In der Bullenmast prüfst du mit einer Rationskontrolle, ob die berechnete Mischung im Trog landet und die Tiergruppe sie frisst. Zu den Prüfpunkten gehören Futteranalysen und Trockenmasse. Auch Futterangebot und Futterreste zählen, ebenso die Entwicklung der Bullen. Die Trockenmasse ist der Futteranteil ohne Wasser; die Trockenmasseaufnahme beschreibt, wie viel davon die Tiere täglich fressen.
Ein höherer Trockenmasseanteil in der Mischung bedeutet nicht automatisch, dass jeder Bulle mehr Trockenmasse aufnimmt. Entscheidend sind auch die angebotene Frischmasse, also das Futter einschließlich Wasser, die Futterreste und die tatsächliche Aufnahme.
Futterwerte und Mischung abgleichen
Lass das Grundfutter untersuchen, besonders wenn sich Erntepartien oder Futterqualitäten ändern. Eine Analyse liefert die Werte, mit denen sich die Ration berechnen lässt. Ohne diese Grundlage bleibt unklar, ob die gemischte Ration noch zur geplanten Zusammensetzung passt. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt, die Futterqualität regelmäßig zu prüfen und die Mischung bei Veränderungen daran anzupassen.
Kontrolliere außerdem, ob die Mischwagenwaage korrekt arbeitet und die Mischwerkzeuge intakt sind. Bei einer ungleichmäßigen Mischung sortieren Bullen leichter einzelne Bestandteile aus. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt eine Mischzeit von fünf bis zehn Minuten nach Zugabe der letzten Komponente als Orientierung. Prüfe Struktur und Feuchtigkeit gemeinsam: Eine Schüttelbox kann zeigen, wie sich die Partikelgrößen in der Mischung verteilen. Vergleiche die Probe mit dem Futter im Trog und den Resten. Ein einzelner Messwert reicht nicht aus, um die gesamte Fütterung zu beurteilen.
Die Gruber Tabelle zur Fütterung in der Rindermast bietet fachliche Orientierung. Die dortigen Tabellenrationen sind Rechenbeispiele für bestimmte Voraussetzungen. Passe sie deshalb an die eigenen Futteranalysen, die Tiergruppe und das Fütterungssystem an, statt sie unverändert als Hofvorschrift zu übernehmen.
Angebot und Futterreste täglich erfassen
Wiege die vorgelegte Frischmasse für jede Tiergruppe und erfasse die Reste vor der nächsten Fütterung. Für die tägliche Trockenmasseaufnahme rechnest du das angebotene Futter in Trockenmasse um und ziehst die Trockenmasse der Reste ab. Teile das Ergebnis durch die Zahl der Tiere in der Gruppe, um den Gruppenmittelwert pro Tier zu erhalten. Dieser zeigt nicht, wie viel jedes einzelne Tier gefressen hat.
Dafür brauchst du den Trockenmassegehalt der Mischung und möglichst auch den der Reste. Die Reste können trockener oder feuchter als das vorgelegte Futter sein, wenn Tiere Bestandteile aussortiert haben. Den Trockenmassegehalt der Mischung einfach mit der gesamten Futtermenge gleichzusetzen, führt daher zu einer ungenauen Einschätzung der Aufnahme.
Ein leerer Trog ist kein verlässliches Zeichen für eine passende Fütterung. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen beschreibt für die Bullenmast eine kontrollierte Fütterung mit geringen Resten im Bereich von ein bis zwei Prozent. Das ist eine Orientierung aus diesem Zusammenhang, kein allgemeingültiger Zielwert für jede Ration oder jeden Betrieb. Entferne die Reste täglich: Sie können verschmutzt sein und liefern nur begrenzten Futterwert.
Tiergruppe und Gewichtsentwicklung mitprüfen
Fasse bei der Auswertung nur Tiere zusammen, die vergleichbare Voraussetzungen haben, etwa eine ähnliche Mastphase und ein ähnliches Gewicht. Halte Tierzahl, Futterangebot, Reste und Aufnahme je Gruppe fest. Ändert sich die Gruppengröße, muss auch die Bezugsgröße für die Aufnahme pro Tier angepasst werden.
Wiege die Bullen in regelmäßigen Abständen und vergleiche die Gewichtsentwicklung mit der Futteraufnahme. Monatliche Gewichtskontrollen sind ein möglicher Rhythmus, wenn sie im Betrieb praktikabel sind. Ein Versuch mit Fleckviehbullen erfasste die Trockenmasseaufnahme je Tiergruppe täglich und kontrollierte die Gewichte regelmäßig. Die Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Tiere und Rationen; sie liefern keinen pauschalen Sollwert für andere Bestände. Beschreibung des Fütterungsversuchs
Weichen Aufnahme oder Gewichtsentwicklung von den betrieblichen Erwartungen ab, prüfe zuerst, ob die Messungen stimmen: Stimmen Waage und Tierzahl? Wurde die Futterprobe passend zur tatsächlich verfütterten Partie genommen? Sind Mischung und Reste gleichmäßig beziehungsweise sichtbar sortiert? Erst mit diesen Angaben lässt sich beurteilen, ob die Ration neu berechnet oder die Fütterung angepasst werden muss.
