Wer 2025 nach Trends bei Tierfutter sucht, stößt vor allem auf Daten zum Heimtiermarkt: also zu Futter für Hunde, Katzen und andere Haustiere. Diese Zahlen sagen nichts darüber aus, wie Rinder, Schweine oder Kälber gefüttert werden sollten. Für landwirtschaftliche Betriebe sind sie dennoch aufschlussreich, etwa wenn es um die Nachfrage nach alternativen Eiweißquellen geht.
Die hier zusammengefassten Ergebnisse stammen nicht aus einem einzigen einheitlichen „Food Report 2025“. Sie beruhen auf Marktberechnungen und verschiedenen Befragungen. Bei Heimtierfutter zählen Gesundheit und Inhaltsstoffe mehr als Nachhaltigkeitsversprechen. In der Landwirtschaft bremsen wirtschaftliche Hürden den Markt für alternative Eiweißquellen. Tierhalter sollten Werbeaussagen deshalb an den konkreten Bedürfnissen ihres Tieres messen.
Heimtierfutter bleibt ein großer Markt
Der deutsche Heimtiermarkt setzte 2025 knapp 7 Milliarden Euro um. Zum Markt gehörten der stationäre Handel und der Onlinehandel. Er umfasste auch Fertigfutter für Haustiere. Der Zentralverband der Heimtierbranche berechnete diese Zahlen. Sie wurden in einem Bericht zum deutschen Heimtiermarkt wiedergegeben wurden. Sie beschreiben den Heimtierbereich, nicht den Markt für landwirtschaftliche Futtermittel.
Katzenfutter bildete einen bedeutenden Bereich des Heimtiermarkts. Bei Katzen stiegen die Verkäufe von Nass- und Trockenfutter sowie Snacks moderat. Das Hundefuttergeschäft blieb insgesamt fast stabil: Snacks legten leicht zu, während Nass- und Trockenfutter rückläufig waren. Auch der Absatz von Futter für Kleinsäuger, Ziervögel, Zierfische und Wildvögel ging zurück.
Für Tierhalter heißt das nicht, dass eine bestimmte Futterart grundsätzlich besser geworden ist. Wer Futter auswählt, sollte sich zuerst an Tierart, Alter, Gesundheitszustand und tatsächlicher Futteraufnahme orientieren. Ein steigender Absatz von Katzensnacks ist beispielsweise kein Hinweis darauf, dass Snacks einen größeren Anteil der täglichen Ernährung ausmachen sollten.
Gesundheit zählt mehr als ein Nachhaltigkeitsversprechen
In einer 2025 von Kantar durchgeführten Befragung von 1.000 Tierhaltern in Deutschland legten viele Befragte Wert auf den gesundheitlichen Nutzen, den sie dem Futter zuschrieben. Dazu gehörten für sie Spezialfutter und eine Eiweißzusammensetzung, die sie überzeugte. 45 Prozent der Befragten sagten, Tierfutter müsse vor allem funktionieren. Ein Futtermittelhersteller gab die Studie in Auftrag. Sie zeigt, was die Befragten antworteten, prüft aber nicht unabhängig die Futtermittel. Die Angaben stammen aus dem Generationenbarometer Heimtiernahrung.
Nachhaltigkeit bleibt ein Kaufargument, aber nicht für jeden Preis. Etwa die Hälfte der Befragten überträgt ihre Nachhaltigkeitsmaßstäbe auch auf das Futter ihres Tieres. Besonders greifbare Angaben wie Tierwohl- oder Biosiegel und regionale Herkunft sowie „Made in Germany“ und umweltfreundliche Verpackungen stießen auf Zahlungsbereitschaft. Allgemeine Aussagen wie „ethische Lieferketten“ überzeugten deutlich weniger; etwa ein Drittel wollte für Nachhaltigkeit keinen Aufpreis zahlen.
Praktisch bedeutet das: Auf der Verpackung nachprüfbare Angaben von allgemeinen Versprechen unterscheiden. Bei einem Gesundheitsversprechen sollte klar sein, welches konkrete Bedürfnis des Tieres gemeint ist. Wer etwa Spezialfutter wegen einer Erkrankung erwägt, sollte die Auswahl mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt abstimmen, statt aus einem Werbehinweis allein auf die Eignung zu schließen.
Zusätze und „Longevity“ sind keine Wirkungsnachweise
„Longevity“ bezeichnet Ernährung und Pflege mit dem Ziel, die gesunde Lebenszeit zu unterstützen. Eine 2025 erhobene Befragung von Heimtierhaltern in China, Frankreich, Mexiko, Großbritannien und den USA fragte nach solchen Praktiken. Die Befragten berichteten unter anderem von regelmäßiger Bewegung, vorbeugender Pflege, Spezialfutter und Nahrungsergänzung. Bei älteren Tieren nannten sie Gelenk- und Bewegungsprobleme, Verdauung und Zahngesundheit als häufige Sorgen. Bei funktionellen Zutaten standen Vitamine und Mineralstoffe, Probiotika, Präbiotika und Postbiotika sowie Omega-3-Fettsäuren vorn. Probiotika sind lebende Mikroorganismen; Präbiotika dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrung, Postbiotika sind Bestandteile oder Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen.
Diese Angaben zeigen, wonach Halter suchen und was sie nach eigener Auskunft tun. Sie belegen nicht, dass ein bestimmter Zusatzstoff Krankheiten verhindert oder die Lebensdauer verlängert. Die ADM-Befragung zu Ernährung für ein längeres Tierleben ist eine Selbstauskunft aus fünf Ländern, keine klinische Untersuchung. Zudem fehlen dort vollständige Angaben, um die Länderwerte unabhängig zu vergleichen.
Für die Futterwahl gilt deshalb: Ein gelisteter Inhaltsstoff sagt noch nicht, ob das Produkt zum eigenen Tier passt. Vor dem Kauf eines Ergänzungsfuttermittels, also eines Futtermittels, das die normale Ration ergänzen soll, sollte der Halter klären, ob dafür Bedarf besteht und ob ein anderes Futter denselben Nährstoff bereits liefert. Bei Beschwerden oder wenn eine Spezialdiät geplant ist, sollte der Halter die Entscheidung mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprechen.
Alternative Eiweißquellen: Potenzial, aber kein Selbstläufer
Für landwirtschaftliche Betriebe ist der Blick auf alternative Eiweißquellen besonders relevant. Eine DLG-Studie beschreibt den Markt für alternative Proteine als wachsend, aber weiterhin in einer Übergangsphase. Bei heimischen Kulturen sieht sie Potenzial unter anderem bei Erbsen, Ackerbohnen und Soja. Niedrige Preise, unsichere Erlöse und fehlende Vermarktungswege bremsen den Ausbau. Die DLG-Auswertung zu alternativen Proteinquellen behandelt dabei sowohl die Erzeugung auf Betrieben als auch die Wahrnehmung durch Verbraucher.
Die Studie zeigt nicht, ob sich eine Kultur für jeden Betrieb rechnet oder für jede Ration eignet. Vor einer Anbauentscheidung sollten Landwirte deshalb prüfen, wie hoch der Ertrag ist, wie sich die Ernte nutzen lässt, wo sie verkauft werden kann und wie sie in die betriebliche Futterplanung passt. Verbraucher wiederum entscheiden bei Ersatzprodukten weiterhin vor allem nach Geschmack, Preis und Qualität; ökologische oder tierwohlbezogene Vorteile reichen allein nicht für einen regelmäßigen Kauf.
Auch bei Heimtierfutter sind alternative Eiweißquellen ein sensibles Thema. In der deutschen Halterbefragung lehnten viele Befragte pflanzliche Alternativen für ihre Tiere ab. Die Studie verweist zugleich auf nicht näher benannte Untersuchungen zur Eignung ausgewogener pflanzlicher Ernährung für Hunde. Daraus lässt sich keine allgemeine Fütterungsempfehlung für Hunde ableiten, erst recht keine für Katzen oder Nutztiere.
