Bullenmast

Aktuelle Trends in der Schweinefütterungsforschung

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Inhalt4 Abschnitte
  1. Wasser: Bedarf und Qualität im Stall messen
  2. Flüssigfütterung: Gärung und Futterhygiene im Blick behalten
  3. Vermahlung: den passenden Mahlgrad prüfen
  4. Getreideeinsatz: Nährwert und Belastungen zusammen betrachten

Änderungen an Wasser, Futtertechnik oder Getreide beeinflussen in der Schweinefütterung die Futteraufnahme, die Hygiene und die Kosten. Die Forschung untersucht deshalb, welche Einstellungen unter welchen Bedingungen funktionieren. Bei der Vermahlung geht es darum, wie fein das Getreide gemahlen wird. Flüssigfütterung heißt, dass Schweine Futter als Brei mit Wasser oder anderen flüssigen Bestandteilen erhalten.

Zu Wasser, Flüssigfütterung, Vermahlung und Getreideeinsatz gibt es konkrete Forschungsfragen. Die verfügbaren Angaben der DLG belegen vor allem Risiken durch feuchtes Futter, Hefen und Schimmelpilzgifte. Aktuelle Versuchsreihen zu Wasserbedarf, Mahlgrad oder Getreidevergleichen nennen sie jedoch nicht. Deshalb sollten belegte Befunde und offene Fragen klar getrennt werden.

Wasser: Bedarf und Qualität im Stall messen

Die Forschung untersucht, wie viel Wasser Schweine in verschiedenen Haltungs- und Fütterungssituationen aufnehmen und welche Eigenschaften des Wassers die Aufnahme beeinflussen. Dazu zählen die Wasserqualität und die Versorgung an den Tränken. Aus den verfügbaren DLG-Angaben lassen sich keine konkreten Richtwerte oder aktuellen Versuchsergebnisse ableiten.

Betriebe können den Wasserzähler ablesen und die Tränken regelmäßig kontrollieren. So erkennen sie auffälligen Verbrauch oder Veränderungen, ohne vorschnell eine allgemeine Ursache anzunehmen. Bei einem Futterwechsel sollten sie Wasserverbrauch und Futteraufnahme gemeinsam beobachten.

Flüssigfütterung: Gärung und Futterhygiene im Blick behalten

Bei Flüssigfütterung hängt die Futterhygiene auch davon ab, welche Mikroorganismen sich in der feuchten Mischung und an den Behälterwänden vermehren. Die DLG beschreibt für Fließfutter und feuchte Komponenten Probleme durch bestimmte Hefen. Diese bauen Zucker und Stärke zu Alkohol, Kohlendioxid und Wasser ab. Unter ungünstigen Bedingungen können dabei Trockensubstanzverluste von bis zu 50 Prozent entstehen. Kohlendioxid im Futterbrei belastet den Darm, kann Verdauungsstörungen und Aufgasen begünstigen und die Futteraufnahme senken.

Futterverderbende Bakterien vermehren sich laut DLG bei hohem Wassergehalt, moderaten Temperaturen und einem pH-Wert über 5 besonders schnell. Milchsäurebakterien gelten dagegen in der Regel als erwünscht und können die Futteraufnahme fördern. Die Forschung prüft daher, ob das Ansäuern des Futters ausreicht. Sie untersucht auch, welche Mikroorganismen sich unter den jeweiligen Bedingungen vermehren und wie sich das auf die Futterqualität und die Tiere auswirkt.

Im Stall sollten Betriebe Bottiche und Leitungen sauber halten. Sie sollten die Komponenten richtig lagern und auf Veränderungen von Geruch oder Aussehen des Futterbreis achten. Die DLG-Hinweise zu Futterhygiene und Tierwohl beschreiben, warum feuchte Futtermischungen besonders aufmerksam kontrolliert werden sollten. Die Befunde zu Fließfutter lassen sich dabei nicht ungeprüft auf jedes Flüssigfütterungsverfahren übertragen.

Vermahlung: den passenden Mahlgrad prüfen

Forschende untersuchen, wie sich unterschiedlich fein gemahlenes Getreide auf Futteraufnahme, Verdauung und Leistung auswirkt. Der Mahlgrad beschreibt, wie fein oder grob das Getreide nach dem Mahlen ist. Sie prüfen auch, wie gleichmäßig die Teilchen groß sind und ob Getreideart oder Mühle das Ergebnis verändern.

Die verfügbaren Quellen nennen keinen Mahlgrad, der für alle Betriebe passt. Deshalb sollten Betriebe Änderungen an der Mühle gezielt prüfen. Nach einer Änderung können sie die Futteraufnahme und die Entwicklung der Tiere beobachten und die Verteilung der Teilchengrößen in einer Futterprobe untersuchen lassen. Ändern sie mehrere Einstellungen gleichzeitig, ist schwerer zu erkennen, wodurch ein Unterschied entsteht.

Getreideeinsatz: Nährwert und Belastungen zusammen betrachten

Forschende vergleichen Getreidearten und einzelne Partien. Sie untersuchen auch, wie Erntebedingungen und Lagerung die Futterqualität beeinflussen. Die DLG weist darauf hin, dass in kühleren Regionen Europas und Nordamerikas Feldpilze und ihre Gifte häufig ein größeres Belastungspotenzial darstellen als Lagerpilze. Zu den dort genannten wichtigen Mykotoxinen zählen Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA).

Zearalenon kann bei Zuchtläufern und Jungsauen den Östrogenhaushalt stören, wenn sie zu hohe Mengen über das Futter aufnehmen. Mutterkorn ist ebenfalls ein Thema: Seine Ergotalkaloide sind giftig. Die DLG verbindet das Risiko mit einem erwarteten möglichen Anstieg des Roggen- und Triticaleanbaus bei zunehmender Trockenheit. Das ist eine bedingte Einschätzung, keine Aussage über eine sichere Entwicklung.

Betriebe sollten Getreidepartien deshalb nicht nur nach ihrem Nährwert beurteilen. Lagerbedingungen gehören in die Futterhygienekontrolle; bei Auffälligkeiten ist eine Untersuchung der Partie sinnvoll. Die DLG-Angaben nennen keine Grenzwerte für DON oder ZEA. Daher lässt sich daraus keine pauschale Einsatzmenge für belastetes Getreide ableiten. Weitere Hinweise zu Schimmelpilzen und Mykotoxinen enthält das DLG-Merkblatt zur Fütterung und zum Tierwohl.

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