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TMR und PMR bei Milchkühen

In der Milchviehfütterung beeinflusst die Art der Futtervorlage, wie gleichmäßig Kühe Nährstoffe aufnehmen und welche Technik der Betrieb braucht. Bei einer Vollmischration, international TMR für „Total Mixed Ration“ genannt, werden Grundfutter und Kraftfutter gemeinsam gemischt. Bei einer Teilmischration, PMR für „Partial Mixed Ration“, erhalten die Kühe eine gemischte Grundration und zusätzlich einzelne Futterbestandteile, häufig Kraftfutter.

Die Vollmischration hält die Nährstoffzusammensetzung jeder Futterportion möglichst gleich. Die Teilmischration lässt mehr Spielraum, etwa um einzelne Kühe gezielt mit Kraftfutter zu versorgen. Welche Variante besser passt, hängt vom Fütterungsziel ab. Auch die Herde, der Arbeitsablauf und die vorhandene Technik spielen eine Rolle.

Was Vollmischration und Teilmischration unterscheidet

Bei der TMR mischt ein Futtermischwagen die Komponenten zu einer einheitlichen Ration. So sollen die Kühe mit jedem Bissen ungefähr dasselbe Verhältnis von Grundfutter und Kraftfutter aufnehmen. Bei der PMR wird nur ein Teil des Futters gemischt. Die fehlenden Bestandteile, meist Kraftfutter, kommen getrennt dazu, zum Beispiel am Futtertisch oder über eine individuelle Kraftfutterzuteilung.

Merkmal Vollmischration (TMR) Teilmischration (PMR)
Futtervorlage Alle Rationsbestandteile werden gemeinsam gemischt. Ein Teil wird gemischt, weitere Bestandteile werden separat gefüttert.
Nährstoffaufnahme Jede Portion soll eine ähnliche Zusammensetzung haben. Die Aufnahme hängt auch davon ab, wie viel separates Futter die Kuh frisst.
Anpassung an einzelne Kühe Weniger flexibel, wenn alle dieselbe Mischung erhalten. Einzelne Tiere lassen sich über zusätzliches Futter gezielter versorgen.
Technik und Aufwand Erfordert einen geeigneten Mischwagen und eine gleichmäßige Mischung. Benötigt ebenfalls Mischtechnik und zusätzlich eine passende Zuteilung des Ergänzungsfutters, etwa über Kraftfutterstationen oder einen Melkroboter.

Der Unterschied liegt vor allem darin, wann und wie die Futterbestandteile zusammenkommen. Auch eine TMR sichert die tatsächliche Nährstoffaufnahme nur dann gut ab, wenn die Mischung gleichmäßig bleibt und die Kühe sie nicht stark sortieren. Mit einer PMR lässt sich die Futtermenge für einzelne Tiere gezielter anpassen. Das separat gefütterte Futter kommt zur Grundration dazu. Ein Versuch der LfL zeigt beispielhaft, wie eine Teilmischration aus Gras- und Maissilage, Heu/Stroh und Kraftfutter hergestellt wurde.

Ein Beispiel für PMR ist eine gemeinsame Mischung aus Grundfutter und einem Teil des Kraftfutters am Futtertisch. Eine Kuh erhält die für sie vorgesehene Ergänzung zusätzlich an der Kraftfutterstation oder im Melkroboter. Für ihre Gesamtration müssen beide Anteile zusammen gerechnet werden.

Was die Kühe tatsächlich aufnehmen

Eine TMR ist auf eine gleichmäßige Aufnahme ausgelegt. Das gelingt aber nicht allein dadurch, dass das Futter gemischt wurde: Kühe können Bestandteile aus einer Mischung aussortieren. Bei der PMR kommt eine weitere Frage hinzu: Frisst eine Kuh die angebotene Grundration und das separate Kraftfutter in dem vorgesehenen Verhältnis? Unterscheidet sich die tatsächliche Futteraufnahme stark, unterscheiden sich auch die Nährstoffmengen, die die Tiere aufnehmen.

Bei beiden Varianten braucht die Ration ausreichend strukturwirksame Faser. Die reine Menge an Faser sagt noch nicht, ob die Mischung das Wiederkäuen genügend anregt. Auch Zerkleinerung, Sortieren und der Anteil schnell vergärbarer Stärke und Zucker spielen eine Rolle. Die tatsächliche Aufnahme lässt sich deshalb nicht allein aus dem berechneten Mischungsrezept ableiten.

Technik, Arbeit und Wirtschaftlichkeit abwägen

Eine TMR verlangt einen Mischwagen, der die Komponenten zuverlässig dosiert und mischt. Das bindet Kapital und setzt voraus, dass der Betrieb die Mischung gleichmäßig herstellen und vorlegen kann. Auch eine PMR wird üblicherweise mit einem Futtermischwagen hergestellt; dazu kommt die Technik für das separat zugeteilte Kraftfutter. Sie erlaubt eine flexiblere Ergänzung der Grundration. Dafür muss der Betrieb die separate Fütterung so organisieren, dass die Kühe Zugang zum zusätzlichen Futter haben und die Zuteilung zum Bedarf passt. Welche Variante weniger kostet, hängt von der vorhandenen Technik, der Herdenstruktur und dem Arbeitsablauf ab.

Auch die Milchleistung allein reicht als Maßstab für die Wirtschaftlichkeit nicht aus. Die Futtereffizienz wird häufig berechnet, indem man die Menge energiekorrigierter Milch durch die aufgenommene Trockenmasse teilt. Die energiekorrigierte Milch berücksichtigt Unterschiede im Energiegehalt der Milch. Dieses Verhältnis zeigt jedoch nicht, wie viel vom Milcherlös nach Abzug der Futterkosten übrig bleibt. Dafür eignet sich eher der Milcherlös abzüglich Futterkosten (englisch: Income over Feed Cost). Er vergleicht die Einnahmen aus der Milch mit den Ausgaben für das Futter. Die Einordnung von Futtereffizienz und Futterkosten (englisch) erklärt, warum eine höhere Milchleistung allein keinen höheren Gewinn garantiert.

Die passende Ration für den Betrieb wählen

Eine TMR passt eher, wenn der Betrieb alle Futterbestandteile zuverlässig gemeinsam mischen und vorlegen kann und eine möglichst einheitliche Aufnahme für die Herde anstrebt. Eine PMR kommt eher infrage, wenn der Betrieb bestimmte Tiere zusätzlich versorgen oder vorhandene Fütterungstechnik nutzen möchte. Bei der Entscheidung sollte der Betrieb die Anschaffungs- und Arbeitskosten abwägen und prüfen, wie gut er die tatsächliche Futteraufnahme kontrollieren kann.

Wer das System wechselt, sollte vor und nach der Umstellung dieselben Kennzahlen erfassen: Milchmenge und Milchzusammensetzung, Futteraufnahme, Futterkosten und Milcherlös abzüglich Futterkosten. Dazu gehört die Kontrolle, ob die Kühe Bestandteile aus der Mischung aussortieren und das separat angebotene Futter gleichmäßig aufnehmen. Die Zuteilung des Kraftfutters und die Zusammensetzung der Mischration müssen zusammen bewertet werden. Wie man die Angaben zu Trockenmasse, Eiweiß und Faser liest, erläutert der Beitrag zur Futteranalyse. Einen Überblick über die Futterbestandteile bietet der Leitfaden zur Milchkuhfütterung.