes Malz mit Wasser vermischt und erwärmt. Nach diesem Schritt, dem Maischen, trennt die Brauerei die flüssige Würze von den festen Malzbestandteilen. Die verbleibenden Schalen und anderen ungelösten Bestandteile bilden den Biertreber. Er stammt meist aus Gerstenmalz, kann aber auch Weizen enthalten, etwa bei Weißbier. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt ihn als Rückstand aus diesem Läutern der Maische.

Biertreber ist ein großer Nebenstrom der Bierherstellung und wird neben der Verfütterung auch für die Biogasgewinnung genutzt. Sein hoher Wassergehalt macht den Transport jedoch vergleichsweise teuer, wenn man die Kosten auf die enthaltene Trockenmasse bezieht. Trockenmasse bezeichnet den Anteil des Futters, der nach Abzug des Wassers übrig bleibt.

Was Biertreber zur Ration beiträgt

Biertreber liefert viel Eiweiß und Faser. Ein Teil seines Eiweißes wird im Pansen, dem Vormagen der Rinder, langsam abgebaut. UDP heißt der Eiweißanteil, der den Pansen weitgehend unverdaut passiert und erst im Dünndarm genutzt wird. Damit ergänzt Biertreber die Eiweißversorgung auf eine andere Weise als Futter, dessen Eiweiß schnell im Pansen abgebaut wird.

Seine Faser liefert allerdings keine Strukturwirkung: Biertreber ersetzt daher kein strukturreiches Grundfutter wie ausreichend langes Gras oder Heu. Außerdem enthält er vergleichsweise wenig Kalium und hat ein hohes Verhältnis von Phosphor zu Calcium. Bei der Rationsberechnung sollte daher die gesamte Versorgung mit Mineralstoffen berücksichtigt werden, besonders das Verhältnis von Phosphor und Calcium. Die LfL nennt zudem eine günstige Wirkung auf Verdauung und Kotkonsistenz.

Die verfügbaren Zusammensetzungswerte sind Orientierungswerte, keine Analyse jeder Lieferung. Die LfL-Tabelle bezieht sich auf silierten Biertreber und führt Werte nach der Gruber Tabelle auf. Frischer Treber kann je nach Wassergehalt und Verarbeitung davon abweichen. Für eine genaue Rationsberechnung zählt deshalb eine Analyse der konkreten Ware. Angaben zum Trockenmassegehalt reichen in den Quellen von etwa 12 bis 25 Prozent bis zu 23 bis 27 Prozent; die Spannweite lässt sich daraus nicht eindeutig erklären.

Auch die Brauart beeinflusst den Futterwert: Nach Angaben der LfL liefert Gerstentreber mehr Energie, aber weniger Rohprotein als Weißbiertreber aus einer Mischung von Gerste und Weizen. Die üblichen Mengenempfehlungen der LfL für Milchkühe liegen bei 6 bis 12 Kilogramm Frischmasse je Tier und Tag; als erprobte Höchstmenge nennt sie 15 Kilogramm. Für Aufzuchtrinder und Fresser empfiehlt sie 0,5 bis 1,5 Kilogramm je 100 Kilogramm Körpermasse. Diese Mengen beziehen sich auf das feuchte Futter und ersetzen keine Rationsberechnung.

Frischen Treber schnell verfüttern oder silieren

Frischer Biertreber ist nur kurz haltbar: Die LfL nennt höchstens zwei bis drei Tage, bei sommerlicher Wärme etwa eineinhalb Tage. Konservierungsmittel auf der Oberfläche können die Haltbarkeit laut LfL auf vier bis fünf Tage verlängern. Ohne rasche Verwendung oder Konservierung steigt das Risiko, dass das Futter verdirbt.

Für längere Lagerung wird Biertreber siliert. Dabei wird das Futter unter Luftabschluss gelagert, damit sich erwünschte Gärungsprozesse entwickeln und Schimmel sowie Fäulnis begrenzt werden. Nasser Treber ist dafür anspruchsvoll: Sein Zuckergehalt ist niedrig, sodass den Milchsäurebakterien wenig leicht vergärbarer Zucker zur Verfügung steht. Die Silierung von Biertreber braucht deshalb saubere Bedingungen und einen sorgfältigen Luftabschluss.

Für die Einlagerung eignet sich eine saubere, glatte und befestigte Fläche. Sie sollte einen Ablauf für austretenden Saft haben. Alternativ eignet sich ein Fahrsilo, in dem der Gärsaft aufgefangen wird. Die Ablagehöhe sollte ungefähr einen Meter betragen; bis zu 1,5 Meter nennt eine Fachquelle bei ausreichendem Vorschub als Obergrenze. Glätten und luft- sowie wasserdicht abdecken. Beim Entnehmen die Anschnittfläche sauber halten und ausreichend schnell vorrücken, damit die offene Silage nicht lange der Luft ausgesetzt bleibt. Empfehlungen zu Siliermitteln hängen unter anderem von der geplanten Lagerdauer ab: Die LfL rät bei mehr als acht Wochen Lagerung zu chemischen Siliermitteln, um das Risiko einer Buttersäuregärung zu begrenzen. Unter sauberen Bedingungen gelingt die Silierung laut Hinweisen zur Lagerung feuchter Nebenprodukte auch ohne Zusatzmittel. Die konkrete Vorgehensweise sollte daher zur Lagerdauer und zum Silierverfahren passen.

Gut verschlossene Biertrebersilage hält nach denselben Hinweisen ungefähr sechs bis acht Monate. Nach dem Öffnen schützt ein zügiger Vorschub vor Verderb. Schimmelige oder faulig riechende Partien gehören nicht in die Ration: Verdorbenes Futter kann die Leistung beeinträchtigen und bei Rindern schwere Gesundheitsstörungen auslösen.

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