Schweinefütterung

Weizen im Schweinefutter

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Stärke liefert Energie, Eiweiß muss zur Ration passen
  2. Vermahlung und Wärmebehandlung verändern die Stärke
  3. Weizenkleie ist anders zu bewerten als das Korn
  4. Für die Ration zählt die konkrete Charge

Weizen liefert Schweinen vor allem Stärke, die Energie liefert. Er enthält außerdem Eiweiß und Ballaststoffe. Die Nährstoffnutzung hängt unter anderem von der Futterform ab. Ganze Körner, gemahlener Weizen und Weizenkleie werden unterschiedlich genutzt; auch die Verarbeitung spielt eine Rolle.

Für die Rationsplanung zählt deshalb nicht nur, wie viel Weizen im Futter steckt. Wichtig sind auch die übrigen Futtermittel, das Alter und die Leistung der Schweine sowie die Nährstoffwerte der jeweiligen Charge. Stärke, Eiweiß und Verarbeitung sollten gemeinsam betrachtet werden.

Stärke liefert Energie, Eiweiß muss zur Ration passen

Stärke ist der wichtigste Energielieferant im Weizenkorn. Im Dünndarm wird sie in Zuckerbausteine zerlegt, die dem Schwein Energie liefern. Die Stärkeverdaulichkeit hängt auch davon ab, wie leicht Verdauungsenzyme an die Stärke im Korn gelangen.

Weizen enthält außerdem Eiweiß. Der Eiweißgehalt allein sagt jedoch nicht, ob eine Ration den Bedarf an allen einzelnen Aminosäuren deckt. Aminosäuren sind die Bausteine des Eiweißes; Schweine benötigen sie unter anderem für Wachstum und Gewebeaufbau. Bei der Rationsberechnung sollte Weizen deshalb zusammen mit den übrigen Eiweißfuttermitteln bewertet werden. Sein Eiweißgehalt allein reicht dafür nicht aus.

Eine Studie an wachsenden Schweinen konnte Weizen als Eiweißquelle nicht eindeutig als schnell oder langsam verfügbar einordnen. Die Aminosäureaufnahme verlief im Zeitverlauf unterschiedlich. In der Untersuchung war die Konzentration der Aminosäuren im Blut 60 Minuten nach der Fütterung am höchsten. Die Versuchstiere wogen im Mittel 18 Kilogramm, weshalb sich der Befund nicht ohne Weiteres auf andere Alters- und Gewichtsklassen übertragen lässt. Die Untersuchung zu Aminosäure-Aufnahmeprofilen ersetzt daher keine Rationsberechnung für den eigenen Bestand.

Vermahlung und Wärmebehandlung verändern die Stärke

Mahlen zerkleinert das Korn und macht seine Bestandteile für die Verdauung zugänglicher. Wärmebehandlungen wie Mikronisieren oder Extrudieren verändern die Struktur der Stärke stärker: Beim Erhitzen und Befeuchten kann Stärke verkleistern. Dabei quillt sie auf und wird für Verdauungsenzyme leichter abbaubar.

Versuche mit Ferkeln nach dem Absetzen zeigten, dass eine Wärmebehandlung die Stärke im Dünndarm besser verdaulich machen kann. Das Ergebnis hängt auch davon ab, wie der innere Teil des Korns, der Mehlkörper, beschaffen ist und wie stark der Weizen erhitzt wird. Deshalb lässt sich aus dem Begriff „wärmebehandelt“ allein kein verlässlicher Nährwert ableiten. Die Untersuchung an abgesetzten Ferkeln bezieht sich zudem auf Ferkel und nicht automatisch auf alle Schweinegruppen.

Extrudieren verbindet Wärme, Feuchtigkeit und Druck. Es kann Stärke verkleistern und die Verdaulichkeit verbessern, erfordert aber Anlagen und Energie. Zudem kann starke Hitze empfindliche Vitamine beeinträchtigen. Für den Betrieb zählt daher, ob der mögliche Fütterungsvorteil die zusätzlichen Kosten und den Aufwand für die Verarbeitung rechtfertigt. Die Beschreibung der Futtermittelextrusion nennt diese Vorteile und Grenzen; die Wirkung hängt von den konkreten Verarbeitungsbedingungen ab.

Pelletieren hat zunächst einen praktischen Nutzen: Dabei wird das Mischfutter zu festen Futterstücken, den Presslingen, geformt. Die feste Form erleichtert Lagerung und Transport und macht die Handhabung einfacher. Daraus folgt nicht automatisch, dass die Nährstoffe besser verwertet werden. Die Informationen zur Pelletierung beschreiben vor allem diese Eigenschaften bei Lagerung und Handhabung.

Weizenkleie ist anders zu bewerten als das Korn

Weizenkleie besteht vor allem aus den äußeren Schichten des Korns und enthält mehr Faserstoffe als der Mehlkörper. Faserstoffe liefern nicht dieselbe Energie wie Stärke. Ein höherer Kleieanteil verändert deshalb die Ration und kann die Verdaulichkeit einzelner Nährstoffe verringern.

In Versuchen mit wachsenden Schweinen verringerte ein höherer Weizenkleieanteil die Verdaulichkeit einiger Nährstoffe. Zugleich nahm die Gärung im Dickdarm zu. Bei dieser Gärung bauen Darmmikroben Faserstoffe ab. Das bedeutet: Ein höherer Kleieanteil ist nicht einfach ein Austausch gegen die gleiche Menge Weizenkorn. Die Untersuchung zu Weizenkleie und Verdaulichkeit zeigt, warum Kleie in der Rationsberechnung gesondert berücksichtigt werden sollte.

Auch die Getreideart kann die Darmflora beeinflussen. Eine Untersuchung an entwöhnten Ferkeln verglich unter anderem weizenbasierte Rationen und fand Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmmikroben. Die Ergebnisse bezogen sich auf eine bestimmte Weizensorte und eine bestimmte Tiergruppe; sie begründen daher keine pauschale Aussage für alle Weizensorten und Altersstufen. Die Studie zur Darmflora bei getreidebasierten Rationen macht aber deutlich, dass die Getreidewahl über die reine Energieversorgung hinaus Bedeutung haben kann.

Für die Ration zählt die konkrete Charge

Weizen schwankt in seiner chemischen Zusammensetzung. Für eine belastbare Rationsberechnung sollte deshalb der tatsächliche Futterwert der verfügbaren Ware zugrunde liegen, besonders wenn große Mengen eingesetzt werden oder sich Herkunft und Ernte ändern. Die genannten Befunde erlauben keinen pauschalen Weizenanteil, weil allgemeingültige Einsatzwerte für die verschiedenen Schweinegruppen und Verarbeitungsschritte fehlen.

Praktisch heißt das: Ganzkorn, gemahlenes Getreide und Weizenkleie getrennt erfassen; bei wärmebehandeltem Weizen die konkrete Behandlung berücksichtigen; und den Eiweißbeitrag gemeinsam mit dem Aminosäureangebot der gesamten Ration prüfen. Für Ferkel ist die Verdaulichkeit der Stärke besonders relevant, während bei wachsenden Schweinen auch der Faseranteil und die übrige Zusammensetzung der Ration in die Entscheidung eingehen.

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