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Transparente Fütterung als Argument für Verbraucher

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Was eine transparente Fütterung erklärt
  2. Herkunft erklärt mehr als ein Land auf dem Etikett
  3. Verständliche Angaben schaffen Vertrauen
  4. So werden Fütterungsangaben glaubwürdig

Wer Milch, Fleisch oder Eier kauft, sieht dem Produkt nicht an, was das Tier gefressen hat oder woher das Futter stammt. Transparente Fütterung zeigt, welche Futtermittel ein Betrieb verwendet, woher sie stammen und wie der Betrieb ihre Herkunft nachverfolgt.

Das ist für Verbraucher relevant, weil Futter einen Teil der landwirtschaftlichen Erzeugung ausmacht. Bei Rindern gehören zum Beispiel Gras und Silage zur Fütterung. Silage ist durch Gärung haltbar gemachtes Grünfutter. Schweine erhalten häufig Mischungen aus Getreide und eiweißreichen Futtermitteln. Bei Kälbern unterscheiden sich Milch, Milchaustauscher und festes Futter je nach Alter und Haltung. Welche Futtermittel und Mengen ein Tier erhält, also seine Ration, hängt vom Betrieb und vom Bedarf des Tieres ab.

Eine verständliche Erklärung verbindet diese Fütterung mit der Herkunft der Rohstoffe. Sie hilft, Aussagen über regionale Erzeugung, Umweltwirkungen und Tierhaltung einzuordnen, ohne mehr zu versprechen, als die betrieblichen Daten belegen.

Was eine transparente Fütterung erklärt

Eine gute Erklärung nennt die verwendeten Futtermittel und beschreibt ihre Herkunft so genau, wie die Belege es zulassen. „Soja aus Südamerika“ ist dabei weniger aussagekräftig als eine Erklärung, welche Lieferkette genutzt wird und welche Angaben der Betrieb oder sein Futtermittellieferant dazu nachweisen kann.

Der Deutsche Verband Tiernahrung berichtet, dass die Branche bei Soja stärker darauf achtet, wie die Ware tatsächlich durch die Lieferkette läuft. Dabei geht es neben Zertifizierungen auch darum, Warenströme nachzuvollziehen. Eine Zertifizierung bestätigt die Einhaltung bestimmter Anforderungen; die Warenstromverfolgung bezieht sich darauf, wie Rohstoffe beschafft, transportiert und verarbeitet werden. Der Verband berichtet außerdem, dass in einer Befragung seiner Mitglieder 2023 35 Prozent das von ihnen genutzte Soja-Lieferkettenmodell angaben. Für 2024 und 2025 nennt er 88 Prozent. Die Zahlen geben die Antworten der befragten Verbandsmitglieder wieder. Die Befragung ist nicht repräsentativ für die gesamte Futtermittelbranche. Die Darstellung zur Soja-Lieferkette stammt vom Branchenverband und ist dessen eigene Berichterstattung.

Wichtig ist der Unterschied zwischen der Herkunft des Tieres und der Herkunft seines Futters. Ein Tier kann in Deutschland gehalten und geschlachtet worden sein, während einzelne Futtermittel aus dem Ausland stammen. Eine Angabe zur Herkunft des Lebensmittels beantwortet daher nicht automatisch die Frage nach der Herkunft aller Futterbestandteile.

Herkunft erklärt mehr als ein Land auf dem Etikett

Der Ländername allein sagt wenig darüber aus, wie ein Futtermittel erzeugt wurde. Für die Umweltwirkung von Soja sind laut dem Deutschen Verband Tiernahrung auch die Produktionsbedingungen, die Lieferkette und die frühere Nutzung der Anbauflächen relevant. Deshalb sollte eine Herkunftsaussage erklären, worauf sie sich bezieht: auf den Anbau, die Verarbeitung, den Handel oder den Ort, an dem das Futter gemischt wurde.

Wenn ein Betrieb seine Fütterung beschreibt, sollte er genau sagen, was er belegen kann. Er kann zum Beispiel erklären, dass seine Rinder Gras und Silage erhalten und welche Angaben er zur Herkunft ergänzender Futtermittel besitzt. Bei einem Schweinebetrieb kann er erläutern, welche Getreide- und Eiweißkomponenten im Futter enthalten sind und wie deren Lieferwege dokumentiert werden. Wo eine genaue Herkunft nicht nachweisbar ist, sollte die Aussage das offen sagen.

Verständliche Angaben schaffen Vertrauen

Angaben auf Futtermittelkennzeichnungen müssen richtig sein. Nach Artikel 11 der EU-Verordnung über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln darf die Kennzeichnung unter anderem nicht über Zweck, Eigenschaften, Herstellung oder Zusammensetzung irreführen. Diese Regel betrifft die Kennzeichnung des Futtermittels; sie bedeutet für sich genommen nicht, dass Verbraucher auf einem Lebensmittel alle Einzelheiten zur Fütterung des Tieres erfahren. Den Grundsatz zur Futtermittelkennzeichnung sollte ein Betrieb daher nicht mit einer umfassenden Herkunftsauskunft für Fleisch oder Milch verwechseln.

Auch ein Siegel braucht Erklärung. Eine Studie der Universität Göttingen untersuchte 2023, wie Menschen die Haltungsform-Kennzeichnung für Schweine verstehen. Die Kennzeichnung betrifft die Tierhaltung, nicht die Herkunft des Futters. In der Untersuchung verbesserten Textinformationen das Verständnis des Labels. Auch Bilder und Videos trugen dazu bei. Die Forschenden betonten zugleich, dass noch geprüft werden müsse, ob sich die Ergebnisse auf echte Einkaufssituationen übertragen lassen. Die Studie zur Erklärung von Tierwohlkennzeichnungen ist deshalb ein Hinweis darauf, dass Zusatzinformationen Labels verständlicher machen können, aber kein Beleg dafür, dass transparente Fütterungsangaben automatisch mehr Käufe auslösen.

Auch bei der Regionalität muss man zwischen Überzeugung und Beleg unterscheiden. In einer von Forum Moderne Landwirtschaft beauftragten Civey-Befragung von 2.500 Erwachsenen im Januar 2026 hielten 75,6 Prozent den Kauf regionaler Lebensmittel für umweltfreundlicher. Das Ergebnis zeigt eine verbreitete Überzeugung, beweist aber nicht, dass jedes regionale Futtermittel eine geringere Umweltwirkung hat. Die Befragung zur Sicht auf Landwirtschaft wurde von einer Organisation beauftragt, die den Dialog über moderne Landwirtschaft fördert; ihre Ergebnisse sollten daher als Befragungswerte und nicht als unabhängige Umweltbewertung gelesen werden.

So werden Fütterungsangaben glaubwürdig

Der Betrieb sollte seine Aussagen auf vorhandene Nachweise stützen. Sie unterscheidet zwischen dem, was sicher dokumentiert ist, und dem, was nur allgemein bekannt ist. Eine konkrete Angabe wie „Der Betrieb setzt Grassilage und Getreide ein“ beschreibt die Fütterung. Eine zusätzliche Aussage zur Herkunft sollte auf Lieferpapieren oder anderen nachvollziehbaren Angaben beruhen. Bei zugekauften Mischfuttermitteln kann der Landwirt den Futtermittelhersteller nach den verfügbaren Herkunfts- und Rückverfolgungsinformationen fragen.

Hilfreich ist außerdem, die Information an den passenden Ort zu setzen. Ein kurzes Schild im Hofladen kann erklären, welche Futterarten die Tiere erhalten. Ein zusätzlicher QR-Code kann zu einer ausführlicheren Beschreibung der Rohstoffe und ihrer Herkunft führen. Dabei sollte klar bleiben, ob eine Angabe für die gesamte Ration gilt oder nur für einen bestimmten Bestandteil, etwa Soja.

Transparenz heißt: Der Betrieb erklärt Fütterung und Herkunft verständlich und sagt nur, was er belegen kann. Das schafft eine bessere Grundlage für Gespräche über Landwirtschaft, ohne Herkunft, Tierwohl und Umweltwirkung gleichzusetzen.

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