Bullenmast

Frischmasse und Trockenmasse beim Futter: Unterschiede und Umrechnung

Invaso.de – Ihr Portal für Mineralfutter und Milchaustauscher
Inhalt5 Abschnitte
  1. Frischmasse, Trockenmasse und Trockensubstanz
  2. Die Umrechnung in beide Richtungen
  3. Rechenbeispiel: Wenn die Silage feuchter ist als angenommen
  4. Warum Tabellenwerte nicht immer für die eigene Silage passen
  5. Trockenmassegehalt messen

Wer Rinder füttert, wiegt das Futter meist so, wie es aus dem Silo oder von der Wiese kommt. Dieses Gewicht heißt Frischmasse. Für den Vergleich von Futtermitteln und die Rationsberechnung ist entscheidend, wie viel Futter ohne Wasser übrig bleibt. Diese Menge heißt Trockenmasse. Das Wasser enthält keine Nährstoffe und verringert die Nährstoffmenge je Kilogramm Frischfutter.

Zur Umrechnung multipliziert man die Frischmasse mit dem Trockenmasseanteil. So lassen sich Futtermittel vergleichen und die Frischfuttermenge an den Wassergehalt anpassen.

Frischmasse, Trockenmasse und Trockensubstanz

Frischmasse (FM) umfasst das Gewicht des Futters samt Wasser, während Trockenmasse (TM) das Gewicht bezeichnet, das nach dem Entfernen des Wassers übrig bleibt. Der Trockenmassegehalt gibt an, wie viel Trockenmasse im Futter enthalten ist. Er wird als Prozentwert oder in Gramm je Kilogramm angegeben.

Im Futterbereich werden Trockenmasse und Trockensubstanz (TS) häufig gleichbedeutend verwendet. Manche Fachtexte unterscheiden die Begriffe: Trockenmasse bezeichnet dann eine absolute Menge, Trockensubstanz den Anteil am Gesamtgewicht. Achten Sie deshalb auf die Einheit. Frischmasse setzt sich aus Trockenmasse und Wasser zusammen. Trockenmasseanteil und Wasseranteil ergeben zusammen 100 %. Eine Einführung in diese Begriffe bietet Benjamins Kuhblog.

Die Umrechnung in beide Richtungen

Für die Umrechnung von Frischmasse in Trockenmasse gilt:

Trockenmasse (kg) = Frischmasse (kg) × Trockenmasseanteil

Setzen Sie den Prozentwert als Dezimalzahl ein. Um aus einer gewünschten Trockenmasse die benötigte Frischmasse zu berechnen, teilen Sie die Trockenmasse durch den Trockenmasseanteil:

Frischmasse (kg) = gewünschte Trockenmasse (kg) ÷ Trockenmasseanteil

Beispiele:

Je feuchter das Futter ist, desto mehr Frischfutter braucht das Tier, um dieselbe Menge Trockenmasse aufzunehmen.

Rechenbeispiel: Wenn die Silage feuchter ist als angenommen

Eine Ration soll täglich eine bestimmte Menge Trockenmasse aus Grassilage liefern. Ist der tatsächliche TM-Gehalt niedriger als angenommen, muss mehr Frischmasse verfüttert werden, damit die Ration die geplante Trockenmasse enthält.

Wird weiterhin dieselbe Frischmasse verfüttert, nimmt das Tier weniger Trockenmasse auf als geplant. Passen Sie deshalb die Frischfuttermenge an den tatsächlichen TM-Gehalt an.

Warum Tabellenwerte nicht immer für die eigene Silage passen

Der Trockenmassegehalt von Silage hängt unter anderem vom Erntezeitpunkt, vom Wetter und von der Lagerung ab. Kraftfutter enthält laut der Fachquelle meist einen recht gleichbleibenden Trockenmasseanteil von 86 bis 91 %. Bei Silage schwankt der Anteil stärker. Für Grassilage nennt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft einen Zielbereich von 300 bis 400 g TM je Kilogramm. Ihre Auswertung zeigt, dass ein Durchschnittswert vom Gehalt der einzelnen Silage abweichen kann: Beim ersten Grasschnitt 2021 lag der Mittelwert bei 371 g/kg, im oberen Viertel bei 415 g/kg. Die Daten zur Futteranalyse der LfL Bayern zeigen den Unterschied zwischen einem Tabellenwert und dem tatsächlichen Futter.

Eine Abweichung vom Tabellenwert verändert die Rationsrechnung. In einem Beispiel der LfL wich der tatsächliche TM-Gehalt der Grassilage vom verwendeten Tabellenwert ab. Die Berechnung der LfL zeigt, dass die Ration dann angepasst werden muss, um die Energie- und Proteinversorgung anzugleichen. Für die eigene Ration ist eine Futteranalyse daher aussagekräftiger als ein allgemeiner Tabellenwert.

Trockenmassegehalt messen

Im Labor wird das Futter zerkleinert und bei 105 °C getrocknet, um den Trockenmassegehalt zu bestimmen. Mikrowelle und Heißluftfritteuse liefern schneller einen Richtwert. Ihre Ergebnisse stimmen aber nicht immer mit dem Laborverfahren überein. Bei Versuchen des LKV Sachsen entwickelte sich in der Mikrowelle Rauch aus einer Silageprobe. Der Versuch wurde abgebrochen. Gehen Sie bei solchen Schnellmethoden vorsichtig vor. Für wichtige Entscheidungen zur Ration ersetzen sie keine verlässliche Analyse.

Für die tägliche Rechnung gilt: Frischmasse mit dem gemessenen TM-Anteil multiplizieren. Wenn sich die Silage ändert, prüfen Sie den Trockenmassegehalt erneut, statt weiter mit einem älteren Analysewert zu rechnen.

Invaso.de – Ihr Portal für Mineralfutter und Milchaustauscher

Mehr zum Thema Bullenmast

Alle 52 Beiträge
Vitamin E für Rinder

Vitamin E für Rinder

Wie gut Rinder mit Vitamin E versorgt sind, hängt davon ab, wie viel das Futter nach Ernte und …

Kupfer im Rinderfutter

Kupfer im Rinderfutter

Kupfer gehört zu den Spurenelementen: Rinder brauchen davon nur kleine Mengen, aber eine ausreichende Versorgung ist wichtig. Wie …

Selen im Rinderfutter

Selen im Rinderfutter

Rinder brauchen Selen in kleinen Mengen. Es hilft Enzymen, die Zellen vor Schäden zu schützen. Selenmangel schadet Kälbern …