Bei Kälbern, die Milchaustauscher bekommen, zählen zwei Temperaturen: die des Wassers beim Anrühren und die der fertigen Tränke beim Trinken. Milchaustauscher ist ein Pulver, das mit Wasser zu einer milchähnlichen Flüssigkeit angerührt wird. Kühlt die Tränke auf dem Weg zum Kalb ab, ist sie beim Trinken kühler als beim Anrühren.
JOSERA empfiehlt, die Tränke beim Füttern auf mindestens nicht unter 40 °C zu halten. Zum Anrühren empfiehlt der Hersteller, das Wasser zunächst auf 45 bis 50 °C zu erwärmen. Diese Angaben beziehen sich auf Milchaustauscher und sind keine pauschale Temperaturvorgabe für Vollmilch.
Mischwasser und fertige Tränke getrennt beurteilen
Die Temperatur des Anrührwassers zeigt nicht, wie warm die Tränke beim Kalb ankommt. Während des Anrührens und bis zur Fütterung verliert sie Wärme. JOSERA empfiehlt deshalb, die Wassertemperatur nach der Temperatur des Pulvers und den Wärmeverlusten vor der Fütterung auszurichten.
Messen Sie die fertige Tränke kurz vor dem Füttern mit einem sauberen Thermometer. Bei einem Eimer misst man direkt im Eimer; bei einem Tränkeautomaten, der die Tränke ausgibt, zählt die Temperatur an der Stelle, an der das Kalb sie aufnimmt. Liegt sie dort unter 40 °C, prüfen Sie die Einstellung oder den Ablauf. Der Wert von 40 °C ist eine Herstellerempfehlung, kein allgemeingültiger Grenzwert für jede Tränke.
Milchaustauscher richtig anrühren
JOSERA empfiehlt, zuerst etwa ein Drittel der vorgesehenen Wassermenge mit 45 bis 50 °C warmem Wasser in den Mischbehälter zu geben. Dann kommt das Pulver dazu. Nach gründlichem Rühren wird mit Wasser auf die gewünschte Gesamtmenge aufgefüllt.
Wasser über 50 °C kann laut JOSERAs Hinweisen zur Kälberaufzucht Vitamine und Milchsäurebakterien im Milchaustauscher schädigen. Deshalb sollte das Pulver nicht mit deutlich heißerem Wasser angerührt werden. Halten Sie sich an die Mischanleitung und Pulvermenge auf dem jeweiligen Produkt.
Bei einem Tränkeautomaten nennt JOSERA 43 bis 45 °C als Einstellung für die Wassertemperatur und eine Dosierung von 140 g/l. Das sind konkrete Angaben des Herstellers, keine pauschale Einstellung für jeden Milchaustauscher oder Automaten. Prüfen Sie deshalb die Anleitung des verwendeten Produkts und kontrollieren Sie zusätzlich die Temperatur der fertigen Tränke am Tränkeplatz.
Wärmeverluste beim Füttern berücksichtigen
Zwischen Anmischen und Trinken kühlt die Tränke ab. Die Tränke kühlt schneller ab, wenn sie lange steht. Auch ein kalter Eimer und eine kalte Umgebung beschleunigen das Abkühlen. Entscheidend ist die Messung kurz vor der Aufnahme durch das Kalb, nicht allein die Anzeige am Mischgerät.
Fällt die Temperatur wiederholt unter die empfohlenen 40 °C, prüfen Sie zuerst, wo die Tränke abkühlt: beim Warten, beim Transport oder am Tränkeplatz. Bei einem Automaten vergleichen Sie die eingestellte Wassertemperatur mit der Temperatur der ausgegebenen Tränke. Verändern Sie Einstellungen nur zusammen mit der richtigen Pulverdosierung, damit nicht versehentlich die Mischung verändert wird.
Vollmilch braucht eine eigene Vorgabe
Die genannten Mischtemperaturen und die Einstellung für Tränkeautomaten beziehen sich auf Milchaustauscher. Sie gelten nicht automatisch für Vollmilch. Für Vollmilch sollte die Temperaturvorgabe aus dem betrieblichen Fütterungsplan oder einer fachlichen Beratung stammen; die Tränke lässt sich ebenfalls direkt vor dem Füttern messen.
