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Kälberfütterung: Milch, Wasser und Kraftfutter richtig kombinieren

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Bei der Kälberaufzucht versorgen Milch, Wasser und Kraftfutter das Kalb auf unterschiedliche Weise. Milch liefert vor allem in den ersten Lebenswochen Energie und Eiweiß. Wasser muss zusätzlich jederzeit verfügbar sein. Kraftfutter hilft dem Kalb später, feste Nahrung zu fressen und den Pansen zu entwickeln. Im Pansen, einem Vormagen, werden feste Futtermittel vergoren.

Die Versorgung beginnt mit Kolostrum, der ersten Milch nach der Geburt. Danach bekommen die Kälber ihre Milchtränke. Frisches Wasser steht in einem eigenen Gefäß bereit. Kraftfutter wird früh angeboten, sobald das Kalb daran lecken und davon fressen kann. Keines der drei Futtermittel ersetzt die anderen.

Erst Kolostrum, dann die regelmäßige Milchtränke

Das Kalb braucht unmittelbar nach der Geburt Kolostrum. Die DLG empfiehlt mindestens drei Liter hygienisch einwandfreies Kolostrum innerhalb der ersten zwei Lebensstunden. Die darin enthaltenen Abwehrstoffe, sogenannte Immunglobuline, gelangen in dieser frühen Phase durch die Darmwand ins Blut. Etwa zehn bis zwölf Stunden nach der Geburt lässt diese Durchlässigkeit stark nach, wie die DLG-Empfehlungen für Kälber erläutern.

Nach der Kolostrumversorgung folgt Vollmilch oder ein geeigneter Milchaustauscher. Ein Milchaustauscher ist ein Pulver, das mit Wasser zur Tränke angerührt wird. Die DLG nennt für (Verkaufs-)Kälber Tagesmengen von 8 bis 12 Litern, abhängig von der Rasse. Das ist ein Orientierungsbereich aus diesem Aufzuchtkontext, keine pauschale Vorgabe für jedes Kalb. Entscheidend ist auch, wie viel Energie und Eiweiß das Kalb tatsächlich aufnimmt.

Bei Vollmilch empfiehlt die DLG einen Ergänzer mit Vitaminen. Für die Tränke selbst zählen zudem Temperatur und Saugtempo: Das DLG-Merkblatt zur Geburt und den ersten Lebenswochen nennt für Frischmilch 38 bis 40 °C und anfangs höchstens 1,5 Liter pro Portion. Ein Saugnuckel mit kleiner Öffnung unterstützt langsames Trinken. Beim Saugen schließt sich die Schlundrinne: Sie leitet die Milch am Pansen vorbei in den Labmagen.

Wasser steht von Anfang an neben der Milch

Wasser gehört ab dem ersten Lebenstag in ein eigenes Gefäß. Eine Schüssel oder ein voller Eimer bietet dem Kalb eine freie Wasseroberfläche. Die DLG empfiehlt, das Wasser täglich zu erneuern, Tränkevorrichtungen täglich zu reinigen und Reste zu verwerfen.

Milch deckt den Wasserbedarf nicht zuverlässig. Kälber, die viel Milch trinken, nehmen häufig nur wenig zusätzliches Wasser auf. Das fällt besonders beim Abtränken auf: Sinkt die Milchmenge rasch, gleichen die Kälber den Flüssigkeitsverlust nicht unbedingt sofort durch mehr Wasser aus. Deshalb sollte die Milchtränke schrittweise reduziert und Wasser durchgehend angeboten werden.

Wasser hilft dem Kalb auch, feste Nahrung zu verwerten. Es gelangt in den Pansen und unterstützt dort die Verdauung fester Futtermittel. Wasser und Milch haben unterschiedliche Aufgaben und sollten deshalb getrennt angeboten werden.

Kraftfutter früh anbieten, Milch nicht vorschnell kürzen

Kraftfutter für Kälber, oft Kälberstarter genannt, kann früh in einer sauberen Schale angeboten werden. Anfangs fressen die Kälber davon nur wenig. Bei reichlicher Milchtränke ist das zu erwarten: In den ersten Lebenswochen stammt der größte Teil der aufgenommenen Nährstoffe aus der Milch. Frisches, hygienisches Beifutter bleibt trotzdem wichtig. So lernt das Kalb nach und nach feste Nahrung kennen und der Pansen reift.

Ab dem achten Lebenstag empfiehlt das DLG-Merkblatt zusätzlich Raufutter oder anderes strukturiertes, rohfaserreiches Futter. Kraftfutter und Raufutter haben dabei unterschiedliche Eigenschaften; zusammen mit freiem Wasser ermöglichen sie dem Kalb, die Aufnahme fester Nahrung nach und nach auszubauen.

Ein sinnvoller Ablauf im Stall sieht daher so aus:

  1. Nach der Geburt Kolostrum geben.
  2. Anschließend die geplante Milchtränke in gleichmäßigen Portionen oder nach dem gewählten Tränkesystem anbieten.
  3. Wasser von Anfang an in einem eigenen, täglich gereinigten Gefäß bereitstellen.
  4. Kälberstarter früh zugänglich machen; strukturiertes Raufutter ab dem achten Lebenstag anbieten.

Die Reihenfolge zeigt, womit die Versorgung beginnt. Sie legt keine festen Zeitabstände fest: Wasser und Beifutter müssen nicht warten, bis das Kalb seine Milch getrunken hat. Beurteile die Milchmenge auch nicht allein danach, wie viel Flüssigkeit im Eimer bleibt. Die DLG empfiehlt eine kontrolliert satte Fütterung. Dabei zählt, wie viel Energie und Nährstoffe das Kalb täglich aufnimmt. Beim Abtränken helfen eine langsame Reduktion der Milch und die Beobachtung, ob das Kalb zunehmend feste Nahrung frisst.

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