Bullenmast

Phasenfütterung in der Schweinemast: Vormast, Mittelmast und Endmast erklärt

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Was die drei Mastphasen unterscheidet
  2. Warum das Futter im Verlauf angepasst wird
  3. Was ein Versuch zur Endmast zeigt
  4. So lässt sich ein Fütterungsplan beurteilen

In der Schweinemast wächst ein Tier von der Einstallung bis zum Schlachtgewicht. Währenddessen verändert sich sein Nährstoffbedarf. Bei der Phasenfütterung erhalten die Schweine deshalb nacheinander verschiedene Futtermischungen, die an ihren jeweiligen Abschnitt der Mast angepasst sind. Die drei üblichen Bezeichnungen dafür lauten Vormast, Mittelmast und Endmast.

Das Ziel ist, die Futterzusammensetzung passend zum Gewicht und Wachstum der Tiere zu wählen. Eine feste Gewichtsgrenze gilt jedoch nicht für jeden Betrieb. Die genauen Übergänge hängen unter anderem von der Genetik, der Futteraufnahme und dem Mastziel ab. Ein Versuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt eine mögliche Einteilung: Vormast bis 65 Kilogramm, Mittelmast von 65 bis 90 Kilogramm und Endmast ab 90 Kilogramm bis zur Schlachtung.

Was die drei Mastphasen unterscheidet

Die Namen bezeichnen Abschnitte der Mast, in denen jeweils ein anderes Futter eingesetzt wird. „Vormast“ wird auch „Anfangsmast“ genannt. Die Futtermischung wechselt, weil sich mit dem Wachstum auch die Menge und das Verhältnis der benötigten Nährstoffe verändern.

Phase Einordnung im Versuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Vormast, auch Anfangsmast bis 65 kg Lebendgewicht
Mittelmast von 65 bis 90 kg Lebendgewicht
Endmast von 90 kg bis zur Schlachtung

Lebendgewicht meint das Gewicht des lebenden Tieres. Die Gewichtsgrenzen in der Tabelle sind ein Beispiel aus einem konkreten Versuch, keine allgemeingültige Vorgabe. Andere Fütterungspläne setzen die Wechsel zu anderen Zeitpunkten an.

In den Mischungen unterscheiden sich unter anderem die Gehalte an Energie und Eiweißbausteinen. Eiweiß besteht aus Aminosäuren. Einige davon muss das Schwein über das Futter aufnehmen; sie heißen essenzielle Aminosäuren. Lysin ist eine solche Aminosäure und wird bei der Rationsplanung besonders beachtet. Welche Gehalte passend sind, hängt auch davon ab, wie viel Futter die Tiere aufnehmen und wie schnell sie wachsen.

Warum das Futter im Verlauf angepasst wird

Eine einzige Futtermischung müsste den Bedarf der Schweine während der gesamten Mast abdecken. Sie wäre damit auf einen längeren Zeitraum ausgelegt, in dem sich das Wachstum und der Nährstoffbedarf verändern. Bei der Phasenfütterung passt der Betrieb die Zusammensetzung stattdessen schrittweise an die jeweilige Wachstumsphase an.

Das ist auch wirtschaftlich relevant: Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen wird ein großer Teil des Mastfutters in der Endmast aufgenommen. Änderungen bei den Gehalten an Lysin und anderen essenziellen Aminosäuren wirken sich deshalb dort besonders auf die Futterkosten aus. Ein Betrieb sollte eine Ration dennoch nicht allein nach dem Preis beurteilen. Entscheidend ist, ob die Tiere damit wie geplant wachsen und die gewünschten Schlachtkörper erreichen.

Was ein Versuch zur Endmast zeigt

In einem Versuch in Quakenbrück verglich die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zwei Endmastfutter ab 90 Kilogramm Lebendgewicht. In einer Variante waren die Gehalte der fünf zuerst begrenzenden Aminosäuren reduziert. Dazu gehören Lysin, Methionin, Threonin, Tryptophan und Valin. Der Lysingehalt wurde reduziert.

Die täglichen Zunahmen unterschieden sich laut Versuch nicht signifikant. Für den Zeitraum von 90 bis 122 Kilogramm lagen sie bei 1.112 Gramm in der Kontrollgruppe und 1.127 Gramm in der Gruppe mit reduziertem Aminosäuregehalt. Auch die Futterverwertung, also die Futtermenge je Kilogramm Gewichtszunahme, war ähnlich: 2,58 gegenüber 2,56 Kilogramm Futter je Kilogramm Zunahme. Die Ergebnisse des Endmastversuchs belegen damit eine mögliche Einsparung unter den Bedingungen dieses Versuchs, aber keine pauschale Empfehlung für alle Betriebe.

Die Futterkosten lagen in der Versuchsgruppe mit weniger Aminosäuren bei 64,29 Euro je 100 Kilogramm Zunahme, gegenüber 65,26 Euro in der Kontrollgruppe. Dieser Kostenvorteil beruhte auf den Preisen während des Versuchs und verändert sich mit den Marktpreisen. Der Versuch prüfte die Aminosäurereduktion nur in der Endmast und verwendete eine bestimmte Genetik und Futterzusammensetzung, was die Übertragbarkeit begrenzt. Beim Fleischmaß lag die reduzierte Gruppe zudem zwei Millimeter niedriger; andere angegebene Schlachtkörperkennzahlen unterschieden sich nicht signifikant.

So lässt sich ein Fütterungsplan beurteilen

Für die betriebliche Planung sollten die Gewichtsgrenzen zum Fütterungskonzept passen. Wer die Phasen wechselt, sollte deshalb nicht allein auf einen einzelnen Gewichtswert schauen, sondern auch die Entwicklung der Tiere und die Futteraufnahme berücksichtigen. Aussagekräftig sind außerdem die täglichen Zunahmen, die Futterverwertung und die Schlachtkörperdaten.

Eine abgesenkte Aminosäureversorgung in der Endmast sollte der Betrieb anhand seiner eigenen Ergebnisse prüfen. Der Versuch aus Niedersachsen liefert dafür einen konkreten Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Rationsberechnung für eine andere Genetik oder ein anderes Mastziel. Besonders wichtig ist der Abgleich, wenn die Tiere deutlich andere Tageszunahmen erreichen als die Versuchstiere.

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