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Frischmasse und Trockenmasse beim Futter

Wer Rinder füttert, wiegt das Futter meist so, wie es aus dem Silo oder von der Wiese kommt. Dieses Gewicht heißt Frischmasse. Für den Vergleich von Futtermitteln und die Rationsberechnung ist entscheidend, wie viel Futter ohne Wasser übrig bleibt. Diese Menge heißt Trockenmasse. Der Wasseranteil erklärt, weshalb gleiche Frischfuttermengen unterschiedlich viel Trockenmasse liefern können.

Zur Umrechnung multipliziert man die Frischmasse mit dem Trockenmasseanteil. So lassen sich Futtermittel vergleichen und die Frischfuttermenge an den Wassergehalt anpassen.

Frischmasse, Trockenmasse und Trockensubstanz

Frischmasse (FM) umfasst das Gewicht des Futters samt Wasser, während Trockenmasse (TM) das Gewicht bezeichnet, das nach dem Entfernen des Wassers übrig bleibt. Der Trockenmassegehalt gibt an, wie viel Trockenmasse im Futter enthalten ist. Er wird als Prozentwert oder in Gramm je Kilogramm angegeben.

Auf Analyseberichten findet man auch die Abkürzung TS für Trockensubstanz. Entscheidend ist die Einheit: kg TM bezeichnet eine Menge, % TM oder g TM/kg Frischmasse bezeichnet einen Gehalt. Trockenmasse und Wasser ergeben zusammen das Gesamtgewicht des Futters.

Die Umrechnung in beide Richtungen

Für die Umrechnung von Frischmasse in Trockenmasse gilt:

Trockenmasse (kg) = Frischmasse (kg) × TM-Gehalt (%) ÷ 100

In dieser Formel setzen Sie den Prozentwert ein, beispielsweise 35 für 35 %. Sie können alternativ mit dem Dezimalanteil 0,35 multiplizieren; dann entfällt das Teilen durch 100. Um aus einer gewünschten Trockenmasse die benötigte Frischmasse zu berechnen, teilen Sie die Trockenmasse durch den Trockenmasseanteil:

Frischmasse (kg) = gewünschte Trockenmasse (kg) ÷ TM-Anteil als Dezimalzahl (z. B. 0,25 bei 25 % TM)

Die folgenden Werte sind frei gewählte Rechenbeispiele, keine Fütterungsempfehlungen:

Frischmasse TM-Gehalt Rechnung Trockenmasse
10 kg 35 % 10 × 35 ÷ 100 3,5 kg
10 kg 25 % 10 × 25 ÷ 100 2,5 kg
5 kg 90 % 5 × 90 ÷ 100 4,5 kg

35 % TM entsprechen 350 g TM je kg Frischmasse. Wer 3,5 kg Trockenmasse aus einem Futter mit 25 % TM berechnen möchte, rechnet 3,5 ÷ 0,25 = 14 kg Frischmasse.

Je feuchter das Futter ist, desto mehr Frischfutter braucht das Tier, um dieselbe Menge Trockenmasse aufzunehmen.

Rechenbeispiel: Wenn die Silage feuchter ist als angenommen

Angenommen, 20 kg Grassilage enthalten 35 % TM. Daraus ergeben sich 7 kg Trockenmasse. Hat eine andere Partie nur 30 % TM, liefern dieselben 20 kg Frischmasse 6 kg Trockenmasse. Für rechnerisch 7 kg TM wären nun rund 23,3 kg Frischmasse nötig: 7 ÷ 0,30 = 23,33.

Diese Rechnung gleicht ausschließlich die Trockenmassemenge an. Sie zeigt nicht, ob Energie, Protein oder Faser in der gesamten Ration noch passen. Dafür braucht man die übrigen Analysewerte und die vollständige Rationsberechnung.

Warum Tabellenwerte nicht immer für die eigene Silage passen

Der Trockenmassegehalt verändert sich mit dem Ausgangsmaterial und seiner Feuchtigkeit. Eine Tabelle beschreibt ein Referenzfutter oder einen Durchschnitt. Die eigene Silage kann davon abweichen. Die LfL erklärt anhand von Futteranalysen, warum die tatsächlich gemessenen Gehalte für die Rationsberechnung wichtig sind.

Nährstoffangaben auf derselben Grundlage vergleichen

Ein Analysewert von 150 g Rohprotein je kg TM lässt sich nicht direkt mit 150 g je kg Frischmasse vergleichen. Bei 35 % TM entsprechen 150 g Rohprotein/kg TM rechnerisch 52,5 g/kg Frischmasse: 150 × 0,35 = 52,5. Umgekehrt entsprechen 52,5 g/kg Frischmasse bei demselben TM-Gehalt 150 g/kg TM.

Prüfen Sie deshalb zuerst die Bezugsgröße neben dem Messwert. Die Orientierungswerte der LfL geben zahlreiche Nährstoffgehalte ausdrücklich je kg Trockenmasse an. Zwei Futtermittel mit gleicher Trockenmasse können sich trotzdem im Energie-, Protein- und Fasergehalt unterscheiden.

Häufige Rechenfehler

Bei der Formel mit „÷ 100“ setzen Sie für 35 % den Wert 35 ein. Bei der Rechnung mit dem Dezimalanteil verwenden Sie 0,35 und teilen nicht nochmals durch 100. Steht der Gehalt in g/kg, teilen Sie ihn durch 1.000: 350 g/kg ergibt ebenfalls 0,35. Eine Frischmassemenge enthält immer auch Wasser; ein hoher Wassergehalt macht das Futter nicht automatisch minderwertig.

Für eigene Futtermittel benötigen Sie eine repräsentative Probe und einen verlässlichen TM-Wert. Haushaltsgeräte zur Trocknung sind kein Ersatz für eine fachgerechte Laboranalyse.

Mehr zur praktischen Einordnung finden Sie in den Artikeln zu Grassilage, Maissilage und Rationsberechnung in der Bullenmast.