Kälberaufzucht

Milchaustauscher anmischen

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Beim Anmischen von Milchaustauscher für Kälber müssen Sie wissen, ob die Dosierung für einen Liter Wasser oder einen Liter fertige Tränke gilt. Die fertige Tränke ist die Mischung aus Wasser und aufgelöstem Pulver. Weil das Pulver zusätzliches Volumen einbringt, ist ein Liter Wasser nach dem Anrühren mehr als ein Liter Tränke.

Wer die Bezugsgröße verwechselt, mischt eine andere Konzentration an als vorgesehen. Entscheidend ist deshalb die Angabe auf dem Produkt: Sie legt fest, wie viel Pulver in welche Wassermenge gehört oder welche fertige Menge die Mischung ergeben soll.

Ein Liter Wasser ist nicht ein Liter Tränke

Steht auf der Packung eine Menge pro Liter Wasser, wird das Pulver zu einem Liter Wasser gegeben. Die fertige Tränke hat danach ein größeres Volumen. Bezieht sich die Angabe auf einen Liter fertige Tränke, verwenden Sie weniger als einen Liter Wasser. Zusammen mit dem Pulver ergibt das einen Liter Tränke.

Als Orientierungsrechnung nennt Milchpur 150 g Pulver je Liter fertige Tränke: Dafür werden etwa 850 g Wasser mit 150 g Pulver gemischt. Umgekehrt entsprechen 150 g Pulver pro Liter fertiger Tränke ungefähr 175 g Pulver pro Liter Wasser. Die Umrechnung ist eine Näherung und ersetzt nicht die Dosierangabe des jeweiligen Produkts.

Auch beim Anrühren größerer Mengen wächst das Endvolumen: 600 g Pulver in 4 Liter Wasser ergeben laut Milchpur ungefähr 4,3 Liter Tränke. Das Kalb nimmt mit der Tränke die Nährstoffe aus allen 600 g Pulver auf. Wenn Sie die fertige Menge planen, rechnen Sie deshalb das zusätzliche Volumen des Pulvers mit ein.

Dosierangaben unterscheiden sich je nach Bezugsgröße

Zahlen aus verschiedenen Fütterungsempfehlungen lassen sich nur vergleichen, wenn klar ist, ob sie sich auf Wasser oder fertige Tränke beziehen. So nennt JOSERA 125 g Pulver pro Liter fertige Tränke als Standardkonzentration und das entspricht ungefähr 140 g Pulver je Liter Wasser. Der NORMI-Tränkerechner gibt dagegen 140 bis 160 g pro Liter Wasser an. Das Magazin Elite empfiehlt 140 bis 160 g pro Liter fertige Tränke und beschreibt dafür eine Mischung aus 140 bis 160 g Pulver und 860 bis 840 ml Wasser.

Diese Werte sind nicht ohne Weiteres austauschbar. Prüfen Sie zuerst die Packungsangabe und ihre Bezugsgröße, bevor Sie Pulver abwiegen oder eine Tränkeanlage einstellen. Die Empfehlungen unterscheiden sich außerdem je nach Produkt und Fütterungskontext: Milchpur nennt für Kälber in den ersten vier bis fünf Lebenswochen 150 bis 160 g pro Liter fertige Tränke. JOSERA nennt 125 g als Standard und bis zu 160 g pro Liter fertige Tränke bei intensiver Aufzucht, sofern die Kälber freien Zugang zu frischem Wasser haben. Diese Angaben sind Beispiele aus den jeweiligen Empfehlungen, keine pauschale Ration für jeden Betrieb.

Pulver abwiegen und auf die fertige Menge auffüllen

Wiegen Sie das Pulver ab, statt die Menge nach Augenmaß zu schätzen. Beim händischen Anrühren empfiehlt JOSERA, zunächst etwa ein Drittel der geplanten Wassermenge mit 45 bis 50 °C warmem Wasser in den Behälter zu geben. Dann kommt das Pulver dazu. Rühren Sie gründlich und geben Sie dann Wasser hinzu, bis die Mischung die gewünschte Menge erreicht. So erhalten Sie die gewünschte Menge fertiger Tränke genauer.

Wasser über 50 °C kann laut JOSERA Vitamine und Milchsäurebakterien im Milchaustauscher schädigen. JOSERA empfiehlt für den eigenen Mischvorgang außerdem, die Trinktemperatur nicht unter 40 °C fallen zu lassen. Diese Temperaturangaben sind Empfehlungen für bestimmte Produkte. Richten Sie sich nach der Anleitung des verwendeten Milchaustauschers. Bei Tränkeautomaten nennt JOSERA 43 bis 45 °C und eine Dosierung von 140 g je Liter Wasser. Prüfen und kalibrieren Sie den Automaten regelmäßig; auch NORMI rät zur regelmäßigen Kontrolle der Dosierung.

Die Bezugsgröße zählt besonders, wenn ein Automat eine Höchstmenge fertiger Tränke ausgibt. Ist er auf 150 g Pulver pro Liter Wasser eingestellt und auf 8 Liter fertige Tränke begrenzt, erhält das Kalb laut Milchpur ungefähr 1.040 g Pulver statt der angestrebten 1.200 g. Die tatsächliche Pulvermenge fällt dann fast 15 Prozent geringer aus. Stimmen Sie daher Pulverdosierung und ausgegebene Endmenge aufeinander ab.

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